Donald Trump: Lage war noch nie so ernst - engste Berater sprechen von "Farce"
Donald Trump: Er entschied sich gegen den Rat seiner engsten Vertrauten, den Iran anzugreifen. Bild: dpa/AP Pool/Alex Brandon
Erstellt von Ines Fedder
09.04.2026 09.17
- Donald Trump: So ließ er sich zum Iran-Krieg von Israel überzeugen
- Geheimes Briefing im Weißen Haus: Berater:innen waren gegen den Angriff
- Folgen seiner Intuition: Energieversorgung bricht ein, Rückhalt der Basis bröckelt
Donald Trump hat sich mit der Entscheidung für einen Krieg gegen den Iran nicht nur beim amerikanischen Volk Feinde gemacht -Umfragen zeigen, dass der Rückhalt des US-Präsidenten bei den Amerikaner:innen so gering ist wie noch nie zuvor.
Auch innerhalb seines engsten Beraterkreises stießen seine Iran-Pläne auf starken Widerstand. So stark, dass selbst CIA und Vize-Präsident J.D. Vance vehement von Trumps Plänen abrieten. Einen Regimewechsel im Iran bezeichnete man schlichtweg als "Farce". Aber wie kam es dennoch dazu, dass Donald Trump den Iran angriff?
Donald Trump: Geheimes Briefing im Weißen Haus mit Netanjahu
Taryn Kaur Pedler, leitende Auslandskorrespondentin der britischen "Daily Mail", berichtet über ein geheimes Briefing im Weißen Haus, das alles veränderte. Dabei überzeugte der israelische Präsident Benjamin Netanjahu Trump von der Operation "Epic Fury", indem er ihm am 11. Februar in einer einstündigen Präsentation die Verwundbarkeit des Irans schilderte. Das Ziel: ein schneller und knallharter Regimewechsel.
Netanjahus Versprechen: Irans Raketenkapazitäten könne man innerhalb weniger Wochen vernichten, die Straße von Hormus bliebe offen und Vergeltungsschläge seien minimal. Der israelische Geheimdienst Mossad könne einen Aufstand anzetteln, um einen Regimewechsel zu provozieren.
CIA-Direktor bezeichnete Iran-Angriff der USA als "Farce"
Heute wissen wir: Die Realität sieht anders aus. Donald Trump habe sich überzeugen lassen, seine Berater:innen hingegen nicht. Die Idee eines Volksaufstands, der die islamische Regierung durch eine moderatere ersetzen würde, sei "unrealistisch". CIA-Direktor John Ratcliffe bezeichnete diese Vorstellung sogar als "Farce", heißt es in der "Daily Mail".
Iran-Krieg aktuell - J.D. Vance versuchte vergebens zu intervenieren
Vize-Präsident J.D. Vance sprach sich ebenfalls energisch gegen einen Krieg aus. Er warnte davor, dass ein Angriff die gesamte Region destabilisieren würde, es massive Opferzahlen geben wird und die politische Basis von Trump gespalten werde. Und auch die schwindenden Munitionsbestände der US-Armee führte er an.
Donald Trump hingegen hegte keine Zweifel. Netanjahus Versprechen wogen schwerer als die Einwände seiner Berater:innen. Trumps Überzeugung: Es war schon immer so, dass er auf seinen Instinkt vertrauen konnte. Der Kriegseintritt war also keineswegs das Ergebnis einer strategischen Einigung, sondern Trumps innere Überzeugung - die nun ihre Konsequenzen fordert.
Die Folgen des Iran-Kriegs für die USA und weltweit sind erschreckend
Teheran schloss die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Routen von Öl- und Gaslieferungen, und sorgte somit für die gravierendste Störung der Energieversorgung, welche die Welt je erlebt habe, erklärt Fatih Birol, Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur (IEA), gegenüber der Zeitung "Le Figaro". "Die Situation ist ernster als die in den Jahren 1973, 1979 und 2022 zusammen", so der Experte.
Der Iran hat entgegen Israels Versicherungen bei Angriffen auf amerikanische Militärstützpunkte erheblichen Schaden angerichtet und auch der von Trump angestrebte Regimewechsel ist nicht vollzogen. Vielmehr muss Donald Trump sich nun einer bröckelnden Basis stellen und seine Macht schwindet. Die zweiwöchige Waffenruhe im Iran und die zeitlich begrenzte Öffnung der Straße von Hormus geben ihm jedoch ein kurzes Zeitfenster.
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