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Erst Kirsti Noem, jetzt Pam Bondi: Wen hat Donald Trump als nächstes auf der Abschussliste?

Donald Trump lässt Köpfe rollen: Justizministerin Pam Bondi (li.) wurde ebenso gefeuert wie Heimatschutzministerin Kristi Noem (re.). Bild: picture alliance/dpa/AP | Evan Vucci

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  • Donald Trump lässt Köpfe rollen - Pam Bondi als Justizministerin gefeuert
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US-Präsident Donald Trump krempelt sein Kabinett um: Am 2. April wurde publik, dass Justizministerin Pam Bondi ihren Job los ist. Bondis Entlassung ist der zweite Abgang innerhalb von weniger als einem Monat in Trumps Regierungszirkel. Anfang März hatte Trump bereits Heimatschutzministerin Kristi Noem vor die Tür gesetzt.

Donald Trump lässt Köpfe rollen: Pam Bondi ist ihren Job als Justizministerin los

Auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete Trump Bondi als "große amerikanische Patriotin und loyale Freundin", die ihm im vergangenen Jahr treu gedient habe. Sie werde nun in den Privatsektor wechseln.Hinter den Kulissen sah die Lage jedoch dem Vernehmen nach ganz anders aus. Laut"CNN" war Trump "zunehmend ungeduldig" mit dem Tempo der Ermittlungen gegen politische Gegner wie den ehemaligen FBI-Direktor James Comey, New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James und den demokratischen Senator Adam Schiff. In einem Social-Media-Beitrag im September hatte Trump Bondi direkt unter Druck gesetzt: "Wir können nicht länger verzögern, es zerstört unseren Ruf und unsere Glaubwürdigkeit. GERECHTIGKEIT MUSS JETZT GESCHEHEN!!!"

Gerüchte aus dem Weißen Haus: Donald Trump hat weitere Kabinettsmitglieder auf der Abschussliste

Pam Bondi dürfte nicht die letzte Entlassung bleiben. Laut "Politico" ist Donald Trump auch mit der Arbeit von Handelsminister Howard Lutnick und Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer unzufrieden. "Er ist sehr wütend und wird Leute versetzen", sagte ein Regierungsbeamter dem Portal. Lutnick befinde sich auf "dünnem Eis", berichteten Quellen. Seine Entlassung würde den Amerikanern signalisieren, dass Trump an der Wirtschaft arbeite. Allerdings widersprach eine andere Quelle dieser Darstellung vehement. Chavez-DeRemer steht wegen einer Untersuchung aus dem Jahr 2025 unter Druck. Ihr wird eine unangemessene Beziehung zu einem Mitarbeiter vorgeworfen. Zudem soll sie laut "New York Post" und "Politico" ihre Pflichten vernachlässigt und in ihrem Büro Alkohol getrunken haben. Auch FBI-Direktor Kash Patel und Armeesekretär Dan Driscoll könnten bald gehen müssen, berichtete "The Atlantic".

Trumps Kriegsminister Hegseth räumt im Pentagon auf

Verteidigungsminister Pete Hegseth setzte Anfang April seine Säuberungswelle in der Armeeführung ebenfalls fort. Der ranghöchste uniformierte Offizier der US-Armee, General Randy George, wurde entlassen und in den sofortigen Ruhestand versetzt. Ein Pentagon-Sprecher erklärte: "Wir sind dankbar für seinen Dienst, aber es war Zeit für einen Führungswechsel in der Armee." Im gleichen Atemzug folgten weitere Entlassungen. Das Pentagon bestätigte gegenüber "Daily Mail", dass auch General David Hodne, Leiter des Army Transformation and Training Command, sowie Militärseelsorge-Chef Generalmajor William Green Jr. gehen mussten.

Zwischen Hegseth und Armeesekretär Driscoll herrscht offenbar Eiszeit. Laut "Washington Post" werde Hegseth ihm "das Leben zur Hölle machen", da er ihn nicht direkt entlassen könne. Insgesamt hat Hegseth bereits mehr als ein Dutzend hochrangige Offiziere aus ihren Positionen entfernt.

Die Wetten laufen schon: Für diese Kabinettsmitglieder sieht die Zukunft düster aus

Prognosemärkte preisen bereits weitere Abgänge ein. Auf der Plattform Kalshi liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Geheimdienstdirektorin Tulsi Gabbard bis Jahresende im Amt bleibt, bei 78 Prozent. Verteidigungsminister Pete Hegseth und FBI-Direktor Kash Patel kommen jeweils nur auf 71 Prozent. Arbeitsministerin Chavez-DeRemer schneidet mit 76 Prozent am schlechtesten unter den angeschlagenen Kabinettsmitgliedern ab.

Gabbard steht besonders im Fokus. Laut "The Guardian" hat Trump in den vergangenen Wochen Kabinettsmitglieder gefragt, ob er sie ersetzen solle. Der Präsident sei verärgert, dass sie sich weigerte, Joe Kent zu verurteilen – einen ehemaligen Stellvertreter, der nach Äußerungen über Iran zurückgetreten war. Bei Patel sorgte diese Woche zusätzlich ein Hackerangriff für Aufsehen. Eine iranisch unterstützte Gruppe veröffentlichte zehn Jahre seiner persönlichen E-Mails.

Weißes Haus verteidigt angeschlagene Kabinettsmitglieder gegen Kündigungsgerüchte

Trotz der Berichte über bevorstehende Entlassungen stellte sich das Weiße Haus hinter die unter Druck stehenden Regierungsmitglieder. "Präsident Trump hat das talentierteste Kabinett und Team in der amerikanischen Geschichte", erklärte ein Sprecher gegenüber "Daily Mail".

Patel, Chavez-DeRemer und Driscoll wurden ausdrücklich als "Patrioten" bezeichnet, die "unermüdlich die Agenda des Präsidenten umsetzen und enorme Ergebnisse für das amerikanische Volk erzielen". Auch Lutnick und Chavez-DeRemer würden "großartige Arbeit für amerikanische Arbeiter leisten" und hätten weiterhin Trumps volle Unterstützung.

Der Präsident steht unter Zeitdruck. Ab nächstem Jahr könnten die Demokraten die Kontrolle über den Kongress übernehmen. Das würde die Bestätigung neuer Kabinettsmitglieder erheblich erschweren. Bis dahin muss Trump entscheiden, welche Personalwechsel er noch durchsetzen will.

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