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Iran-Krieg aktuell: Berlin plötzlich in Mullah-Reichweite - neue 4.000-Kilometer-Rakete entfesselt

Deutschland ist plötzlich in Reichweite der Mullah-Raketen. Bild: AdobeStock/ ANMZAKARIA (Symbolbild)

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  • Iran entfesselt neue 4.000-Kilometer-Rakete
  • Deutschland plötzlich in Reichweite der Mullah-Raketen
  • Iran-Rakete könnte in 25 Minuten in Berlin einschlagen
  • Militärexperte gibt Einschätzung zu Gefahr eines Iran-Angriffs

Der Iran hat in der Nacht zum Samstag (21. März) den britisch-amerikanischen Militärstützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean mit Raketen attackiert. Die Distanz von fast 4.000 Kilometern überrascht westliche Sicherheitsexperten völlig. Bislang gingen Geheimdienste von einer maximalen Reichweite iranischer Raketen von etwa 2.000 Kilometern aus.

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Iran entfesselt neue 4.000-Kilometer-Rakete - Deutschland plötzlich in Mullah-Reichweite

Der Angriff verdoppelt damit die bekannten Fähigkeiten des iranischen Raketenprogramms auf einen Schlag. Diego Garcia galt lange als sicheres Hinterland, weit entfernt von jeder Bedrohung durch Teheran. Die neue Reichweite hat für Europa weitreichende Konsequenzen. Hauptstädte wie Berlin, Wien und Paris befinden sich nun theoretisch im Zielgebiet iranischer Raketen. William Alberque vom Pacific Forum erklärte gegenüber "Bloomberg": "Niemand, und ich meine wirklich niemand, hat geahnt, dass der Iran Raketen mit dieser Reichweite besitzt."

Militärexperte Carlo Masala gibt Einschätzung zu iranischer 4.000-Kilometer-Rakete

Sicherheitsexperte Carlo Masala von der Bundeswehr-Universität München hält Mittelstreckenraketen des Typs Khorramshahr-4 für eine mögliche Erklärung. Gegenüber "Bild" erklärte er: "Man ist immer davon ausgegangen, die fliegen nur rund 2.000 bis 2.500 Kilometer weit." Der Experte vermutet daher, dass die Geschosse entweder leistungsfähiger sind als angenommen oder ohne Sprengköpfe gestartet wurden.

Als Alternative kommen laut Masala auch Simorgh-Weltraumraketen infrage. Justin Bronk vom Royal United Services Institute bestätigte diese Einschätzung gegenüber AP: Die Simorgh könnte größere Distanzen überwinden, allerdings vermutlich mit Einbußen bei der Präzision. Alberque vermutet den Einsatz eines modifizierten Prototyps.

Iran-Rakete könnte in 25 Minuten in Berlin einschlagen

Mit der demonstrierten Reichweite von fast 4.000 Kilometern geraten zahlreiche europäische Metropolen in das potenzielle Zielgebiet iranischer Raketen. Neben Berlin liegen auch Bern und Wien innerhalb dieser Distanz. Die Vorwarnzeit wäre dabei erschreckend kurz: Mittelstreckenraketen benötigen für die Strecke zwischen Iran und Israel (rund 1800 Kilometer) etwa zehn bis zwölf Minuten. Hochgerechnet auf die knapp 3.700 Kilometer bis zur deutschen Hauptstadt ergäbe sich eine Flugzeit von lediglich 20 bis 25 Minuten. In dieser Zeitspanne müssten Abwehrsysteme aktiviert und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Militärexperte Masala gibt Einschätzung zu Gefahr eines Iran-Angriffs

Trotz der neuen Bedrohungslage gibt Sicherheitsexperte Masala Entwarnung für Deutschland. "Eine der Konsequenzen aus dem russischen Überfall auf die Ukraine war, dass wir das sogenannte Arrow-3-System von den Israelis gekauft haben", erklärte er gegenüber "Bild". Das Abwehrsystem sei speziell für die Bekämpfung solcher Raketen konzipiert. Die Bundeswehr hat bereits mit der Stationierung begonnen. Eine erste Batterie ist in Holzdorf/Schönewald in Sachsen-Anhalt einsatzbereit. Ein zweiter Standort soll demnächst in Lagerlechfeld bei Kaufbeuren folgen. Als dritter Stützpunkt ist ein Standort in Schleswig-Holstein vorgesehen.

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/news.de/stg

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