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Karoline Leavitt eiskalt entfernt: Weißes Haus greift durch - Trump-Pressesprecherin nach Foto-Wirbel eliminiert

Karoline Leavitt, Pressesprecherin des Weißen Hauses. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon

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  • Weißes Haus lässt unvorteilhaftes Foto von Karoline Leavitt entfernen
  • Trump-Pressesprecherin knallhart ausgelöscht
  • Bild zeigte Leavitt mit ihrem kleinen Sohn und einem Truthahn beim Thanksgiving-Briefing
  • Kritiker sehen darin einen indirekten Zensurversuch durch Weißes Haus

Die Nachrichtenagentur AFP hat ein Foto von Donald Trumps Pressesprecherin Karoline Leavitt gelöscht, nachdem das Weiße Haus seine Missbilligung signalisiert hatte, wie etwa der "Daily Beast" berichtet. Das Bild entstand während eines Thanksgiving-Briefings im November, bei dem Leavitt ihren kleinen Sohn auf dem Arm hielt und beide auf den Truthahn "Waddle" blickten.

Weitere Nachrichten über die US-Politik und Donald Trump finden Sie am Ende des Artikels.

Wirbel um Trump-Sprecherin Karoline Leavitt: Unvorteilhaftes Thanksgiving-Foto erzürnt das Weiße Haus

Fotograf Andrew Caballero-Reynolds hatte den Moment eingefangen. Der gewählte Kamerawinkel wirkte offenbar wenig schmeichelhaft – zum Ärger des Weißen Hauses. Nach der Löschung bei AFP verschwand das Bild auch automatisch aus der Datenbank von Getty Images.

AFP beruft sich auf Qualitätsstandards

Grégoire Lemarchand, Kommunikationsdirektor der AFP, bestätigte "Daily Beast" zufolge gegenüber dem Newsletter "Status", dass die Agentur von der Missbilligung des Weißen Hauses "in Kenntnis gesetzt" wurde. Die Entscheidung zur Löschung sei jedoch "eine interne redaktionelle" gewesen, basierend auf üblichen Qualitätskriterien. Der Winkel sei schlecht gewesen, zudem hätten bessere Aufnahmen desselben Events vorgelegen.

Kritiker sehen politischen Druck durch das Weiße Haus

Kritiker sehen das differenzierter. "Das Weiße Haus muss keine formelle Forderung zur Entfernung eines Fotos stellen", kommentierte "Status"-Autor Oliver Darcy. Es genüge bereits, deutlich zu machen, dass die Pressestelle der Regierung unzufrieden sei.

Damit wird klar: Auch indirekter Druck kann Einfluss auf die Berichterstattung haben – selbst bei einer globalen Nachrichtenagentur wie AFP.

Zu viel für das Weiße Haus? Foto zeigteKaroline Leavitt ungewöhnlich menschlich

Das umstrittene Thanksgiving-Foto zeigt Karoline Leavitt in einer ungewöhnlich menschlichen Szene, fernab politischer Inszenierung. Doch gerade diese Natürlichkeit könnte der Grund gewesen sein, warum das Weiße Haus die Aufnahme als problematisch empfand.

Trump Kriegsminister Hegseth verbannt Fotografen aus dem Pentagon

Der Vorfall reiht sich in ein Muster ein. Erst kürzlich verwehrte Verteidigungsminister Pete Hegseth Fotografen den Zutritt zu einem Pentagon-Briefing. Auch er hatte sich zuvor über wenig schmeichelhafte Aufnahmen seiner Person geärgert. "Ich wurde zusammen mit Printfotografen daran gehindert, das heutige Pentagon-Briefing zu begleiten. Alle anderen Medienvertreter durften hinein", schrieb Journalistin Nancy Youssef von "The Atlantic" auf X.

Pentagon-Pressesprecher Kingsley Wilson rechtfertigte die Maßnahme mit Platzgründen und verwies darauf, dass Fotos der Briefings ohnehin online veröffentlicht würden.

Verhältnis zwischen Trump-Administration und den Medien zunehmend angespannt

Die Vorfälle verdeutlichen das zunehmend gespannte Verhältnis zwischen der Trump-Administration und den Medien – insbesondere Pressefotografen geraten dabei ins Visier. Dass das Weiße Haus auf Anfragen von "Status" zu dem Vorfall nicht reagierte, passt ins Bild.

Ironischerweise hat die Löschung dem Foto womöglich mehr Aufmerksamkeit beschert als ursprünglich vorhanden. Während die Aufnahme bei AFP und Getty nicht mehr käuflich zu erwerben ist, bleibt sie weiterhin im Netz auffindbar: Die deutschsprachige Schweizer Zeitung "Tages-Anzeiger" zeigt das Bild nach wie vor in einem Artikel vom November.

Auch diese Nachrichten rund um Donald Trump und die US-Politik sind einen Blick wert:

/loc/news.de/stg

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