Politik

Donald Trump: Sein Team fällt ihm in den Rücken - US-Präsident von Vertrauten verraten 

US-Präsident Donald Trump (l-r), der US-Sondergesandte des Weißen Hauses für den Nahen Osten, Steve Witkoff (M), und US-Verteidigungsminister Pete Hegseth beantworten die Fragen eines Reporters an Bord der Air Force One. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein

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  • Trump sieht Schuld für Bombardierung von Mädchenschule beim Iran
  • Vertraute fallen dem US-Präsidenten öffentlich in den Rücken
  • Hegseth und Waltz relativieren Aussagen zu Angriff auf Mädchenschule
  • Trump von seinen Vertrauten verraten

Donald Trump hat Teheran beschuldigt, für die Bombardierung einer Mädchenschule im Iran am ersten Kriegstag verantwortlich zu sein. Auf die Frage, ob die USA für den verheerenden Angriff verantwortlich seien, sagte der US-Präsident an Bord der Air Force One vor Journalisten: "Nein, meiner Meinung nach, basierend auf dem, was ich gesehen habe, wurde das vom Iran getan".

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Trump sieht Schuld für Bombardierung von Mädchenschule beim Iran - Vertraute fallen ihm in den Rücken

Doch diese Meinung scheinen die Vertrauten von Donald Trump nicht zu teilen. Denn sowohl von Kriegsminister Pete Hegseth als auch von dem ehemaligen nationalen Sicherheitsberater des Weißen Hauses, Mike Waltz, der derzeitige US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, wurde diese Behauptung relativiert, wodurch beide dem US-Präsidenten in den Rücken gefallen sind.

Hegseth und Waltz relativieren Aussagen zu Angriff auf Mädchenschule

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, der mit Donald Trump an Bord der Air Force One reiste, bestätigte Trumps Aussage nicht, sondern erklärte, die USA würden den Vorfall untersuchen. Ähnlich reagierte Mike Waltz. In den Sendungen "Meet the Press" und "This Week" wurde auch er gefragt , ob der Angriff auf die Schule vom Iran oder den Vereinigten Staaten verübt worden sei. In beiden Interviews wich Waltz der Frage aus und erklärte, die laufenden Ermittlungen würden Antworten liefern.

Donald Trump als Lügner entlarvt - US-Tomahawk-Marschflugkörper traf Mädchenschule

Während die Ermittlungen der Trump-Regierung andauern, haben Investigativjournalisten bereits berechtigte Zweifel an Donald Trumps Behauptung. Wie Rechercheteams von "New York Times" und der Plattform Bellingcat unabhängig voneinander herausfanden, zeigt ein am Sonntag (8. März) von der iranischen Nachrichtenagentur Mehr veröffentlichtes Video den Einschlag eines US-Flugkörpers in der Nähe der Schule in der Stadt Minab im Süden des Landes. Im nur wenige Sekunden langen Clip sei zu sehen, wie ein US-Tomahawk-Marschflugkörper am 28. Februar eine Einrichtung der iranischen Revolutionsgarde treffe, schreibt Bellingcat. Das von den Journalisten überprüfte Videomaterial zeige zudem, wie bereits Rauch aus der Nähe der Mädchenschule aufsteige.

175 Tote nach Angriff auf Mädchenschule im Iran

Die "New York Times" gibt an, der US-Marschflugkörper treffe einen Marinestützpunkt neben der Schule. "Das US-Militär ist die einzige an dem Konflikt beteiligte Streitkraft, die Tomahawks einsetzt", so die Zeitung. Eine Untersuchung von Satellitenbildern, Social-Media-Beiträgen und weiteren Videos deutet nach Angaben der "New York Times" darauf hin, dass die Schäden an der Mädchenschule in etwa zur gleichen Zeit verursacht wurden, als die nun im Clip gezeigten Angriffe auf den Marinestützpunkt stattfanden. Sollten diese Einschätzungen zutreffen, würde der Angriff auf das Grundschulgebäude Shajarah Tayyebeh zu den schlimmsten Fällen von durch die USA verursachten zivilen Opfern seit Jahrzehnten zählen.

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/bua/news.de/dpa

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