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Alexander Lukaschenko: "Falls Feinde auftauchen" - Putin-Kumpel irritiert mit Geschenk für Nordkorea-Kim

Alexander Lukaschenko (rechts) brachte Kim Jong-un ein ganz besonderes Geschenk mit. Bild: picture alliance/dpa/Belarus' Presidential Press Service/AP | Uncredited

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  • Alexander Lukaschenko: Putin-Kumpel bringt Nordkorea-Kim ein Gewehr mit
  • Was sich Lukaschenko und Kim Jong-un noch schenkten
  • "Fundamentales Dokument": Neues Nordkorea-Bündnis mit unklarem Inhalt
  • Blumen im Auftrag des Kreml: Putin-Grüße aus Pjöngjang
  • Belarus komplettiert die autoritäre Achse

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat seinem nordkoreanischen Amtskollegen Kim Jong-un bei einem zweitägigen Staatsbesuch ein äußerst ungewöhnliches Geschenk überreicht: ein Gewehr. Die Begründung für die Waffengabe fiel ebenso bizarr wie düster aus. "Falls Feinde auftauchen", erklärte Lukaschenko die Präsentauswahl.

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Alexander Lukaschenko: Putin-Kumpel bringt Nordkorea-Kim ein Gewehr mit

Der nordkoreanische Diktator zeigte sich von dem Präsent sichtlich angetan. Vor laufenden Kameras nahm Kim laut "Bild" die Waffe in die Hand, lud sie durch und demonstrierte seinen Umgang damit. Lukaschenko kommentierte die Szene mit den Worten:

  • "Mit Waffen kann Kim Jong-un umgehen."

Der Besuch in Pjöngjang markiert eine weitere Station in der wachsenden Annäherung zwischen beiden autoritär geführten Staaten. Die Wahl des Gastgeschenks unterstreicht dabei die Grundstimmung des diplomatischen Austauschs zwischen den beiden Machthabern.

Was sich Lukaschenko und Kim Jong-un noch schenkten

Das Gewehr bildete dem Bericht zufolge jedoch nur einen Teil des Geschenkaustauschs zwischen den beiden Diktatoren.

  • Lukaschenko hatte für seinen Gastgeber zusätzlich eine Auswahl mitgebracht, die von Wodka über Brot und Schokolade bis hin zu traditionellen Stoffen reichte.

Kim Jong-un revanchierte sich seinerseits mit Präsenten.

  • Der nordkoreanische Machthaber überreichte seinem Gast eine übergroße Vase, die mit Häkelarbeiten verziert war und ein großformatiges Porträt des belarussischen Machthabers zeigte.
  • Ergänzt wurde die Gabe durch ein prunkvolles Schwert sowie eine Münze.

"Fundamentales Dokument": Neues Nordkorea-Bündnis mit unklarem Inhalt

Am ersten Tag des Staatsbesuchs setzten beide Machthaber ihre Unterschriften unter ein Abkommen zur "Freundschaft und Zusammenarbeit" zwischen ihren Ländern. Konkrete Details zu dem Vertrag blieben jedoch weitgehend im Dunkeln, was Spekulationen über die tatsächliche Tragweite der Vereinbarung Raum gibt.

  • Lukaschenko bezeichnete die Übereinkunft als "fundamentales Dokument", das die bilateralen Beziehungen auf eine "prinzipiell neue Stufe" heben solle - wenn auch "mit großer Verspätung".
  • Der belarussische Machthaber verwies darauf, dass die Verbindungen zwischen beiden Staaten bereits seit Sowjetzeiten bestünden und niemals vollständig unterbrochen worden seien.

Besonders aufschlussreich erscheint Lukaschenkos Aussage, die Volkswirtschaften beider Länder seien "komplementär".

  • Diese Formulierung lässt auf künftige Kooperationen schließen, die sowohl den militärischen als auch den industriellen Bereich umfassen könnten. Welche konkreten Vereinbarungen das Abkommen enthält, bleibt vorerst unklar.

Blumen im Auftrag des Kreml: Putin-Grüße aus Pjöngjang

Im weiteren Verlauf seines Aufenthalts nahm Lukaschenko eine Kranzniederlegung zu Ehren der "Helden Koreas" vor. Doch damit nicht genug: Der belarussische Staatschef platzierte zusätzlich einen Blumenstrauß im Auftrag von Kremlchef Wladimir Putin. Diese Geste sollte die Dankbarkeit Moskaus für die nordkoreanische Unterstützung im Ukraine-Krieg zum Ausdruck bringen.

Putin und Lukaschenko verbindet seit vielen Jahren eine Allianz, die Belarus faktisch zum engsten Verbündeten Moskaus macht. Minsk fungiert dabei häufig als verlängerter Arm russischer Interessen. Die Tatsache, dass Lukaschenko in Pjöngjang auch als Repräsentant Putins auftritt, verdeutlicht die koordinierte Vorgehensweise beider Regime.

Belarus komplettiert die autoritäre Achse

Der Zeitpunkt von Lukaschenkos Visite in Nordkorea ist keineswegs zufällig gewählt. Erst 2024 hatte Putin selbst einen Staatsbesuch in Pjöngjang absolviert - nun zieht sein engster Verbündeter nach. Mit dieser Reise positioniert sich Belarus sichtbar als dritter Pfeiler in einem autokratischen Bündnis, das sich zunehmend verfestigt.

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