Donald Trump außer Kontrolle?: Oster-Eklat im Weißen Haus - Tiefpunkt mit obszöner Drohung erreicht
Donald Trump sorgt mit einer Iran-Drohung an Ostern für Empörung. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
Erstellt von Anika Bube
06.04.2026 09.20
- Donald Trump eskaliert an Ostern: Der US-Präsident droht dem Iran offen mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken
- Demokraten sprechen von möglichem Machtmissbrauch
- Ölpreise steigen, Märkte reagieren nervös, der Konflikt droht weiter zu eskalieren
Während viele Amerikaner am Ostersonntag in die Kirche gingen oder mit ihren Familien feierten, setzte Donald Trump auf maximale Eskalation. Der 79-Jährige veröffentlichte auf Truth Social einen Beitrag, der selbst für seine Verhältnisse wie ein politischer Flächenbrand wirkte. Darin kündigte er an, der kommende Dienstag werde im Iran zum "Tag der Kraftwerke und Brücken". Gemeint war eine direkte Drohung gegen zentrale Infrastruktur des Landes. "Öffnet die verdammte Straße, ihr verrückten Bastarde, oder ihr werdet in der Hölle leben - WARTET NUR AB! Gelobt sei Allah", schrieb der US-Präsident wörtlich. Mit der Forderung bezog sich Trump auf die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den globalen Öl- und Energietransport. Der Ton: aggressiv, vulgär und bewusst provokant. Der Zeitpunkt: ausgerechnet am höchsten christlichen Feiertag. Genau diese Mischung ließ die Stimmung in den USA und international sofort kippen.
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Die Straße von Hormus ist kein Randthema, sondern einer der empfindlichsten geopolitischen Nervenpunkte der Welt. Ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels läuft durch diese Meerenge. Dass Trump genau hier mit maximaler Härte Druck aufbauen will, macht seine Worte besonders explosiv. Reuters berichtet, dass Trump Iran ein Ultimatum gesetzt habe und im selben Atemzug weitere Zerstörung andeutete, falls die Passage nicht wieder geöffnet werde. Brisant ist aber nicht nur, was Trump sagte, sondern wie er es sagte. Denn für viele Beobachter klang der Post nicht wie diplomatischer Druck, sondern wie ein öffentlicher Wutausbruch mit militärischem Unterton. Die Kombination aus Schimpfwörtern, Gewalt-Rhetorik und religiöser Spitze machte den Beitrag politisch hochgiftig.
"Gefährlich", "instabil", "peinlich": Demokraten attackieren Trump
Die Reaktionen aus dem demokratischen Lager fielen entsprechend vernichtend aus. Senatsminderheitsführer Chuck Schumer warf Trump vor, "wie ein enthemmter Verrückter in sozialen Medien zu toben", während Familien Ostern feierten. Senator Bernie Sanders bezeichnete die Nachricht als Tirade eines "gefährlichen und geistig instabilen Individuums". Auch Tim Kaine, Patty Murray und Chris Murphy legten nach und warnten vor den politischen und rechtlichen Folgen. Diese Reaktionen wurden in mehreren Berichten zusammengetragen. Besonders heikel: Mehrere Stimmen brachten sogar den 25. Verfassungszusatz ins Spiel – also jenes Instrument, mit dem ein US-Präsident durch sein Kabinett für amtsunfähig erklärt werden könnte. Allein dass diese Debatte wieder aufflammt, zeigt, wie sehr Trumps Ausbruch selbst in Washington als Grenzüberschreitung wahrgenommen wird.
Republikaner gespalten: Rückendeckung und plötzlich offene Distanz
Auch im republikanischen Lager zeigte sich schnell: Nicht alle wollen diese Eskalation mittragen. Trump-Unterstützer wie Lindsey Graham stellten sich demonstrativ hinter den US-Präsidenten. Der Kurs sei ernst gemeint, das Ultimatum an den Iran kein Bluff. Rechte Hardliner feierten die Botschaft sogar offen als Stärke-Signal. Solche Reaktionen wurden in konservativen und medienkritischen Berichten breit aufgegriffen. Doch dann kam ein Satz, mit dem viele in Trumps Lager wohl nicht gerechnet hatten. Die frühere Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene, lange als enge Verbündete des Präsidenten bekannt, soll sich öffentlich distanziert haben. Dass ausgerechnet aus diesem Lager Kritik kommt, ist politisch bemerkenswert und ein Warnsignal dafür, dass selbst treue Unterstützer nicht mehr jeden Ausbruch mittragen wollen.
Ölpreise steigen, Börsen zittern: Märkte reagieren sofort auf Trump-Ausbruch
Trumps Drohung blieb nicht nur politisch folgenreich. Sie traf auch die Märkte. Berichten zufolge stiegen die Ölpreise nach dem Posting deutlich an. Genannt wurden unter anderem ein Anstieg bei Brent-Rohöl auf 110,60 Dollar und bei US-Rohöl auf 113,60 Dollar – Werte, die als Mehrjahreshochs beschrieben wurden. Auch die US-Futures reagierten nervös. Reuters berichtet ebenfalls über die starke Nervosität an den Energiemärkten und verweist auf deutlich gestiegene US-Benzinpreise. Für Trump ist das doppelt unangenehm. Denn eigentlich wollte er Härte demonstrieren und Kontrolle ausstrahlen. Stattdessen verstärkte sein Posting genau das, was das Weiße Haus in Krisenzeiten am wenigsten gebrauchen kann: Unsicherheit.
Besonders pikant: Noch kurz zuvor hatte Trump sinngemäß erklärt, die USA seien auf diese Route gar nicht angewiesen. Jetzt steht ausgerechnet diese Passage im Zentrum seiner öffentlichen Drohkulisse. Mehrere Berichte weisen auf diese widersprüchliche Kommunikation hin.
Trump zu Ostern unter Druck
Was als Social-Media-Ausbruch begann, ist längst zu einer handfesten politischen Krise geworden. Trump hat mit wenigen Zeilen nicht nur den Iran weiter provoziert, sondern auch im eigenen Land neue Zweifel an seinem Krisenmanagement geschürt. Dass er das alles ausgerechnet am Ostersonntag tat, verschärfte den Effekt zusätzlich – gerade bei einem Präsidenten, der seine religiös-konservative Basis sonst so gezielt anspricht. Für viele Beobachter ist deshalb nicht mehr nur die Frage, was Trump als Nächstes tut. Sondern auch, wie weit er rhetorisch und politisch noch zu gehen bereit ist.
Trump wollte Stärke zeigen und löste den nächsten Schock aus
Obszöne Drohung, explosive Symbolik, internationale Folgen: Donald Trump hat mit seinem Oster-Post gegen den Iran einen neuen Tiefpunkt in seiner Eskalationsrhetorik gesetzt. Was als markige Machtdemonstration gedacht gewesen sein dürfte, wurde innerhalb weniger Stunden zu einem politischen Beben – mit Kritik aus Washington, Unruhe an den Märkten und neuen Sorgen vor einer noch gefährlicheren Eskalation im Nahen Osten.
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