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Donald Trump: Er kann den Absturz nicht aufhalten - US-Präsident wütet im TV

Donald Trump will die aktuellen Zustimmungswerte nicht akzeptieren. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon

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  • Umfrage-Absturz: Unabhängige Wähler wenden sich von Donald Trump ab
  • US-Präsident verliert weiter an Zustimmung
  • Experte warnt Republikaner vor Problemen
  • Trump ätzt wegen Umfragewerten gegen Journalisten

Für Donald Trump gibt es derzeit nur einen Weg und der führt bergab. Bei einer Wählergruppe kann der US-Präsident nicht mehr punkten. Seine Zustimmungswerte bei unabhängigen Wählern sind dramatisch eingebrochen. Doch diesen Absturz will er offenbar nicht wahrhaben. In einer Fernsehsendung ätzt er gegen die Umfrageergebnisse.

Donald Trump verliert Wähler: US-Präsident erleidet erneuten Umfrageabsturz

Laut einer aktuellen Umfrage der Quinnipiac University befürworten nur noch 25 Prozent der Unabhängigen seine Amtsführung, während 68 Prozent diese ablehnen. Das ergibt einen Netto-Zustimmungswert von minus 43 Punkten. Der Absturz vollzog sich in bemerkenswerter Geschwindigkeit. Noch im Dezember lag Trumps Zustimmung bei dieser Wählergruppe bei 35 Prozent, die Ablehnung bei 58 Prozent. Innerhalb weniger Monate verschlechterte sich sein Netto-Wert damit um 20 Punkte – von minus 23 auf minus 43.

Experten warnen vor Auswirkungen auf Zwischenwahlen

Für Umfrageexperten ist dieser Einbruch mehr als eine normale Schwankung. Brett Loyd, Spezialist für Wahlforschung beim Independent Center, sieht in den Zahlen ein deutliches Warnsignal für die Republikaner. "Die Gesamtzustimmungswerte werden oft durch loyale Parteianhänger aufgebläht, aber die Stimmung unter Unabhängigen ist die genaueste Kristallkugel für die umkämpften Midterm-Rennen", erklärte Loyd gegenüber "Newsweek". Die historische Erfahrung spricht eine klare Sprache. Wenn der Vorsprung der Opposition bei unabhängigen Wählern zweistellig ausfällt, müsse die Regierungspartei erfahrungsgemäß mit Verlusten rechnen. "Dann kann die Partei an der Macht anfangen, ihre Büros zu räumen und ihre Lebensläufe aufzupolieren", so Loyd.

Wähler wenden sich ab: Vertrauen in Trump schwindet

Die Quinnipiac-Umfrage offenbart ein umfassendes Vertrauensproblem. Bei sämtlichen abgefragten Politikfeldern liegt Trump bei unabhängigen Wählern deutlich im negativen Bereich. Seine Wirtschaftspolitik erreicht einen Netto-Wert von minus 42, die Außenpolitik schneidet mit minus 47 noch schlechter ab. Am kritischsten bewerten die Befragten seinen Umgang mit der Iran-Situation – hier liegt der Wert bei minus 49.

Für Experte Loyd zeigt diese breite Ablehnung einen fundamentalen Wandel. "Es signalisiert einen Wechsel von politischer Meinungsverschiedenheit zu einem Vertrauensverlust", analysierte er. Die Unabhängigen reagierten nicht auf einzelne Streitpunkte, sondern hätten das Vertrauen in die Führungsfähigkeit des Präsidenten insgesamt verloren. Loyd zog einen Vergleich zu den Demokraten im letzten Wahlzyklus, als diese erkannten, dass Joe Biden die politische Mitte verloren hatte.

Republikaner vor massivem Problem

Noch alarmierender für die Republikaner sind die Zahlen zur generischen Kongresswahl. Bei der Frage, welche Partei sie im Kongress unterstützen würden, entschieden sich 57 Prozent der unabhängigen Wähler für die Demokraten, nur 26 Prozent für die Republikaner. Der Abstand von 31 Punkten deutet auf massive Probleme für die Regierungspartei hin.Die Erhebung wurde zwischen dem 19. und 23. März unter 1.191 registrierten Wählern landesweit durchgeführt. Die Fehlertoleranz beträgt plus/minus 3,6 Prozentpunkte.

"Ein 31-Punkte-Defizit bei Unabhängigen zeigt einen totalen Zusammenbruch der überzeugbaren Mitte", ordnete Loyd die Zahlen ein. Gleichzeitig merkte er an, dass die Demokraten die 60-Prozent-Marke nicht überschritten hätten. Dies deute auf eine erschöpfte Wählerschaft hin, die das Gefühl habe, niemanden zu haben, an den sie sich wenden könne. Angesichts der Tatsache, dass Unabhängige die größte Wählergruppe in den USA darstellen, sei dies besorgniserregend für die Demokratie.

Weißes Haus weist Trumps Umfrageergebnisse zurück

Die Trump-Regierung reagiert auf die negativen Zahlen mit Gegenwind. Sprecher Davis Ingle verwies gegenüber "Newsweek" auf den Wahlerfolg: "Die ultimative Umfrage war der 5. November 2024, als fast 80 Millionen Amerikaner Präsident Trump überwältigend gewählt haben, um seine populäre und vernünftige Agenda umzusetzen."

Das Weiße Haus betont zudem die ungebrochene Loyalität der Kernanhängerschaft. Ein Regierungsvertreter verwies auf CNN-Analysen, wonach Trump unter selbsterklärten MAGA-Republikanern weiterhin einstimmige Unterstützung genieße. Diese Gruppe mache mittlerweile einen größeren Anteil der Wählerschaft aus als noch bei seinem Sieg 2024. "Die MAGA-Basis wankt kein bisschen", erklärte ein Beamter des Weißen Hauses.

Donald Trump wütet gegen "falsche Umfragen" und "schlechte Journalisten"

Donald Trump äußerte sich selbst zu den Ergebnissen. In der Sendung "The Five" (FoxNews) sagte der Republikaner am Telefon, dass er "falsche Umfragen" hasse, weil Umfragen wie schlechte Journalisten seien. Mit seiner Hetze gegen Journalisten machte er weiter. "Schlechte Journalisten schreiben schlechte Geschichten.", polterte Trump. Für ihn würden schlechte Umfragen Schäden anrichten.

Trump wütet nicht zum ersten Mal gegen nicht so positiv ausfallende Umfragen. Das bemerken einige Nutzer unter einem Beitrag des Trump-kritischen Accounts Republicans against Trump. Dort wurde er auch dafür kritisiert, dass er nur dann wettert, wenn ihm die Zahlen nicht gefallen:

  • "Trumps tägliche Lügen ziehen Amerika runter."
  • Es ist schon komisch: Immer wenn eine dieser gleichen Umfragen zeigt, dass die Öffentlichkeit etwas unterstützt, das er will, sind sie plötzlich nicht mehr gefälscht."
  • "Umfragen sind gefälscht, Journalisten sind schlecht, die Realität ist das, was du sagst. Typisch Trump. Unterdessen schießen die Benzinpreise wegen dieses Iran-Chaos in die Höhe, und die Leute spüren das. Wach auf, Mann."

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