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Wladimir Putin blamiert: Spionage-Coup des Kreml-Chefs aufgeflogen - Putin droht mit Kriegsschiff-Einsatz

Neuer Rückschlag für Wladimir Putin: Spionage-U-Boote, die der Kreml-Chef in den Nordatlantik entsandt hatte, sind aufgeflogen. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin via AP | Gavriil Grigorov

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  • Wladimir Putin bloßgestellt: Russischer Sabotage-Plan im Nordatlantik aufgeflogen
  • Britische und norwegische Marine stöberte Spionage-U-Boote aus Russland auf
  • Kreml droht mit Einsatz von Kriegsschiffen

Vier Wochen lang haben britische Streitkräfte gemeinsam mit norwegischen Verbündeten drei russische U-Boote im Nordatlantik beschattet. Verteidigungsminister John Healey sprach bei einer Pressekonferenz in Westminster von "verstärkten russischen Aktivitäten" in der Region.

Wladimir Putins Spionage-U-Boote im Atlantik aufgeflogen

Bei den verfolgten Unterwasserfahrzeugen handelte es sich um ein Angriffs-U-Boot sowie zwei Spionage-U-Boote. Die Schiffe bewegten sich in unmittelbarer Nähe von Unterseekabeln und Pipelines. Laut britischer Regierung sollte die Überwachung "jegliche böswillige Aktivität ihrerseits verhindern". Die Operation ist mittlerweile abgeschlossen. Alle drei U-Boote haben sich den Angaben zufolge aus dem Gebiet zurückgezogen. Hinweise auf Beschädigungen an der kritischen Infrastruktur liegen nicht vor.

"Verstärkte russische Aktivitäten" machen Rund-um-die-Uhr-Überwachung durch Marine und Luftwaffe erforderlich

An der Operation beteiligten sich ein Kriegsschiff der Royal Navy sowie ein Flugzeug der Royal Air Force. Gemeinsam mit den Verbündeten überwachten sie die russischen U-Boote ohne Unterbrechung. Die britischen Streitkräfte sorgten dabei bewusst dafür, dass die Russen von ihrer Beobachtung erfuhren – die verdeckte Operation des Kremls war damit aufgeflogen.

Hinter dem Einsatz der U-Boote steckt nach Angaben der britischen Regierung die russische Hauptverwaltung für Tiefseeforschung (GUGI). Diese Einheit ist darauf spezialisiert, technische Anlagen unter Wasser zu kartieren und im Ernstfall zu sabotieren. Die Schiffe operierten in der britischen Wirtschaftszone, die sich 370 Kilometer vor der Küste erstreckt, drangen jedoch nicht in die Hoheitsgewässer ein. Hunderte Soldaten waren an der Überwachungsmission beteiligt.

Britischer Verteidigungsminister warnt Kreml-Chef Putin vor schwerwiegenden Konsequenzen

Der britische Verteidigungsminister richtete deutliche Worte an den russischen Präsidenten. Großbritannien beobachte die Aktivitäten "in der Nähe unserer Kabel und Pipelines" genau, erklärte Healey. Putin solle wissen, "dass jeder Versuch, diese zu beschädigen, nicht toleriert wird und schwerwiegende Konsequenzen haben wird". Nach Einschätzung des Ministers stellt der Kremlchef weiterhin die größte Bedrohung für das Vereinigte Königreich und seine Verbündeten dar. Eine offizielle Stellungnahme aus Moskau zu den Vorwürfen liegt bislang nicht vor.

Laut Großbritanniens Verteidigungsminister Healey haben Großbritannien und seine Verbündeten einen Monat lang ein russisches Angriffs-U-Boot und zwei Spionage-U-Boote im Nordatlantik überwacht, bevor sie sich zurückzogen. Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Mod

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 häufen sich Zwischenfälle in europäischen Gewässern. In der Ostsee kam es wiederholt zu Ausfällen von Strom- und Telekommunikationsleitungen sowie zu Schäden an Erdgaspipelines. Die NATO hat daraufhin ihre Präsenz auf See und in der Luft deutlich ausgebaut.

Russland droht mit Einsatz von Kriegsschiffen

Russland reagierte mit einer Gegenankündigung auf die britische Überwachungsaktion. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax, dass Moskau Maßnahmen zum Schutz seiner Interessen ergreifen werde – auch unter Einsatz von Kriegsschiffen. Der Kreml hatte bereits zuvor angekündigt, seine Öltanker bei drohender Beschlagnahmung durch andere Staaten militärisch zu eskortieren. "In den letzten Monaten waren wir Zeugen wiederholter Fälle von Piraterie in internationalen Gewässern", sagte Peskow. Diese hätten den wirtschaftlichen Interessen Russlands geschadet.

Hintergrund sind Berichte britischer Medien, wonach die russische Marine bereits zwei Tanker vor der Küste Großbritanniens begleitet habe. Mit der sogenannten Schattenflotte versucht Russland, die westlichen Sanktionen im Zuge des Ukraine-Krieges zu umgehen.

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/news.de/dpa/stg

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