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Donald Trump: Die Zeit arbeitet gegen ihn - US-Präsident hat sich massiv verzockt

Beobachter glauben, dass Donald Trump im Iran-Konflikt die Kontrolle verliert. Bild: picture alliance:dpa:AP | Evan Vucci

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  • Donald Trump verliert Kontrolle über den Iran-Konflikt
  • US-Präsident gehen die Optionen aus nach Blockade und Drohungen
  • Stillstand statt Lösung: Warum Trumps Iran-Politik scheitert

Vor wenigen Monaten noch hatte Donald Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Oval Office zurechtgewiesen und ihm erklärt, er habe keine Karten, weshalb er nicht in der Position sei, Bedingungen zu stellen. Doch nach beinahe acht Wochen bewaffneter Auseinandersetzung mit dem Iran könnte diese Aussage nun ebenso auf den US-Präsidenten zutreffen.

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Donald Trump verliert die Kontrolle über den Iran-Konflikt

Eine Abfolge von Rückziehern und nicht eingehaltenen Ultimaten lässt Donald Trump zunehmend die Kontrolle über den Konflikt verlieren. Während der US-Präsident händeringend nach einer diplomatischen Lösung sucht, zeigt sich die iranische Führung immer selbstbewusster. Teheran verweigert konsequent jegliche Friedensverhandlungen, weshalb Donald Trump am Dienstag (21. April) erneut einen Rückzieher machte und den bereits über zwei Wochen andauernden Waffenstillstand noch einmal verlängerte. Innerhalb von "36 bis 72 Stunden" solle der Iran nun einen Friedensplan vorlegen.

Donald Trump gehen die Optionen aus nach Blockade und Drohungen

Doch welche Optionen hat Donald Trump überhaupt noch, um seine Ziele durchsetzen? "Bild" hat die momentane Situation analysiert. Trumps bisherige Strategie, iranische Häfen abzuriegeln, verfehlt ihr Ziel weitgehend. Trotz der Seeblockade gelang es 34 iranischen Schiffen, mit altbekannten Verschleierungsmethoden durchzukommen. Sechs Tanker transportierten dabei heimlich 10,7 Millionen Barrel Öl – ein Geschäft, das Teheran laut "Financial Times" rund 910 Millionen Dollar einbringen könnte.

US-Präsident wird nicht mehr ernst genommen nach leeren Drohungen

Auch Donald Trumps verbale Eskalationen zeigen keine Wirkung mehr. Der US-Präsident drohte mit der "Auslöschung einer Zivilisation" und kündigte an, den Iran "in die Steinzeit zu bomben". Seit dem Ende der Luftangriffe blieb es jedoch bei Worten. Der gewünschte Einschüchterungseffekt scheint vollständig verpufft.

Donald Trump am Ende? US-Präsident erlebt Zusammenbruch durch Iran-Konflikt

Der militärische Sumpf im Nahen Osten entwickelt sich für Donald Trump auch innenpolitisch zur ernsthaften Bedrohung. Laut einer aktuellen Erhebung von AP-NORC ist die Zustimmungsrate des US-Präsidenten auf nur noch 33 Prozent abgestürzt. Mit jedem weiteren Tag des Chaos an der Straße von Hormus wächst der Druck auf Donald Trump. Die Kombination aus gescheiterten Druckmitteln, verpufften Drohungen und den weltweiten wirtschaftlichen Verwerfungen setzt den Präsidenten unter enormen Zugzwang.

Sollte Donald Trump also tatsächlich noch einen Trumpf in der Hinterhand haben, sollte er diesen in den kommenden Tagen ausspielen. Denn die Zeit arbeitet gegen ihn - sowohl auf der internationalen Bühne als auch an der heimischen Front.

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/news.de/stg

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