Alice Weidel hilflos: AfD-Parteichefin beißt sich die Zähne aus - Machtkämpfe eskalieren
AfD-Partei-Chefin Alice Weidel kann die Machtkämpfe innerhalb ihrer Partei nicht unter Kontrolle bringen. Bild: dpa/Kay Nietfeld
Erstellt von Ines Fedder
03.03.2026 12.35
- Unruhen innerhalb der AfD nicht unter Kontrolle
- Alice Weidel scheitert an Nachwuchspolitikern
- Wie geht es mit der AfD künftig weiter?
Für Alice Weidel entwickelte sich der gestrige Montag zu einem Tag der Rückschläge. Gleich am Morgen musste die AfD-Chefin das Parteiausschlussverfahren gegen den Nachwuchspolitiker Kevin Dorow auf Eis legen. Der Grund: Der Widerstand in den eigenen Reihen war schlicht zu massiv.
Alice Weidel scheitert an Fraktionsvize Keuter
Am späten Nachmittag folgte die nächste Schlappe: Stefan Keuter, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und ins Visier der Parteichefin geraten, behält seinen Posten. Weidel hatte noch vergangene Woche versucht, den 53-Jährigen aus dem Vorstand zu drängen. Doch der Fraktionsvorstand einigte sich laut "Bild" lediglich auf einen Kompromiss: Keuter muss seinen Zuständigkeitsbereich Personal abgeben, darf aber Fraktionsvize bleiben.
Filz-Verdacht im Personalbereich
Der Auslöser für den internen Konflikt: Keuter beschäftigte seine Freundin im Bundestag. Ausgerechnet der für Personalangelegenheiten zuständige Fraktionsvize geriet damit unter Vetternwirtschaftsverdacht – für zahlreiche hochrangige AfD-Abgeordnete ein untragbarer Zustand.
Der nun gefundene Kompromiss sieht vor, dass Keuter seine Partnerin künftig nicht mehr beschäftigt und seinen Verantwortungsbereich Personal abgibt. Im Gegenzug darf er seinen Posten als stellvertretender Fraktionsvorsitzender behalten. Für Weidel bedeutet diese Einigung einen nur teilweisen Erfolg – ihr ursprüngliches Ziel, Keuter vollständig aus dem Vorstand zu entfernen, hat sie verfehlt.
Kampfabstimmung droht trotz Kompromiss
Ob der Konflikt damit tatsächlich beendet ist, bleibt fraglich. In der morgigen Fraktionssitzung könnte es dennoch zu einer Abstimmung über Keuters Abwahl kommen. Der AfD-Abgeordnete Matthias Helferich aus Nordrhein-Westfalen hat einen entsprechenden Antrag gestellt.
Keuter selbst lehnt es ab, sich freiwillig einer Neuwahl zu stellen. Er verweist darauf, dass er für eine volle zweijährige Amtszeit gewählt worden sei. Zudem betont er, kein Gesetz gebrochen zu haben. Ob diese Argumentation die Fraktion überzeugt, wird sich morgen zeigen – der interne Machtkampf in der AfD ist jedenfalls noch nicht ausgestanden.
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