Donald Trump: "Völlig beispiellos" - US-Präsident irritiert mit Plänen für Namensänderung
Werden bald mehrere Flughäfen in den USA nach Präsident Donald Trump benannt? Bild: picture alliance/dpa/AP | Matt Rourke
Erstellt von Martin Gottschling
19.02.2026 10.32
- Trump Organization beantragt Markenrechte für Flughäfen in den USA
- Unter anderem soll der Palm Beach International Airport nach dem amtierenden Präsidenten Donald Trump umbenannt werden
- Anwalt erkennt einen einzigartigen Vorgang in der amerikanischen Geschichte
Zeugt dieser Schritt von Größenwahn? Donald Trump will, dass mehrere Flughäfen nach ihm benannt werden. Das Familienunternehmen des amtierenden US-Präsidenten hat deshalb beim amerikanischen Patentamt nun Markenrechte für Flughäfen beantragt – ein in der Geschichte der Vereinigten Staaten bislang einmaliger Vorgang.
Donald Trump will sich Markenrechte für Flughäfen sichern
Wie die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) berichtet, sicherte sich die Trump Organization in der vergangenen Woche gleich drei Varianten: "President Donald J. Trump International Airport", "Donald J. Trump International Airport" sowie das potenzielle Flughafenkürzel "DJT".Doch damit nicht genug: Der Antrag umfasst auch zahlreiche flughafenbezogene Produkte. Von Shuttlebussen über Regenschirme bis zu Reisetaschen reicht das Sortiment, für das sich das Unternehmen die Namensrechte sichern will. Als Begründung führt die Trump Organization an, dass der Trump-Name "die am häufigsten verletzte Marke der Welt" sei.
Wird Palm Beach International Airport in Florida bald nach Donald Trump benannt?
Auslöser für die Markenanmeldung ist ein Gesetzesvorhaben in Florida, den Palm Beach International Airport nach Trump zu benennen. Laut "New York Times" stimmte in dieser Woche das Repräsentantenhaus des Bundesstaates mit 81 zu 30 Stimmen für die Namensänderung, trotz Widerstand zahlreicher Demokraten. Ein ähnlicher Gesetzentwurf liegt nun dem Senat vor. Auch der Dulles International Airport in Virginia sowie ein Tunnel zwischen New York und New Jersey, über dessen Finanzierung zuletzt gestritten wurde, sollen künftig Trumps Namen tragen.
Trump Organization will keine Gewinne mit Flughafen-Namen machen
Die Trump Organization versichert, für den Flughafen in Palm Beach keine finanziellen Ansprüche geltend zu machen. "Der Präsident und seine Familie erhalten keinerlei Lizenzgebühren, Tantiemen oder sonstige finanzielle Zuwendungen aus der geplanten Umbenennung des Flughafens", heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Auf die Frage, ob künftig für andere Flughäfen oder Merchandise-Artikel Gebühren erhoben würden, blieb die Firma eine Antwort schuldig.
Experte nennt Pläne der Trump-Firma "völlig beispiellos" in der amerikanischen Geschichte
Der Markenrechtsanwalt Josh Gerben, der die Anträge am Wochenende entdeckte, sagt dazu: "Obwohl Präsidenten und öffentliche Amtsträger Wahrzeichen zu ihren Ehren benannt bekommen haben, hat niemals in der Geschichte der Vereinigten Staaten das Privatunternehmen eines amtierenden Präsidenten im Vorfeld einer solchen Benennung Markenrechte beantragt", schrieb er in seinem Blog. Diese Markenanmeldungen seien "völlig beispiellos".
Üblicherweise müssen ehemalige US-Staatsoberhäupter Jahre nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt warten – oder sterben – bevor Flughäfen ihren Namen tragen. Bill Clinton wartete elf Jahre, Ronald Reagan neun, Gerald Ford sogar 22 Jahre. Einzig John F. Kennedy erhielt die Ehre schneller: nur einen Monat nach seiner Ermordung.
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