Friedrich Merz: Kanzler greift Lars Klingbeil an - Verhandlungen nach Wutanfall unterbrochen
Hat CDU-Bundeskanzler Friedrich Merz (r.) seinen Vize Lars Klingbeil (SPD, l.) im Koalitionsausschuss angeschrien? Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Erstellt von Martin Gottschling
23.04.2026 14.17
- Bericht über Wutanfall von Friedrich Merz beim Koalitionsausschuss in der Villa Borsig
- Bundeskanzler soll auf SPD-Finanzminister Lars Klingbeil losgegangen sein
- Offenbar gab es unterschiedliche Auffassungen zu Absprachen im Vorfeld
Beim Koalitionsausschuss vor knapp zwei Wochen ist es zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und seinem Stellvertreter Lars Klingbeil offenbar zu einem heftigen Zusammenstoß gekommen. Wie zunächst der "Spiegel" unter Berufung auf mehrere Teilnehmer berichtete, wurde der CDU-Politiker bei dem Treffen in der Villa Borsig am Tegeler See gegenüber dem SPD-Chef laut.
Friedrich Merz geht auf Lars Klingbeil los: Bericht über Eklat bei Koalitionsausschuss
Auslöser des verbalen Schlagabtauschs waren demnach Gespräche im Vorfeld des Gipfels, an die sich beide Politiker völlig unterschiedlich erinnerten. Klingbeil bestand auf Zusagen, die der Kanzler ihm gemacht haben soll. Merz hingegen wies vehement zurück, überhaupt etwas versprochen zu haben. Der genaue Streitpunkt bleibt jedoch unklar. Fest steht nur, dass es bereits vorab unterschiedliche Meinungen zu einer Übergewinnsteuer für Mineralkonzerne sowie zum Bundeshaushalt gab.
Bundeskanzler soll inmitten zäher Gespräche der Kragen geplatzt sein
Die Gespräche drehten sich dem Bericht zufolge stundenlang im Kreis. Auch SPD-Arbeitsministerin Bärbel Bas, Unionsfraktionschef Jens Spahn und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sollen immer wieder Einwände zu Vorschlägen geäußert und blockiert haben. Gegen Mittag platzte dem Kanzler schließlich der Kragen.Manche Anwesende sagten sogar, Merz sei regelrecht aus der Haut gefahren.
Verhandlungen nach Streit unterbrochen
Nach dem Eklat mussten die Verhandlungen unterbrochen werden. Merz zog sich dem Bericht zufolge zu einem Vier-Augen-Gespräch mit seinem Finanzminister zurück. Die große Reformagenda, die eigentlich auf der Tagesordnung stand, rückte an diesem Wochenende in weite Ferne. In der Koalition herrscht nach dem gescheiterten Treffen Ratlosigkeit, heißt es.
Auch diese News zur deutschen Politik könnten Sie interessieren:
- SPD-Chefin zerlegt Koalition - TV-Auftritt offenbart Erschreckendes
- Umfrage-Klatsche für den Kanzler - jetzt schlägt ihn sogar ein FDP-Politiker deutlich
- Das könnte allen Privathaushalten nun drohen