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Arctic Metagaz: Russischer Gastanker als "schwimmende Zeitbombe" - Angst vor Katastrophe im Mittelmeer

Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa sieht europäische Staaten in der Pflicht, eine Umweltkatastrophe durch einen beschädigten russischen Gastanker im Mittelmeer zu verhindern. Bild: picture alliance/dpa/AP | Pavel Bednyakov

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  • Beschädigter russischer Gastanker treibt nach Brand im Mittelmeer
  • Umweltschützer und Politiker warnen vor einer verheerenden Explosion
  • Es gibt Streit über die Zuständigkeit für das havarierte Schiff Arctic Metagaz

Droht eine Umweltkatastrophe im Mittelmeer? Der russische Gastanker Arctic Metagaz treibt seit zwei Wochen führerlos zwischen Italien und Malta. Nun warnen Experten vor einer verheerenden Explosion.

Russischer Gastanker als "schwimmende Zeitbombe": Arctic Metagaz droht im Mittelmeer zu explodieren

Wie "Euronews" und "Blick" berichten, wurde das 277 Meter lange Schiff Anfang März durch einen Brand schwer beschädigt, die 30-köpfige Besatzung musste evakuiert werden. An Bord befanden sich weiterhin 450 Tonnen Heizöl, 250 Tonnen Diesel sowie erhebliche Mengen Erdgas. Russland behauptet, die Ukraine habe das Schiff mit Wasserdrohnen angegriffen. Kiew schweigt bislang zu dem Vorfall.

Umweltschützer bezeichnen den havarierten Tanker als "schwimmende Zeitbombe". Laut "Tagesspiegel" warnte Italiens Unterstaatssekretär Alfredo Mantovano nach einer Krisensitzung, das Schiff könne "jeden Moment explodieren".

Zerstörtes Schiff könnte riesige Umweltkatastrophe vor den Küsten Maltas und Italiens auslösen

Satellitenaufnahmen zeigen das Ausmaß der Zerstörung: Ein gewaltiger, mehrere Dutzend Meter breiter Riss klafft nahe der Wasserlinie, der Rumpf ist von Bränden geschwärzt. Russischen Angaben zufolge waren weiterhin Detonationen zu hören, Gas trat aus, und die Schlagseite nahm zu. Von den vier LNG-Tanks an Bord sind laut "Times of Malta" bereits zwei explodiert.

Der WWF warnt vor einer "dauerhaften Verschmutzung" in einem der artenreichsten Mittelmeergebiete. Für Malta steht besonders viel auf dem Spiel: Eine Verseuchung könnte die Entsalzungsanlagen des Inselstaats treffen und damit die gesamte Trinkwasserversorgung gefährden.

Wer ist für den beschädigten Tanker zuständig?

Derweil tobt ein diplomatischer Streit über die Verantwortlichkeit, da sich der Tanker in internationalen Gewässern befindet. Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, erklärte, dass die europäischen Küstenstaaten für die Abwendung von Umweltschäden verantwortlich sei. Italien, Frankreich und sieben weitere EU-Mitglieder haben inzwischen einen dringenden Appell an die Europäische Kommission gerichtet und warnen vor einer "unmittelbaren und ernsten Gefahr". Rettungsteams stehen in Malta bereit.

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