Wladimir Solowjow: Putin-Vertrauter plötzlich ehrlich - er spricht über Russlands Geldprobleme
Wladimir Solowjow gilt eigentlich als Putin-Hardliner. Bild: picture alliance : dpa | Alexander Shcherbak:Tass:Host Ph
Von news.de-Redakteurin Franziska Kais
13.03.2026 14.38
- Russland führt seit Februar 2022 einen Angriffskrieg gegen Ukraine
- Russische Wirtschaft durch Sanktionen unter Druck - Kriegskasse schrumpft
- Wladimir Solowjow plaudert im Staats-TV über Geldsorgen
Seit Beginn des Ukraine-Krieges im Februar 2022 läuft die russische Propaganda-Maschinerie auf Hochtouren. Kreml-treue TV-Moderatoren und Journalisten haben sich in den vergangenen Monaten als Putin-Hardliner profiliert und den Angriffskrieg gegen die Ukraine immer wieder verteidigt. Bei ihren Auftritten im Staatsfernsehen heben sie normalerweise die angeblichen Erfolge der Kreml-Truppen hervor und reden die Angriffe der Ukrainer klein.
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Wladimir Solowjow offenbart Kreml-Probleme im Staatsfernsehen
Verluste oder gar Probleme auf russischer Seite wiederum sind in den Propaganda-Sendungen kein Thema. Schließlich läuft die "militärische Spezialoperation" zur vollsten Zufriedenheit. So zumindest die Behauptung. Doch in der neuesten Ausgabe von Wladimir Solowjows Sendung "Full Contact", in der er vor allem Monologe zu militärischen und geopolitischen Themen hält und Nachrichten-Updates gibt, schlug das Kreml-Sprachrohr für ihn ungewöhnliche Töne an.
Wladimir Solowjow plaudert im Staats-TV über Geldsorgen
Denn: In seiner Sendung sprach der Putin-Vertraute plötzlich offen über die finanziellen Probleme des Kremls im Ukraine-Krieg. In einem Videoausschnitt, den Kriegsboebachter Anton Geraschenko auf seinem X-Account teilte, erklärt Solowjow ganz unverblümt, dass Russland nicht genug Geld habe, um neue Drohnen zu produzieren. Der TV-Moderator beklagt offen, dass der Bedarf an Drohnen an der Front "wahnsinnig" sei, es aber weder Geld noch Aufträge für die Drohnenproduktion gebe. Von Rüstungsproduzenten habe er zudem erfahren, dass man sogar Leute entlassen müsse, weil es keine Aufträge gibt.
Solowjow verspottet nach TV-Monolog – "Wirtschaft ist ein faszinierendes Thema"
Bei den pro-ukrainischen Usern und Userinnen sorgen die Ausführungen des Kreml-Propagandisten für Jubel, aber auch Spott:
- "Wirtschaft ist ein faszinierendes Thema, sobald man sich näher damit beschäftigt. Dass ein Land mit dem BIP Italiens nicht die Hälfte Westeuropas in der Produktion übertreffen kann, hätte selbst den Russen klar sein müssen."
- "Meine Güte, es klingt, als wäre RU pleite. Alles fließt ins Militär, und das Militär behauptet ständig, es sei nicht genug."
- "Es sieht so aus, als hätte der Kreml seine Finanzierungsnetzwerke auf dem Schwarz- und Graumarkt über die Banken der IRGC in Teheran verloren. Wie bedauerlich..."
Ein anderer X-Nutzer wiederum vermutet, dass Solowjow mit seiner Plauderei nicht ungeschoren davonkommen wird. Denn dass er die finanziellen Probleme des Regimes so offen ausgesprochen hat, dürfte Kremlchef Putin kaum gefallen. "Welches Fenster in großer Höhe erwartet Solowjew wohl in Zukunft??? Er deutet entweder auf einen Staatsbankrott oder auf weit verbreitete Vetternwirtschaft hin", heißt es in dem besagten Kommentar.
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