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Markus Söder vor dem Stockacher Narrengericht: CSU-Chef vor Gericht schuldig gesprochen - Forderung nach Kerker-Haft

Als Angeklagter vor dem Stockacher Narrengericht wurde Markus Söder in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen. Bild: picture alliance/dpa | Felix Kästle

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  • Markus Söder vor Gericht - CSU-Chef in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen
  • Stockacher Narrengericht verurteilt Bayerns Ministerpräsidenten zu Oktoberfest-Strafe
  • Instagram-Kommentare fordern Kerkerhaft nach Gerichtverhandlung

Bevor der in diesem Jahr auf den 18. Februar fallende Aschermittwoch dem bunten Treiben ein Ende bereitet, kommt man dieser Tage nur schwer an Karneval, Fastnacht und Fasching vorbei. Einer, der sich mit dem größten Vergnügen ins kostümierte Getümmel stürzt, ist Markus Söder. Der bayerische Ministerpräsident feierte vor einer Woche bei der "Fastnacht in Franken" in Veitshöchheim als "Braveheart" William Wallace verkleidet, knapp eine Woche später stand der CSU-Chef nun "vor Gericht".

Markus Söder vor Gericht: Bayerischer Ministerpräsident auf der Anklagebank im Stockacher Narrengericht

Allerdings war es weder das Oberlandesgericht München noch das Landgericht in Nürnberg, in dem sich Markus Söder auf der Anklagebank wiederfand. Am 12. Februar wurde der fastnachtsverrückte CSU-Politiker vielmehr vor das "Stockacher Narrengericht" zitiert. Unter Faschings- und Karnevalsfans hat der Ort im Landkreis Konstanz (Baden-Württemberg) seit Jahrhunderten eine besondere Bedeutung.

Wenn am Donnerstag vor Aschermittwoch, dem "schmotzige Dunschtig", die schwäbisch-alemannische Fastnacht eingeläutet wird, tagt seit dem Jahr 1351 (!) das Stockacher Narrengericht. Bei der "Verhandlung" vor dem "Hohen Grobgünstigen Narrengericht zu Stocken" sitzt seit 1965 jeweils ein prominenter Politiker auf der Anklagebank und muss sich auf möglichst schlagfertige Art und Weise gegen nicht ganz ernst gemeinte Anklagepunkte verteidigen.

CSU-Chef auf der Anklagebank: Das wurde Markus Söder vorgeworfen

In diesem Jahr fand sich Markus Söder auf der Anklagebank wieder und folgte damit Polit-Promis wie Julia Klöckner, Karl Lauterback, Wolfgang Kubicki oder Cem Özdemir, denen in den Jahren zuvor der Prozess gemacht wurde. Die Anklagepunkte gegen den CSU-Chef hatten es in sich: Söder wurde neben "Verrat an der guten konservativen Sache" der Vorwurf von "Täuschung und Chamäleonitis" sowie "Größenwahn" zur Last gelegt.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zeigt, nachdem er die Laufnarren-Kappe bekommen hat, sein Basecap mit der Aufschrift "Make Bayern great again". Bild: picture alliance/dpa | Felix Kästle

Die Richter in Stockach kannten keine Gnade mit Söder, der in allen drei Anklagepunkten schuldig gesprochen wurde. Auch das Strafmaß wurde vom Narrengericht verhängt: Der bayerische Ministerpräsident muss dem SWR zufolge zweieinhalb Eimer Wein - also 150 Liter Rebensaft - berappen und die Gerichtsherren aus Stockach auf das Oktoberfest 2026 einladen.

Bittere Instagram-Abrechnung mit Markus Söder: "Schade, dass man ihn nicht eingekerkert hat"

Während die Närrinnen und Narren in Stockach bei Markus Söders Gerichtsverhandlung die Gaudi ihres Lebens hatten, fielen die Reaktionen bei Instagram deutlich durchwachsener aus. Kaum hatte Markus Söder Impressionen vom "Stockacher Narrengericht" auf seinem Account gepostet, kamen in den Kommentaren noch einige "Anklagepunkte" gegen den bayerischen Landesvater dazu:

  • "Bezahlen wir für solche Aktivitäten einen Ministerpräsidenten?"
  • "Chronische Schreibtischflucht! Bei allen Feierlichkeiten und Fressgelagen vorne dabei! Gearbeitet wird nix!"
  • "Die Bildungsferne ist gewünscht?"
  • "Waren das jetzt Überstunden oder etwa verpönte Freizeit?"
  • "An Peinlichkeiten nicht zu überbieten, denke ich mir fast jeden Tag. Nein, Söder und sein Töchterchen schaffen es immer noch eine Schippe draufzulegen."
  • "Schade, dass man ihn nicht eingekerkert hat."
  • "Und schon wieder zwei Posts für eine Veranstaltung, die null komma null Mehrwert für das Land und die Bürger bringt."
  • "Der soll mal mehr arbeiten als nur überall sinnlos herumlaufen."

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/news.de/dpa

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