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Donald Trump sauer: Nahost-Plan sorgt für Eklat - Macron brüskiert Trump mit Friedensoffensive

Emmanuel Macron hat sich offen gegen Donald Trumps Iran-Kurs gestellt. Bild: picture alliance/dpa | Michael Kappeler

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  • Emmanuel Macron fordert eine neue internationale Sicherheitsordnung für den Nahen Osten
  • Gemeinsame Konferenz mit Großbritannien soll Friedensmission vorbereiten
  • Spannungen mit Trump eskalieren – Streit über Iran-Politik spitzt sich zu

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron geht in die diplomatische Offensive: Mit drastischen Worten, einem internationalen Vorstoß und einer geplanten Konferenz mit Großbritannien will er die Lage im Nahen Osten stabilisieren – und sorgt damit für neue geopolitische Spannungen. Vor allem US-Präsident Donald Trump dürfte wenig begeistert auf Macrons jüngste Aussagen reagieren.

Emmanuel Macron brüskiert Donald Trump im Iran-Konflikt

Auf der Plattform X hat der französische Präsident Emmanuel Macron eine umfassende Erklärung zur Lage im Nahen Osten veröffentlicht. Darin betont er: "Es darf keine Mühe gescheut werden, um schnell eine solide und dauerhafte Lösung des Konflikts im Nahen Osten auf dem Weg der Diplomatie zu erreichen." Macron fordert damit eine rasche politische Lösung und eine stabile neue Ordnung für die gesamte Region.

Neue Sicherheitsarchitektur für den Nahen Osten gefordert - Macron startet eigene Friedensmission

Gleichzeitig skizziert der französische Präsident in seinem ausführlichen Post eine langfristige Perspektive für Frieden und Stabilität im Nahen Osten: "Eine Regelung, die der Region einen stabilen Rahmen gibt, in dem jeder in Frieden und Sicherheit leben kann." Dabei spricht Macron zentrale Konfliktpunkte an – darunter das iranische Atom- und Raketenprogramm sowie destabilisierende Aktivitäten in der Region. "Um dies zu erreichen, müssen alle grundlegenden Fragen bearbeitet und mit einer dauerhaften Antwort versehen werden, sei es hinsichtlich der nuklearen und ballistischen Aktivitäten des Iran oder seiner destabilisierenden Handlungen in der Region, aber auch, um so schnell wie möglich die Wiederaufnahme einer freien und ungehinderten Schifffahrt in der Straße von Hormus zu ermöglichen und dafür zu sorgen, dass der Libanon den Weg zum Frieden wiederfindet, unter voller Achtung seiner Souveränität und territorialen Integrität", schreibt Macron bei X.

Gemeinsam mit Großbritannien plant Frankreich eine internationale Konferenz. Ziel: Eine multinationale, friedliche Mission zur Sicherung der freien Schifffahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus. Diese soll rein defensiv sein und ausdrücklich nicht als Kriegspartei auftreten, betont Macron.

US-Restriktionen gegen iranische Häfen als Auslöser für Macrons Iran-Mission

Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund verschärfter Spannungen in der Region. Das US-Zentralkommando CENTCOM hat Berichten zufolge auf Anweisung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump Beschränkungen für den Schiffsverkehr zu iranischen Häfen verhängt.

Die amerikanischen Streitkräfte erklärten, die Maßnahmen richteten sich gezielt gegen Hafenoperationen mit Iran-Bezug. Gleichzeitig versicherte CENTCOM, dass die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus für nicht-iranischen kommerziellen Schiffsverkehr weiterhin gewährleistet bleibe.

Frankreich und Großbritannien stellen sich gegen Trumps Iran-Pläne

Die Tatsache, dass seine europäischen Verbündeten nun eigene Pläne schmieden, dürfte Donald Trump so gar nicht gefallen und könnte das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen den USA und der Nato weiter verschärfen. In einem Interview mit Fox News hatte sich Trump zuletztverärgert über die fehlende Unterstützung aus Europa gezeigt. Nach Großbritannien, das Trumps Seeblockade bereits eine Abfuhr erteilte, stellt sich nun auch noch Frankreich gegen Trumps Iran-Pläne. Da dürfte der nächste Wut-Post des US-Präsidenten wohl nicht allzu lange auf sich warten lassen.

Zur Erinnerung: Zwischen Trump und Macron flogen zuletzt gleich mehrfach die Fetzen.

/bua/news.de

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