Donald Trump: Nächster Inselstaat fällig - US-Präsident greift zu noch mehr Macht
Donald Trump verkündete vor Journalisten im Weißen Haus, Kuba einnehmen zu wollen. Bild: dpa/AP/Alex Brandon
Erstellt von Ines Fedder
17.03.2026 08.46
- Donald Trump kündigt neue Pläne für Kuba an
- Er will den Inselstaat "befreien" - US-Präsident strebt Führungswechsel an
- Wie realistisch sind Trumps Kuba-Ambitionen wirklich?
US-Präsident Donald Trump hat noch nicht genug, wenn es darum geht, die Weltordnung auf den Kopf zu stellen. Nachdem er vor Monaten eigentlich die Insel Grönland im Visier hatte, ist es nach den gescheiterten Übernahmeversuchen nun ein anderer Inselstaat, der Trumps Interesse geweckt hat. Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus sprach der 79-Jährige über seine konkreten Pläne, in Kuba einen Machtwechsel zu erzwingen. Dabei fällte er ein gnadenloses Urteil über die geschichtsträchtige Insel.
Donald Trump erhebt Anspruch auf Kuba - "kann alles damit machen, was ich will"
Er glaube, dass er "die Ehre haben werde", Kuba "in irgendeiner Form zu übernehmen" oder zu "befreien", sagte der Republikaner vor Journalisten im Weißen Haus. "Ich kann alles damit machen, was ich will." Laut Trump ist Kuba ein "gescheiterter Staat", der derzeit unter massiven Stromausfällen leidet. "Sie haben kein Geld, kein Öl, gar nichts. Sie haben nur schönes Land."
Und genau auf dieses Land scheint es Donald Trump nun abgesehen zu haben. Dabei ist die derzeitige Lage Kubas tatsächlich ziemlich prekär. Misswirtschaft, Korruption und das jahrzehntelange Handelsembargo der USA haben das autoritär regierte Land an den Rand des wirtschaftlichen Zusammenbruchs gebracht. Zuletzt waren die jahrzehntelangen Spannungen zwischen dem Karibikstaat und den USA, die etwa 30 Mal so viele Einwohner und um ein Vielfaches mehr Wirtschaftskraft haben, noch größer geworden.
Washington setzt Kuba unter Druck
Die nur etwa 150 Kilometer vom südöstlichen US-Bundesstaat Florida entfernte Karibikinsel wird von den USA schwer unter Druck gesetzt - insbesondere seit dem Beginn von Trumps zweiter Amtszeit vor gut einem Jahr. Mit Zolldrohungen gegen potenzielle Energielieferanten und einer vollständigen Blockade sanktionierter Öltanker aus dem südamerikanischen Bruderstaat Venezuela ließ er Kuba vom Zugang zu Öl weitgehend abschneiden. Für die Stromversorgung ist das Land aber auf den Rohstoff angewiesen.
Wie realistisch sind Donald Trumps Machtansprüche in Kuba?
Trotz der schwierigen Lage auf der Insel ist unklar, warum der US-Präsident meint, in Kuba leichtes Spiel zu haben. Das Land wird seit dem Sieg der Revolution 1959 autoritär regiert, die Kommunistische Partei kontrolliert Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Andere Parteien sind nicht zugelassen. Die meisten Bewohner kennen kein anderes Regierungssystem - die Unterstützung für einen von den USA initiierten Umsturz dürfte bei aller Kritik an der aktuellen Regierung eher gering ausfallen.
Beziehungen seit langem lange angespannt
Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit der sozialistischen Revolution unter der Linken-Ikone Fidel Castro vor fast 70 Jahren angespannt. Unter Trump übt die US-Regierung allerdings immer mehr Druck auf die Insel aus, vor allem seit der Festnahme des autoritären venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar, einem Verbündeten der Führung in Havanna. Mit dem Umsturz in Venezuela brach einer der wichtigsten Unterstützer und potentesten Öl-Lieferanten Kubas weg.
Er soll laut Donald Trump in Kuba das Feld räumen: der kubanische Präsident Miguel Diaz-Canel, hier bei einer Kundgebung gegen die Tötung kubanischer Offiziere während der US-Operation in Venezuela. Bild: dpa/AP/Ramon Espinosa
Zugleich führen Kuba und die USA miteinander formelle Gespräche, wie beide Seiten bestätigten. "Kubanische Vertreter haben kürzlich Gespräche mit Vertretern der US-Regierung geführt, um auf dem Wege des Dialogs nach einer möglichen Lösung für die zwischen beiden Ländern bestehenden bilateralen Differenzen zu suchen", sagte der Präsident des sozialistischen Landes, Miguel Díaz-Canel. Kürzlich hatte Trump gesagt: "Kuba befindet sich in den letzten Augenblicken seines bisherigen Bestehens. Es wird ein neues Leben beginnen."
Marodes Stromnetz auf Kuba
Der wirtschaftliche Verfall in Kuba ist indes offenkundig. Am Montag fiel einmal mehr landesweit der Strom aus. Es werde nach der Ursache gesucht und an der Wiederherstellung der Stromversorgung gearbeitet, teilte das Energieministerium mit. Es war der erste inselweite Stromausfall seit Anfang des Jahres. Von einem Blackout vor knapp zwei Wochen waren etwa zwei Drittel des Karibikstaats betroffen.
In dem Land mit knapp zehn Millionen Einwohnern bricht das Elektrizitätsnetz immer wieder komplett zusammen. Große Teile der veralteten Infrastruktur sind in schlechtem Zustand. Kraftwerke gehen deshalb oft vom Netz und müssen notdürftig repariert werden. Stromausfälle gehören zum Alltag. Die Regierung führt die Krise auf das seit mehr als 60 Jahren bestehende Handelsembargo der USA zurück.
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