Kristi Noem bloßgestellt: ICE-Skandal in den USA - Video belastet Trump-Vertraute schwer
Ein Video sorgt erneut für Wirbel um Donald Trumps ehemalige Ministerin Kristi Noem. Bild: picture alliance/dpa/AP | Evan Vucci
Erstellt von Sarah Baumann-Rüster
07.04.2026 11.53
- Neues Video stellt Ex-Trump-Ministerin bloß
- Kristi Noems Lügen im ICE-Skandal aufgedeckt
- Videoaufnahmen widersprechen zentralen Aussagen der US-Regierung zum ICE-Schuss
- Trump-Vertraute nach Skandal-Enthüllungen untergetaucht
Ein neu veröffentlichtes Video aus Minneapolis sorgt für erhebliche Zweifel an der bisherigen Darstellung eines Schusswaffenvorfalls durch US-Einwanderungsbeamte (ICE). Die Aufnahmen zeigen den Vorfall vom 14. Januar – und zeichnen ein Bild, das den Aussagen der Behörden deutlich widerspricht, wie unter anderem der "Daily Beast" berichtet.
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Kristi Noems "versuchter Mord" entpuppt sich als Lügengebäude
Die damalige Heimatschutzministerin Kristi Noem hatte den Einsatz als "versuchten Mord an Bundesbeamten" beschrieben. Drei Personen hätten einen Agenten mit Schneeschaufeln und Besenstielen attackiert, woraufhin dieser einen "Verteidigungsschuss" abgegeben habe. Doch genau diese Darstellung gerät nun ins Wanken.
ICE-Skandal in den USA: Video entlarvt Lügen von Ex-Trump-Ministerin
Die etwa neunminütige Aufnahme dokumentiert eine andere Abfolge der Ereignisse: Der 24-jährige Julio Cesar Sosa-Celis ist zunächst mit einer Schneeschaufel zu sehen – doch entscheidend ist, was danach passiert. Als sein Cousin Alfredo A. Aljorna von einem ICE-Agenten zu Boden gebracht wird, eilt Sosa-Celis hinzu. Dabei fällt die Schaufel zu Boden. Das Video zeigt eindeutig: Sie wird zu keinem Zeitpunkt als Waffe eingesetzt.
Es kommt zu einem kurzen Gerangel von rund zwölf Sekunden. Anschließend versuchen beide Männer, sich in ein Haus zurückzuziehen. In diesem Moment fällt der Schuss – Sosa-Celis wird am Oberschenkel getroffen. Er überlebt.
Schwere Vorwürfe gegen Behörden und Trump-Regierung
Besonders brisant: Die zuständigen Bundesbehörden sollen das Video bereits kurz nach dem Vorfall erhalten haben. Dennoch wurde es offenbar nicht frühzeitig in die Ermittlungen einbezogen. Minneapolis' Bürgermeister Jacob Frey äußerte scharfe Kritik: "Minimale Sorgfaltspflicht hätte gezeigt, dass die Agenten gelogen haben."
Das Video mache "kristallklar", dass die Darstellung der Bundesregierung nicht den Tatsachen entspreche. Auch Polizeichef Brian O'Hara widersprach der ursprünglichen Version deutlich:
"Es gibt dort eine Schneeschaufel, aber es sieht nicht so aus, als würde sie jemals als Waffe benutzt." Und weiter: "Es klingt so, als wäre eine unbewaffnete Person erschossen worden, während sie weglief."
Anklage fallen gelassen – Ermittlungen gegen Beamte
Die juristischen Konsequenzen folgten bereits: Das US-Justizministerium ließ die Anklagen gegen die beiden Männer im Februar fallen. Zwei beteiligte ICE-Agenten wurden in den Verwaltungsurlaub versetzt. Der amtierende ICE-Direktor Todd Lyons erklärte dazu: "Videobeweise offenbarten, dass die vereidigten Aussagen zweier Beamter offenbar unwahre Angaben enthielten." Den Beamten drohen nun disziplinarische Maßnahmen bis hin zur Kündigung sowie mögliche strafrechtliche Konsequenzen.
Politische Folgen: Druck auf US-Regierung wächst
Der Fall entwickelt sich zunehmend zu einer politischen Belastung. Die damalige Ministerin Kristi Noem, die den Vorfall öffentlich als "Hinterhalt" bezeichnet hatte, geriet bereits zuvor unter Druck. Offiziell wurde sie im vergangenen Monat entlassen – unter anderem wegen wachsender Kritik an ihrer Amtsführung. Das neue Video wirft nun erneut ein schlechtes Licht auf Noem. Und dabei hat die ehemalige Trump-Ministerin derzeit schon genug Probleme.
Trump-Vertraute Kristi Noem untergetaucht nach Skandalen
Auffällig: Beim traditionellen Ostereierrollen im Weißen Haus fehlte am Montag ein prominentes Gesicht: Kristi Noem, die ehemalige Heimatschutzministerin, war nirgends zu sehen. Während zahlreiche Trump-Vertraute auf dem Südrasen des Weißen Hauses erschienen – darunter Jeanine Pirro, Stephen Miller und UN-Botschafter Mike Waltz – blieb die 54-Jährige der Veranstaltung fern.
Die Abwesenheit der früheren Gouverneurin von South Dakota ist kein Zufall. Seit den Skandal-Berichten über ihren Ehemann Bryon meidet Noem konsequent öffentliche Auftritte. Ihr aktueller Aufenthaltsort ist laut "The Daily Beast" unbekannt.
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