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Friedrich Merz: Messe-Blamage für den Kanzler - plötzlich steht er alleine da

Eklat bei der Hannover Messe: Bundeskanzler Friedrich Merz macht den Rundgang allein. Bild: Michael Matthey/dpa/dpa

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  • Merz und Brasiliens Präsident Lula brechen gemeinsamen Rundgang ab
  • Polizei und Messeverantwortliche sprechen von einmaligem Vorgang
  • Regierung nennt Verspätung als Grund für die Trennung

Ein beispielloser Moment auf der weltweit größten Industriemesse: Bundeskanzler Friedrich Merz und Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva haben beim traditionellen Eröffnungsrundgang plötzlich getrennte Wege eingeschlagen. Noch nie zuvor in der Geschichte der Hannover Messe ist ein solcher Vorgang passiert.

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Bereits kurz nach dem Eröffnungsstatement am Stand des Partnerlandes Brasilien kam es zur überraschenden Trennung. Während der 80-jährige Lula bei brasilianischen Ausstellern blieb, setzte Merz seinen Rundgang alleine fort und schaute sich unter anderem humanoide Roboter an. "Das haben wir noch nie erlebt", hieß es aus Polizei- und Messekreisen.

Luiz Inácio Lula da Silva (M), Präsident von Brasilien, macht den Eröffnungsrundgang auf der Hannover Messe allein. Bild: picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte

Regierung spricht von "einvernehmlicher Entscheidung"

Offiziell gibt sich die Bundesregierung gelassen: Die Trennung sei abgestimmt gewesen. Grund sei eine Verspätung der brasilianischen Delegation gewesen, die den Zeitplan durcheinandergebracht habe. Um möglichst viele Termine wahrnehmen zu können, habe man sich zur Aufteilung entschlossen. "Das Programm konnte so bestmöglich absolviert werden", heißt es aus Regierungskreisen.

Der ungewöhnliche Ablauf blieb nicht ohne Folgen: Auch das geplante gemeinsame Abschlussstatement wurde gestrichen. Stattdessen trat Kanzler Merz am Ende allein vor die Presse. Ein weiteres Novum. Ob es sich um eine diplomatische Panne oder eine rein praktische Entscheidung handelt, ist offen. Klar ist jedoch: Die Bilder des getrennten Rundgangs sorgen für Gesprächsstoff und dürften in Erinnerung bleiben.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gibt nach dem Eröffnungsrundgang der Hannover Messe ein Abschlussstatement. Bild: picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte

Unabhängig vom ungewöhnlichen Ablauf stand die Messe im Zeichen engerer wirtschaftlicher Beziehungen. Merz betonte die Bedeutung Brasiliens als Rohstoffpartner: "Brasilien verfügt über ein enormes Potenzial bei Seltenen Erden". Das Land besitzt die zweitgrößten Reserven weltweit und ist führend beim Rohstoff Niob, der etwa für Solarzellen benötigt wird. Deutschland importierte bereits 2024 Rohstoffe im Wert von rund drei Milliarden Euro. Künftig soll das Handelsvolumen von derzeit etwa 20 Milliarden Euro deutlich steigen.

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/fka/news.de/dpa

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