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Wladimir Putin: Wirbel um Putsch-Vorbereitungen - Kremlchef verliert laut Bericht Vertrauen

Wladimir Putin führt seit über vier Jahren Krieg gegen die Ukraine. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin | Pelagiya Tikhonova

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  • Wladimir Putin verliert angeblich das Vertrauen der Eliten
  • Massiver Putin-Rückschlag: Ölhafen brennt erneut nach tagelangen Angriffen
  • Putin-Propagandisten machen ihren Ärger öffentlich
  • Putin-Elite sehnt sich nach dem Ende des Ukraine-Krieges
  • Putin-Auftritte um ein Viertel reduziert - Wirbel um angeblichen Sturz

Wladimir Putin sieht sich mit einem noch nie dagewesenen Aufstand seiner treuesten Unterstützer konfrontiert. Eine Welle des Defaitismus hat die eifrigsten Befürworter des Ukraine-Kriegs erfasst, während gleichzeitig die Angst vor einem möglichen Putsch wächst. Das berichtet aktuell das britische Boulevard-Portal "Express.co.uk".

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Wladimir Putin verliert angeblich das Vertrauen der Eliten

Die russische Elite scheint den Glauben an den 73-jährigen Kremlchef zu verlieren. Wut und Frustration über das Versagen Russlands, im Krieg gegen die Ukraine die Oberhand zu gewinnen, brechen sich Bahn. Beobachter sprechen dem Bericht zufolge von einer Kombination aus militärischen Rückschlägen und wachsender öffentlicher Unzufriedenheit.

Der Stimmungsumschwung folgt auf verheerende ukrainische Angriffe, die Russlands Kriegsmaschinerie schwer getroffen haben. Militärische Fortschritte an der Front sind praktisch zum Erliegen gekommen, während die russischen Streitkräfte katastrophale Verluste erleiden. Politische Analysten warnen davor, dass sich innerhalb der russischen Führungsschicht tiefe Risse auftun könnten, schreibt "Express.co.uk".

Massiver Putin-Rückschlag: Ölhafen brennt erneut nach tagelangen Angriffen

Ukrainische Drohnen- und Raketenattacken haben die russische Kriegswirtschaft massiv geschwächt. Die Angriffe legten zentrale Ölexporte lahm und fügten wichtigen Rüstungsbetrieben schwere Schäden zu. Russlands führender Ölexporthafen Ust-Luga am Finnischen Meerbusen steht in Flammen.

Dazu kommt: Woche für Woche verliert Russland Analysen zufolge mindestens 8.000 Soldaten. Diese katastrophalen Verluste belasten die Kampfkraft der Streitkräfte erheblich. Die ukrainischen Schläge gegen Infrastruktur und Industrie treffen das russische Militär dort, wo es am verwundbarsten ist - in der logistischen Versorgung und der Waffenproduktion.

Putin-Propagandisten machen ihren Ärger öffentlich

Der Staatspropagandist und Kriegskommentator Alexander Sladkow brach offen mit der üblichen Kreml-Linie. Nach den tagelangen Angriffen auf den Ölhafen wetterte er los. Die sonst streng kontrollierten Grenzen der Kritik am Kreml scheinen gefallen zu sein.

  • "Hinter den Kulissen wird viel über unseren möglicherweise schlauen Plan gesprochen", erklärte er sarkastisch. "Aber einige zweifeln daran: Was für ein schlauer Plan ist das, bei dem unsere Unternehmen wie Fliegen mit einer Fliegenklatsche erschlagen werden?"

Juri Podoljaka, der größte prorussische Kriegs-Blogger auf Telegram, griff das Putin-Regime wegen militärischer Unfähigkeit an.

  • "Ich glaube nicht, dass wir in den nächsten Monaten das Blatt wenden können", warnte er. Noch bemerkenswerter: Er lobte die ukrainischen Gegner offen. "Unser Feind ist sehr, sehr ernst und lernt übrigens sehr schnell, viel schneller als wir."

Putin-Elite sehnt sich nach dem Ende des Ukraine-Krieges

Putin-Aktivist Maxim Kalaschnikow äußerte sich schonungslos über den Vertrauensverlust in der russischen Führungsschicht.

  • "Jetzt betrachtet unsere herrschende Klasse die derzeitige Führung als toxische Figur - nicht einmal als Vorteil, sondern als Belastung", erklärte er.
  • Die Elite sehne sich nach dem Ende des Krieges und der Rückkehr zur alten Ordnung, als man frei in den Westen reisen, Rohstoffe verkaufen und den europäischen Markt zurückgewinnen konnte.

Putin-Ideologe Alexander Dugin besuchte laut "Express"-Bericht Soldaten an der Front und fand sie in einem Zustand "rasender Wut kombiniert mit Verzweiflung".

  • Er gestand: "Ich hatte nicht erwartet, dass alles so hart und ernst ist."

Ein Kriegskorrespondent von Putins Lieblingszeitung "Komsomolskaja Prawda" räumte das Versagen der russischen Armee ein.

  • "Der Krieg muss gewonnen oder beendet werden, um Leben zu retten", forderte er. In den vergangenen vier Jahren habe Russland nicht gewinnen können oder wollen, deshalb müsse verhandelt werden. "Es ist unmöglich, endlos Krieg zu führen. Unsere Männer an der Front sind heldenhaft. Aber sie sind Menschen und brauchen Ruhe."

Putin-Auftritte um ein Viertel reduziert - Wirbel um angeblichen Sturz

Derweil hat Wladimir Putin seine öffentlichen Auftritte in den vergangenen drei Monaten um 24 Prozent zurückgefahren, wird berichtet. Gleichzeitig verzeichnet er dem "Express"-Bericht zufolge die niedrigsten Zustimmungswerte seit Kriegsbeginn, während der Unmut in der russischen Bevölkerung gefährliche Ausmaße annimmt.

  • Politikanalystin Farida Rustamowa warnte vor den Folgen dieser Entwicklung: Die Abwesenheit des russischen Präsidenten sei besonders bedeutsam angesichts der ungewöhnlichen Welle öffentlicher Unzufriedenheit.
  • Kommentator Jewgeni Andruschenko sieht in der Telegram-Sperrung und der bewussten Schaffung von Gründen für öffentliche Unzufriedenheit Anzeichen für einen bevorstehenden Staatsstreich. Die Ereignisse erinnerten an Vorbereitungen für einen Umsturz oder eine Revolution.
  • Soziologe Igor Eidman sprach von einer Verschwörung innerhalb der Elite, die Putins Ablehnung von Trumps Friedensangebot ablehne. Insider bereiteten sich darauf vor, Putin loszuwerden, behauptete er.

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