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JD Vance: Damit macht er Donald Trumps Scheitern deutlich

JD Vance irritiert mit einer fragwürdigen Aussage. Bild: picture alliance/dpa/AP | Paul Sancya

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  • JD Vance: Damit macht er Donald Trumps Scheitern deutlich
  • Vorwurf der gezielten Täuschung durch Donald Trump
  • Trump-Vize Vance plötzlich Hoffnungsträger
  • Pakistan bietet Friedensgespräche an - Vance spricht mit Netanjahu

Die iranische Regierung hat ein Ultimatum gestellt und weigert sich, weitere Verhandlungen mit den bisherigen Unterhändlern von Präsident Donald Trump zu führen. Teheran lehnt sowohl den Sondergesandten für den Nahen Osten, Steve Witkoff, als auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner als Gesprächspartner ab. Stattdessen fordert der Iran, dass Vizepräsident JD Vance die Verhandlungsführung übernimmt.

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JD Vance: Damit macht er Donald Trumps Scheitern deutlich

Wie diplomatische Quellen gegenüber dem "Guardian" mitteilten, betrachtet die iranische Seite JD Vance als deutlich akzeptablere diplomatische Figur.

  • Ein entscheidender Faktor ist dabei seine grundsätzlich skeptische Haltung gegenüber amerikanischen Militäroperationen im Nahen Osten.
  • Diese Position unterscheidet den Vizepräsidenten fundamental von Witkoff und Kushner, die zuvor die Nuklearverhandlungen mit dem Iran geleitet hatten, bevor vor drei Wochen die militärischen Auseinandersetzungen begannen.

Es wäre ein deutliches Zeichen gegen Donald Trump - von einigen Beobachtern wird es auch als Scheitern beschrieben.

Vorwurf der gezielten Täuschung durch Donald Trump

Das iranische Regime wirft der Trump-Regierung vor, die Atomgespräche lediglich als Vorwand genutzt zu haben. Teheran ist überzeugt, dass Washington nie in gutem Glauben verhandelt hat, sondern die Gespräche nur führte, um dann militärisch zuzuschlagen. Zum Zeitpunkt des Kriegsbeginns liefen noch aktive Verhandlungen über das iranische Atomprogramm.

Trump-Vize Vance plötzlich Hoffnungsträger

JD Vance hat sich während seiner gesamten politischen Laufbahn gegen amerikanische Auslandseinsätze positioniert.

  • Der ehemalige Marine, der während des Irak-Kriegs in der Öffentlichkeitsarbeit diente, lehnt außenpolitische Interventionen grundsätzlich ab. Seine isolationistischen Instinkte stehen in direktem Widerspruch zu Trumps aggressivem Kurs gegen Iran.
  • Besonders bemerkenswert ist Vances ungewöhnliches Schweigen zum Iran-Konflikt. Der sonst präsente Vizepräsident, der im vergangenen Jahr die Konfrontation mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Oval Office orchestrierte und europäische Verbündete kritisierte, hält sich diesmal auffallend zurück.
  • Der Grund könnte strategisch sein: Eine offene Unterstützung des Krieges könnte seine Aussichten auf die Präsidentschaft 2028 gefährden.

Vance hatte zuvor gewarnt, dass Angriffe auf Iran "das wahrscheinlichste und gefährlichste Szenario für die Provokation eines dritten Weltkriegs" darstellten. Diese Haltung macht ihn für Teheran zur akzeptablen Verhandlungsperson und möglicherweise zur letzten Chance auf eine diplomatische Lösung.

Pakistan bietet Friedensgespräche an - Vance spricht mitNetanjahu

Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif drängt darauf, dass sein Land als neutraler Boden für Verhandlungen zwischen Washington und Teheran dient. In einem Telefonat mit dem iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian vereinbarten beide Seiten die dringende Notwendigkeit von Deeskalation und diplomatischem Dialog. Berichten zufolge könnte Vance bereits diese Woche nach Islamabad reisen, um dort mit einer iranischen Delegation zusammenzutreffen.

  • Am vergangenen Wochenende drohte Trump damit, iranische Kraftwerke zu "pulverisieren", falls die Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden geöffnet werde. Die selbst gesetzte Frist verstrich folgenlos, während der Präsident seine Drohung zurücknahm und von "guten und produktiven Gesprächen" mit Iran sprach.
  • Teheran widersprach dieser Darstellung umgehend. Die iranische Regierung erklärte, dass keinerlei Gespräche stattgefunden hätten. Sie bezeichnete Trumps Behauptung als "Versuch zu entkommen seiner jüngsten Drohung gegen Irans Energie-Infrastruktur".

Vizepräsident Vance hat unterdessen mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu über Wege zur Beendigung des Krieges gesprochen. Angesichts der festgefahrenen Situation könnte der Vizepräsident nun tatsächlich die letzte Möglichkeit für die USA darstellen, eine diplomatische Lösung des Konflikts herbeizuführen.

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