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Donald Trump: "In die Steinzeit zurückbomben" - Trump eskaliert vor laufender Kamera

Donald Trump hat den Iran unmissverständlich gewarnt. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon

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  • Donald Trump wütet gegen den Iran: "In die Steinzeit bomben"
  • Donald Trump tönt: Iran erleidet "verheerende Verluste"
  • Benzinpreise werden für Donald Trump zum Problem
  • Trump ignoriert die Nato in Rede komplett

Nach einem Monat militärischer Auseinandersetzung mit dem Iran hat sich Donald Trump in einer knapp 20-minütigen Fernsehansprache zur besten Sendezeit an die amerikanische Bevölkerung gewandt. Der US-Präsident kündigte an, dass die Vereinigten Staaten ihre militärischen Zielsetzungen zeitnah vollständig umsetzen werden.

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Donald Trump wütet gegen den Iran: "In die Steinzeit bomben"

Gleichzeitig stellte Trump in Aussicht, dass die Kampfhandlungen in einem Zeitraum von zwei bis drei Wochen beendet sein könnten. Bis dahin drohte er jedoch mit einer massiven Intensivierung der Angriffe. "Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen. Wir werden sie zurück in die Steinzeit bomben, wo sie hingehören", sagte der Präsident.

  • Für den Fall, dass keine Übereinkunft mit Teheran erzielt werden kann, bekräftigte Trump seine bereits früher geäußerte Warnung vor Attacken auf iranische Kraftwerke. Auch Ölfelder nannte er als mögliche Ziele.

Donald Trump tönt: Iran erleidet "verheerende Verluste"

In seiner Ansprache lobte Trump die bisherigen Erfolge der amerikanischen Streitkräfte in überschwänglichen Worten. Er erklärte, die iranische Marine sei vernichtet worden und die Luftwaffe des Landes liege in Trümmern. Zudem seien große Teile der iranischen Führung getötet worden, wodurch das Land militärisch und politisch erheblich geschwächt sei. Der Präsident behauptete, noch niemals zuvor habe ein Gegner in derart kurzer Zeit so verheerende Verluste erlitten. Selbstbewusst betonte er:

  • "Wir haben alle Karten – sie haben keine!"

Das zentrale Kriegsziel formulierte Trump klar: Er werde niemals zulassen, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelange. Bezüglich der 440 Kilogramm waffenfähigen Urans äußerte er sich vage. Die Vereinigten Staaten hätten diese Bestände unter Beobachtung, und falls sich etwas bewege, würden sie zuschlagen. Als Begründung für den Militäreinsatz bezeichnete Trump den Iran als den weltweit größten staatlichen Unterstützer von Terrorismus.

Benzinpreise werden für Donald Trump zum Problem

Während die militärischen Auseinandersetzungen für die meisten Amerikaner geografisch weit entfernt sind, bekommen sie die Auswirkungen an den Tankstellen deutlich zu spüren. Innerhalb eines Monats ist der Preis für eine Gallone Benzin von knapp unter 3 Dollar auf über 4 Dollar gestiegen, wie der amerikanische Automobilverband AAA mitteilte.

Die drastische Preissteigerung entwickelt sich für Trump und seine republikanische Partei zu einem erheblichen politischen Problem. Besonders brisant ist der Zeitpunkt: Im November stehen wichtige Zwischenwahlen zum US-Kongress an. Der Präsident versuchte in seiner Ansprache zu beschwichtigen, indem er betonte, dass die gestiegenen Kosten nach Beendigung der Kampfhandlungen wieder sinken würden.

Trump verwies darauf, dass die Vereinigten Staaten praktisch kein Öl aus den Golfstaaten beziehen würden. Dennoch treffen steigende Weltmarktpreise alle Verbraucher gleichermaßen. Der Präsident forderte betroffene Länder auf, amerikanisches Öl zu kaufen: "Wir haben reichlich. Wir haben so viel."

Trump ignoriert die Nato in Rede komplett

Besonders auffällig war, was Trump in seiner Ansprache nicht erwähnte: die Nato. Obwohl der Präsident in den vergangenen Wochen nahezu täglich die europäischen Bündnispartner scharf angegriffen hatte, fiel das Militärbündnis in seiner Rede kein einziges Mal.Stattdessen konzentrierte er sich auf patriotische Rhetorik und bezeichnete den Militäreinsatz als "Investition in die Zukunft unserer Kinder und Enkel".

  • Zuvor hatte Trump die Verbündeten immer wieder dafür kritisiert, dass sie seinen Forderungen nach Unterstützung bei der Sicherung der Straße von Hormus nicht nachkamen.
  • Er hatte sie sogar als "Feiglinge" bezeichnet und damit gedroht, sich dies zu merken.
  • Berichten zufolge erwägt er wegen der mangelnden Unterstützung sogar einen Austritt aus dem Bündnis.
  • Die europäischen Partner hatten sich einhellig vom amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran distanziert. 

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/news.de/dpa

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