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Donald Trump: Zwischen Größenwahn und Kehrtwende - US-Präsident vollkommen außer Kontrolle

Donald Trumps Truth-Social-Beiträge offenbaren seine Planlosigkeit. Bild: picture alliance:dpa:AP | Evan Vucci

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  • Kommentar: Donald Trumps Unberechenbarkeit bleibt das größte Risiko
  • Drohungen des US-Präsidenten als Protokoll der Schande
  • Truth-Social-Beiträge zeigen: Trump hat in Wahrheit keine Strategie

Ein Blick auf Donald Trumps Truth-Social-Beiträge der letzten Wochen sollte bei jedem, selbst bei der eingefleischten Maga-Gemeinde, Entsetzen, aber vor allem Besorgnis auslösen. Denn es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Aneinanderreihung von Drohungen in den vergangenen Wochen weniger wie die Kommunikation eines Staatsoberhaupts als wie ein Protokoll strategischer Orientierungslosigkeit wirkt.

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Drohungen von Donald Trump als Protokoll der Schande

Innerhalb kürzester Zeit erklärt er den Iran-Krieg für gewonnen, relativierte diesen Sieg jedoch wenig später wieder und forderte gleichzeitig neue Angriffe. Es sind völlig absurde und zumeist widersprüchliche Aussagen, die zwangsweise Fragen zu Donald Trumps geistiger Gesundheit aufkommen lassen:

  • 3. März: "Wir haben den Krieg gewonnen."
  • 7. März: "Wir haben den Iran besiegt."
  • 9. März: "Wir müssen den Iran angreifen."
  • 9. März: "Der Krieg endet fast vollständig und auf sehr schöne Weise."
  • 11. März: "Wir müssen den Iran angreifen."
  • 12. März: "Wir haben gewonnen, aber wir haben noch nicht vollständig gewonnen."
  • 13. März: "Wir haben den Krieg gewonnen."
  • 14. März: "Bitte helft uns."
  • 15. März: "Wenn ihr uns nicht helft, werde ich mir das mit Sicherheit merken."
  • 16. März: "Eigentlich brauchen wir überhaupt keine Hilfe bei
  • 16. März: "Ich habe nur getestet, wer mir zuhört."
  • 16. März: "Wenn die NATO nicht hilft, werden sie etwas sehr Schlimmes erleben."
  • 17. März: "Wir brauchen weder die Hilfe der NATO noch wollen wir sie."
  • 17. März: "Ich brauche keine Zustimmung des Kongresses, um aus der NATO auszutreten."
  • 18. März: "Unsere Verbündeten müssen bei der Wiedereröffnung der Straße von Hormus zusammenarbeiten."
  • 19. März: "Die US-Verbündeten müssen sich zusammenreißen – sie sollen helfen, die Straße von Hormus zu öffnen."
  • 20. März: "Die NATO sind Feiglinge."
  • 20. März: "Die Straße von Hormus muss von den Ländern geschützt werden, die sie nutzen. Wir nutzen sie nicht, wir müssen sie nicht öffnen."
  • 22. März: "Das ist das letzte Mal. Ich gebe dem Iran 48 Stunden. Öffnet die Meerenge."
  • 22. März: "Iran ist erledigt."
  • 23. März: "Wir hatten sehr gute und produktive Gespräche mit dem Iran."
  • 24. März: "Wir machen Fortschritte."
  • 26. März: "Schließt einen Deal, oder wir werden sie einfach weiter bombardieren."
  • 27. März: "Wir müssen nicht für die NATO da sein."
  • 29. März: Trump behauptete, die Gespräche würden vorankommen
  • 30. März: "Öffnet die Straße von Hormus sofort, oder ihr müsst mit verheerenden Konsequenzen rechnen."
  • 31. März: Trump behauptete, ein Deal sei "sehr nah" und dass der Iran "das Richtige tun" werde
  • 1. April: "Wir werden sehr bald sehen, was passiert."
  • 3. April: "Etwas Großes wird passieren."
  • 5. April: "Öffnet die verdammte Meerenge, ihr verrückten Bastarde, oder ihr werdet in der Hölle leben – WARTET NUR AB! Gepriesen sei Allah."
  • 6. April: "Das ganze Land könnte in einer Nacht ausgelöscht werden, und diese Nacht könnte morgen Nacht sein."
  • 7. April: "Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben und nie wieder zurückkehren."

Trumps Truth-Social-Beiträge zeigen: US-Präsident hat in Wahrheit keine Strategie

Besonders auffällig ist der Widerspruch zwischen Drohung und Diplomatie. Während er von "sehr produktiven Gesprächen" und "Fortschritt" spricht, folgen beinahe im selben Atemzug Ultimaten und Gewaltandrohungen. Ein Verhalten, mit dem der US-Präsident seine eigene Glaubwürdigkeit untergräbt. Denn wer verhandelt und zugleich mit der "Auslöschung" eines ganzen Landes droht, sendet vor allem ein Signal: Nichts ist verlässlich.

Donald Trumps enthemmter Ton wird zur Normalität

Das gleiche Verhalten legt Donald Trump im Umgang mit seinen Verbündeten an den Tag. Mal bettelt er um Hilfe, dann wiederum schlägt er um sich und erklärt, die USA seien auf die Hilfe anderer nicht angewiesen. Diese Sprunghaftigkeit stellt die Grundlogik von Bündnissen wie der Nato infrage. Denn solche Kooperationen basieren auf Vertrauen, nicht auf täglichen Kurswechseln. Zudem ist Trumps Rhetorik mehr als gefährlich. Sie verschiebt die Grenzen des Sagbaren und damit auch des Denkbaren. In Donald Trumps Welt werden aus politischen Forderungen Drohungen und aus Drohungen apokalyptische Szenarien.

Donald Trumps Unberechenbarkeit bleibt das größte Risiko

Letzten Endes vermitteln Donald Trumps Wutausbrüche nicht den Eindruck von Stärke und auch nicht das Gefühl, er habe eine Strategie. Sondern sie zeigen lediglich seine Unberechenbarkeit. Und genau das ist in einer angespannten internationalen Lage wie aktuell das größte Risiko.

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/bos/news.de

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