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Papst Leo XIV.: Streit mit Donald Trump - dieser Vorteil hilft dem Pontifex jetzt

Papst Leo XIV. (Foto) geriet öffentlich mit US-Präsident Donald Trump aneinander. Bild: picture alliance/dpa/Reuters Pool via AP | Guglielmo Mangiapane

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  • Englische Muttersprache wird zum Vorteil für Papst Leo XIV.
  • So kann der Pontifex ohne diplomatische Umwege Kritik an Donald Trump üben
  • Außerdem erreicht Leo direkt das amerikanische Publikum

Die Spannungen zwischen der US-Regierung und dem Vatikan haben sich in den vergangenen Tagen verschärft. Papst Leo XIV. (70) übte deutliche Kritik am Krieg im Nahen Osten. Donald Trump (79) reagierte verärgert, bezeichnete den Pontifex unter anderem als "schwach bei Kriminalität und schrecklich in der Außenpolitik". Zudem irritierte der US-Präsident auf Truth Social mit KI-generierten Bildern, in denen er sich unter anderem selbst als eine Jesus-Figur darstellte. Der Papst reagierte gelassen auf die Verbalangriffe und Provokationen. Er betonte, keine Angst vor Trump zu haben. Einer aktuellen Analyse zufolge hat das aktuelle Oberhaupt der katholischen Kirche momentan in diesem Konflikt einen entscheidenden Vorteil gegenüber seinen Vorgängern.

Papst Leo XIV. nutzt englische Muttersprache geschickt im Konflikt mit Donald Trump

"Axios" hebt hervor, dass Papst Leo in den USA geboren wurde und damit fließend Englisch als Muttersprache spricht. Bei der Kommunikation mit Washington waren frühere Päpste auf Übersetzungen angewiesen. Die Mehrdeutigkeit von Übersetzungen nutzten vatikanische Beamte häufiger als diplomatisches Mittel: Kontroverse Aussagen konnten nachträglich abgemildert oder neu gerahmt werden. Diese Option entfällt bei Leo XIV. vollständig.

So erreicht der Pontifex das amerikanische Publikum

Seine Äußerungen finden nahtlos Eingang in US-Nachrichtensendungen, soziale Medien oder Wahlkampfbotschaften. Damit erreicht Leo XIV. amerikanische Katholiken ohne Umwege – eine Wählergruppe, die rund 20 Prozent der US-Bevölkerung ausmacht und sich besonders in zwischen Republikanern und Demokraten umkämpften Bundesstaaten konzentriert.

Vincent J. Miller, Professor für Katholische Theologie an der University of Dayton, betont die Bedeutung dieses sprachlichen Vorteils: "Leo versteht die Verstrickungen von Religion und Politik in den USA." Frühere Päpste wie Franziskus konnten zwar mit provokanten Aussagen Schlagzeilen machen, ihnen habe jedoch die kulturelle Kompetenz gefehlt, um das amerikanische Publikum direkt anzusprechen.

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