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Alexander Lukaschenko: "Roter Teppich" für Belarus-Diktator - geplantes Treffen mit Trump sorgt für Empörung

Belarus-Diktator Alexander Lukaschenko könnte sich bald mit Donald Trump in den USA treffen. Bild: picture alliance/dpa/XinHua | Henadz Zhinkov

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  • Alexander Lukaschenko und Donald Trump könnten sich laut einem aktuellen Bericht bald persönlich in den USA treffen
  • Belarus-Diktator ließ im Vorfeld zahlreiche politische Gefangene frei, die USA lockerten Sanktionen gegen Minsk
  • Geplanter Besuch von Lukaschenko in Washington oder Mar-a-Lago sorgt im Vorfeld für heftige Kritik

Obwohl Wladimir Putin den Ukraine-Krieg mit großer Brutalität fortsetzt, näherten sich Russland und die USA im vergangenen Jahr wieder an. Im August 2026 führte US-Präsident Donald Trump sogar persönliche Gespräche mit dem Kremlchef in Alaska. Es war das erste Aufeinandertreffen dieser Art seit Beginn des russischen Angriffskrieges. Nun will Washington offenbar auch die Beziehungen zum eng mit Putin verbündeten Belarus verbessern.

Treffen von Alexander Lukaschenko und Donald Trump in den USA geplant laut Bericht

Die Trump-Administration erwägt, den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko in die USA einzuladen. Ein Treffen könnte sowohl im Weißen Haus als auch in Trumps Privatresidenz Mar-a-Lago stattfinden, wie die "Financial Times" berichtet. Trumps Sondergesandter für Belarus, John Coale, bestätigte gegenüber der Zeitung, dass entsprechende Überlegungen bereits seit Monaten intern diskutiert werden. Allerdings sei noch nichts endgültig beschlossen:

  • "Wir haben noch viel Arbeit vor uns, um dorthin zu gelangen, aber ich denke, wir werden es schaffen", erklärte Coale.

Lukaschenko selbst hatte am Freitag verkündet, Trump habe ihn nach Mar-a-Lago eingeladen, um über einen "großen Deal" zu sprechen.

Belarus und USA wollen Beziehungen verbessern

Die diplomatische Annäherung zeigt bereits konkrete Ergebnisse. Infolge der amerikanischen Bemühungen wurden bereits 250 politische Häftlinge aus belarussischen Gefängnissen entlassen, darunter prominente Oppositionsführer. Auch sechs US-Bürger und Dutzende weitere ausländische Staatsangehörige kamen frei. Im Gegenzug hob Washington Sanktionen gegen den belarussischen Finanzsektor auf. Zusätzlich wurden drei Kali-Unternehmen von den Strafmaßnahmen befreit: Belaruskali, die Belarusian Potash Company sowie Agrorozkvit.

Immer noch knapp 900 politische Gefangene in Belarus - USA lockern dennoch Sanktionen

Die Sanktionserleichterungen sind an Bedingungen geknüpft: Belarus muss sein Verhalten nachhaltig verbessern und politisch motivierte Verhaftungen sofort einstellen. Coale zeigte sich laut "Financial Times" zuversichtlich, dass bis Jahresende alle verbliebenen politischen Gefangenen freikommen könnten. Die belarussische Menschenrechtsorganisation Viasna beziffert deren Zahl allerdings noch auf fast 900. Trotz der Annäherung mit den USA halten es Fachleute für unrealistisch, dass sich Belarus aus Russlands Einflussbereich lösen lässt.

Kritik an Donald Trump wegen möglichem Besuch von Putin-Freund Lukaschenko

Der mögliche Besuch Lukaschenkos in den USA stößt bereits im Vorfeld auf Kritik. Unter einem Beitrag der Gruppe "Republicans Against Trump" zu dem "Financial Times"-Bericht heißt es unter anderem:

  • "Ihm sollte niemals die Einreise ins Land gestattet werden. Er ist ein Verräter am Westen und ein Handlanger Putins.Genau die Art von korruptem Anführer, mit dem Herr Trump so gerne verkehrt. Traurig."
  • "Von einem Autokraten zu einem anderen Möchtegern. Wie soll das den Menschen in Belarus in ihrem Kampf für Demokratie helfen?"
  • "Trump möchte sich ein paar Tipps holen, wie man eine skrupellose Diktatur richtig zum Laufen bringt!"
  • "Nun wird Lukaschenko also mit dem roten Teppich der USA empfangen. Amerika ist jetzt die Achse, wo sich alle Diktatoren zu Umarmungen und Geschäftsabschlüssen treffen.Wie gesagt, 'die neue Achse des Bösen ist geistig verwirrend'."

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