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Wladimir Solowjow: "Eure Zeit ist um" - Putin-Sprachrohr nennt konkrete Ziele für Raketenschläge

Wladimir Solowjow hat eine neue Angriffsdrohung ausgesprochen. Bild: picture alliance / dpa | Alexander Shcherbak/Tass/Host Ph

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  • Wladimir Solowjow eskaliert im Staatsfernsehen
  • "Eure Zeit ist um": Kreml-Propagandist nennt konkrete Angriffsziele
  • Wladimir Solowjow: Putins treues Sprachrohr im Staatsfernsehen
  • Britische Spezialeinheiten erhalten grünes Licht

Moskaus TV-Scharfmacher Wladimir Solowjow droht mit der Versenkung britischer Kriegsschiffe, nachdem London angekündigt hatte, Schiffe der russischen Schattenflotte aufzubringen und festzusetzen. Die geplanten britischen Maßnahmen bezeichnete er als Seeräuberei.

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Wladimir Solowjow eskaliert im Staatsfernsehen

Wladimir Solowjow, Putins Fernsehpropagandist an vorderster Front, erklärte in seiner TV-Sendung im russischen Staatsfernsehen, Russland müsse die Verantwortung im Kampf gegen "Piraterie" übernehmen. Videos beim Kurznachrichtendienst X und beim Video-Portal "YouTube" belegen die Äußerungen.

  • "Wir müssen sie warnen, dass wir sie mit allen möglichen Mitteln zerstören werden, nicht durch den Einsatz unserer Schiffe in dem Gebiet", sagte er.
  • Flugzeuge und Raketen könnten zum Einsatz kommen.
  • Solowjow betonte, man sei verpflichtet, die weltweite Piraterie zu bekämpfen.

"Eure Zeit ist um": Kreml-Propagandist nennt konkrete Angriffsziele

Der Kreml-Propagandist verhöhnte die geschrumpfte Präsenz der Royal Navy auf den Weltmeeren. Er verwies spöttisch auf einen derzeit vor Zypern patrouillierenden Zerstörer sowie auf einen der beiden britischen Flugzeugträger. Mit sarkastischem Unterton wollte Solowjow von seinen Zuschauern wissen:

  • "Ich frage mich, wie viele werden sie noch übrig haben, nachdem wir die ersten beiden britischen Schiffe versenkt haben?"

Der russische Historiker Andrej Sidorow nannte daraufhin konkrete Schiffsnamen:

  • "Zuerst die Dragon, dann die Prince of Wales, und das war's."

Solowjow schloss seine Drohung mit den Worten:

  • "Genau darum geht es, nicht viele, richtig? Großbritannien beherrscht die Meere nicht mehr. Entspannt euch, eure Zeit ist um."

Wladimir Solowjow: Putins treues Sprachrohr im Staatsfernsehen

Wladimir Solowjow zählt zu den einflussreichsten Stimmen der russischen Staatspropaganda. Seit 2012 führt er durch die Sendung "Abend mit Wladimir Solowjow" auf dem Kanal Rossija-1 und hat sich dabei als Verfechter der Putin-Regierung etabliert. Für seine regierungsfreundliche Arbeit wurde er mit mehreren offiziellen Ehrungen ausgezeichnet.

Gemeinsam mit Persönlichkeiten wie Olga Skabejewa, Olesja Losewa und Margarita Simonjan formt er maßgeblich die staatlich kontrollierte Medienkultur Russlands. Sein Format fungiert als zentrale Bühne zur Verbreitung der Moskauer Regierungslinie.

Besonders nach Kriegsbeginn in der Ukraine verschärfte Solowjow seinen Ton gegenüber dem Westen massiv. Städte wie Berlin, London und Paris greift er in seinen Sendungen wiederholt scharf an. Der Moderator forderte sogar mehrfach öffentlich, der Kremlchef solle militärische Einheiten in diese europäischen Metropolen schicken.

Großbritannien bereitet offenbar Einsätze gegen russische Tanker vor

Zum Hintergrund: Briten-Premierminister Sir Keir Starmer erteilte britischen Eliteeinheiten zuletzt die Erlaubnis, Schiffe aus Russlands Schattenflotte abzufangen und festzuhalten. Diese Tanker werden regelmäßig genutzt, um Erdöl unter Umgehung internationaler Sanktionen durch den Ärmelkanal zu transportieren. Die Maßnahme zielt darauf ab, Putins Finanzierung seines Krieges zu untergraben. Moskau reagierte empört auf diese Ankündigung.

Nach Starmers Warnung haben mehrere Schiffe der russischen Schattenflotte ihre Route geändert, wie der britische "Daily Star" schreibt. Sie meiden nun den Ärmelkanal und navigieren stattdessen durch Gewässer, die unter irischer Kontrolle stehen. Diese Ausweichmanöver sollen die Konfrontation mit britischen Spezialeinheiten vermeiden.

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