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Melania Trump spricht Epstein-Klartext: Donald Trump überrumpelt - warum packt die First Lady jetzt aus?

First Lady Melania Trump sprach im großen Foyer des Weißen Hauses Klartext zum Epstein-Skandal - und warf damit mehr Fragen auf, als sie beantwortete. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin

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  • Melania Trump spricht überraschend Klartext zu Epstein-Skandal
  • First Lady geht in die Offensive: "Ich bin kein Epstein-Opfer"
  • Donald Trump vor den Kopf gestoßen: "Ich wusste nichts davon!"

Seitdem Donald Trump zu seiner zweiten Amtszeit ins Weiße Haus zurückgekehrt ist, steht der US-Präsident fast ausschließlich ohne seine Ehefrau im Fokus - nun überraschte Melania Trump die Weltöffentlichkeit jedoch mit einem unerwarteten Frontalangriff. Am 9. April 2026 trat die First Lady aus heiterem Himmel im Großen Foyer des Weißen Hauses vor die Presse und verlas eine rund sechsminütige Erklärung, in der sie jede engere Verbindung zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bestritt.

Melania Trump geht in die Offensive und spricht Klartext zum Epstein-Skandal

"Die Lügen, die mich mit dem schmachvollen Jeffrey Epstein verbinden, müssen heute ein Ende finden", erklärte die 55-Jährige mit Nachdruck. Sie sei niemals mit dem 2019 verstorbenen Multimillionär befreundet gewesen, habe weder seine berüchtigte Privatinsel besucht noch sein Flugzeug betreten. Von seinen Verbrechen habe sie nichts gewusst, behauptete die First Lady.

First Lady eiskalt: Ehefrau von Donald Trump ignoriert Nachfragen von verdutzten Reportern

Nachfragen der Pressevertreter blockte Melania Trump jedoch eiskalt ab: Kaum hatte sie geendet, hallten die Rufe der verdutzten Reporter durch den Raum: Mit den Worten "Warum jetzt? Warum jetzt?", wollten die Medienvertreter der First Lady entlocken, wieso sie ihr Epstein-Statement ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt abgab. Doch Melania Trump drehte sich wortlos um und verschwand. Fragen waren nicht zugelassen, ihr Mann begleitete sie nicht. Was genau diesen überraschenden Auftritt ausgelöst hatte, blieb völlig offen.

Melania Trump im Sog des Epstein-Skandals: Diese Enthüllungen bringen die First Lady in Bedrängnis

Hintergrund des Auftritts ist unter anderem eine E-Mail-Korrespondenz, die Demokraten aus einem Kongressausschuss kürzlich veröffentlicht hatten. Die Nachricht aus dem Jahr 2002 richtet sich an eine gewisse "G!" und trägt die Unterschrift "Melania". Der Ton wirkt vertraut – während Maxwell die heutige First Lady mit "meine Süße" anredet, verabschiedet sich diese mit "Liebe". In der Mail äußert sich Melania Trump auch zu einem Porträt über Epstein im "New York Magazine" und erwähnt ein mögliches Treffen in New York. Die Absender- und Empfängerangaben wurden in den freigegebenen Akten geschwärzt. Melania Trump spielte den Austausch herunter: "Meine E-Mail-Antwort an Maxwell kann nicht als mehr als eine lockere Korrespondenz eingestuft werden." Zudem existiert ein bereits länger bekanntes Foto aus dem Jahr 2000, das Donald und Melania Trump gemeinsam mit Epstein und Maxwell in Mar-a-Lago zeigt.

Donald Trump vor den Kopf gestoßen: US-Präsident sah Melanias offensiven Schritt nicht kommen

Der Auftritt der First Lady steht in krassem Widerspruch zur bisherigen Linie des Weißen Hauses. Monatelang hatte die Regierung versucht, den Präsidenten vom Epstein-Skandal fernzuhalten. Donald Trump selbst hatte die Debatte Anfang Februar für beendet erklärt und gefordert, das Land solle sich "mit anderen Dingen beschäftigen". Den Demokraten warf er vor, den Fall als politisches Manöver gegen ihn zu nutzen. Nun lenkt ausgerechnet seine Ehefrau den Scheinwerfer zurück auf das heikle Thema – und damit auch auf ihren Mann. Besonders pikant: Donald Trump behauptet, von dem Auftritt überrumpelt worden zu sein. Gegenüber "MS Now" erklärte der Präsident, er habe "nichts davon gewusst", bevor er auflegte. Melania Trumps Pressestelle widersprach dieser Darstellung allerdings: Der Auftritt sei mit dem Präsidenten abgestimmt gewesen. Auf seiner Plattform Truth Social schwieg Trump zu dem Vorfall – während er parallel andere Beiträge veröffentlichte.

Melania Trump heftig kritisiert: Missbraucht die First Lady Epstein-Opfer für ihre Zwecke?

Die First Lady verband ihre Verteidigung mit einer bemerkenswerten Forderung: Der Kongress solle den Epstein-Opfern öffentliche Anhörungen ermöglichen. "Jede einzelne Frau sollte auf Wunsch die Gelegenheit bekommen, ihre Geschichte öffentlich zu erzählen", sagte sie. "Dann, und nur dann, werden wir die Wahrheit erfahren." Der demokratische Abgeordnete Robert Garcia griff den Vorstoß sofort auf und forderte den republikanischen Ausschussvorsitzenden James Comer auf, eine Anhörung anzusetzen. Sein Parteikollege Thomas Massie stellte sich jedoch dagegen – die Opfer hätten bereits aussagen können, das Justizministerium sei untätig geblieben. Deutlich schärfer reagierten Interessenvertreter der Betroffenen. Sie warfen Melania Trump laut "HuffPost" vor, die Opfer für politische Zwecke zu missbrauchen. Die Last werde auf die Überlebenden abgewälzt, "um die Machthaber zu schützen".

First Lady unter Verdacht: Wollte Melania einer spektakulären Enthüllung zuvorkommen?

Der Zeitpunkt des Auftritts nährt Spekulationen, dass Melania Trump möglichen Enthüllungen zuvorkommen wollte. Der US-Podcaster Jon Favreau brachte es auf X auf den Punkt: "Okay, wer wird nun die Melania/Epstein-Story veröffentlichen, der sie gerade zuvorkommen wollte?" Zahlreiche Kommentatoren äußerten sich in ähnlicher Richtung: "Es sieht fast so aus, als wolle sie einer Knaller-Enthüllung vorgreifen, die kurz vor der Veröffentlichung steht", merkte Brian Krassenstein bei X an. Aaron Rupar fügte hinzu: "Ich bin mir nicht sicher, warum Melania Trump heute scheinbar aus dem Nichts eine Erklärung zu Jeffrey Epstein abgegeben hat, aber falls die Idee dahinter war, die laufende Vertuschung hinter sich zu lassen, wird das spektakulär nach hinten losgehen."

Die First Lady selbst gab der Öffentlichkeit noch eine Warnung mit auf den Weg: "Seien Sie vorsichtig, woran Sie glauben." Gleichzeitig drohte sie mit juristischen Konsequenzen gegen alle, die ihren Ruf mit Falschbehauptungen beschädigen wollten.

Was bleibt, sind offene Fragen: Warum dieser Auftritt ohne konkreten Anlass? Warum ausgerechnet jetzt, während ihr Ehemann mit dem Iran-Konflikt beschäftigt ist? Und warum widersprechen sich die Angaben, ob Donald Trump eingeweiht war? Die schriftlichen Anfragen mehrerer Zeitungen ließ das Weiße Haus unbeantwortet.

Melania Trumps Statement zum Epstein-Skandal im Wortlaut

  • "Guten Tag. Die Lügen, die mich mit dem schändlichen Jeffrey Epstein in Verbindung bringen, müssen heute ein Ende finden. Diejenigen, die über mich lügen, entbehren jeglicher ethischer Standards, Demut und Respekt. Ich verurteile nicht ihre Ignoranz, sondern weise ihre bösartigen Versuche, meinen Ruf zu schädigen, entschieden zurück."
  • "Ich war nie mit Epstein befreundet. Donald und ich wurden gelegentlich zu denselben Partys wie Epstein eingeladen, da Überschneidungen in den sozialen Kreisen in New York City und Palm Beach üblich sind. Um es klarzustellen: Ich hatte nie eine Beziehung zu Epstein oder seiner Komplizin Maxwell. Meine E-Mail-Antwort an Maxwell ist nichts anderes als unverbindliche Korrespondenz. Meine höfliche Antwort auf ihre E-Mail ist nichts weiter als eine freundschaftliche Geste."
  • "Ich bin kein Opfer von Epstein. Epstein hat mich nicht Donald Trump vorgestellt. Ich lernte meinen Mann 1998 zufällig auf einer Party in New York City kennen. Diese erste Begegnung mit meinem Mann ist in meinem Buch 'Melania' ausführlich beschrieben. Meine erste Begegnung mit Epstein fand im Jahr 2000 auf einer Veranstaltung statt, die Donald und ich gemeinsam besuchten. Damals kannte ich Epstein nicht und wusste nichts von seinen kriminellen Machenschaften."
  • "Seit Jahren kursieren in den sozialen Medien zahlreiche gefälschte Bilder und Behauptungen über Epstein und mich. Seien Sie vorsichtig, was Sie glauben. Diese Bilder und Geschichten sind völlig erfunden. Ich bin weder Zeugin noch Zeugin im Zusammenhang mit Epsteins Verbrechen. Mein Name tauchte nie in Gerichtsakten, Zeugenaussagen, Opfererklärungen oder FBI-Vernehmungen im Zusammenhang mit dem Fall Epstein auf."
  • "Ich wusste nie etwas von Epsteins Missbrauch seiner Opfer. Ich war in keiner Weise beteiligt. Ich war weder an den Machenschaften beteiligt, noch befand ich mich jemals in Epsteins Flugzeug oder besuchte seine Privatinsel. Ich wurde nie im Zusammenhang mit Epsteins Menschenhandel, Kindesmissbrauch und anderen abscheulichen Handlungen angeklagt oder verurteilt."
  • "Die falschen Verleumdungen, die von boshaften und politisch motivierten Einzelpersonen und Organisationen über mich verbreitet werden, um meinen guten Ruf zu schädigen und finanziell und politisch aufzusteigen, müssen aufhören. Meine Anwälte und ich haben diese unbegründeten und haltlosen Lügen erfolgreich bekämpft und werden meinen guten Ruf weiterhin ohne Zögern verteidigen. Bislang wurden mehrere Personen und Unternehmen, darunter Daily Beast, James Carville und Harper Collins UK, gerichtlich dazu verpflichtet, sich öffentlich zu entschuldigen und ihre Lügen über mich zurückzuziehen."
  • "Jetzt ist es an der Zeit, dass der Kongress handelt. Epstein war nicht allein. Mehrere prominente männliche Führungskräfte traten von ihren einflussreichen Positionen zurück, nachdem dieser Fall breit politisiert wurde. Das bedeutet natürlich nicht automatisch Schuld, aber wir müssen weiterhin offen und transparent an der Aufdeckung der Wahrheit arbeiten."
  • "Ich appelliere an den Kongress, den von Epstein missbrauchten Frauen eine öffentliche Anhörung zu ermöglichen, die sich speziell an den Überlebenden richtet. Geben Sie diesen Opfern die Möglichkeit, unter Eid vor dem Kongress auszusagen und die Kraft einer eidesstattlichen Aussage zu nutzen. Jede Frau sollte die Möglichkeit haben, ihre Geschichte öffentlich zu erzählen, wenn sie dies wünscht. Ihre Aussage sollte dann dauerhaft in die Protokolle des Kongresses aufgenommen werden. Nur dann werden wir die Wahrheit erfahren. Vielen Dank."

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/news.de/dpa/stg

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