Studie deckt auf: US-Unterstützung gestoppt - Rekordsumme aus Europa sichert Ukraine-Hilfe
Europa fängt die ausbleibende militärische Ukraine-Unterstützung aus den USA auf. Bild: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Erstellt von Sabrina Böhme
11.02.2026 08.04
- Nachdem die USA zum großen Teil die militärische Hilfe für die Ukraine einstampften, sprang Europa ein.
- Studie zeigt: Deutschland ist der größte Geldgeber vor Großbritannien und skandinavischen Ländern.
- Großes Gefälle zwischen finanziellen Mitteln aus Nord- und Südeuropa.
Die Vereinigten Staaten haben ihre Unterstützung für die Ukraine im vergangenen Jahr praktisch eingestellt – doch Europa sprang ein. Eine aktuelle Untersuchung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) belegt: Trotz eines Rückgangs der amerikanischen Hilfsleistungen um 99 Prozent blieb das weltweite Unterstützungsvolumen für Kiew nahezu konstant. Die europäischen Staaten stockten ihre Beiträge massiv auf und glichen den Wegfall der US-Mittel damit fast vollständig aus. Laut der Studie floss 2025 insgesamt ähnlich viel Unterstützung wie in den Vorjahren. Deutschland übernahm dabei als größter europäischer Geber eine zentrale Rolle.
Neue Studie: Deutschland unterstützt Ukraine mit Milliarden
Die Bundesregierung gab 2025 insgesamt 9 Milliarden Euro an Militärhilfe aus. Damit zahlte Deutschland mehr als jeder andere europäische Staat. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2022 bis 2024 entspricht das einer Steigerung von rund 130 Prozent. Im Hinblick auf das Bruttoinlandsprodukt liegt der deutsche Beitrag zwischen 0,15 und 0,25 Prozent. Zusätzlich beteiligte sich Berlin mit etwa 600 Millionen Euro an der Nato-PURL-Initiative, über die Geberländer Waffen aus amerikanischen Beständen für Kiew beschaffen. Aus einem im Mai 2025 beschlossenen Hilfspaket gingen 400 Millionen Euro direkt in die ukrainische Rüstungsproduktion – unter anderem für Langstreckenwaffen und Drohnen.
Nach Deutschland zählen Großbritannien mit 5,4 Milliarden Euro, Schweden mit 3,7 Milliarden Euro, Norwegen mit 3,6 Milliarden Euro und Dänemark mit 2,6 Milliarden Euro zu den größten Unterstützern.
Europa stemmt Rekordsumme für Ukraine-Verteidigung
Laut der Studie brachten europäische Staaten 2025 rund 29 Milliarden Euro an Militärhilfe auf. Das bedeutet einen Anstieg von etwa 67 Prozent gegenüber den Vorjahren, als die jährlichen Beiträge bei 17 bis 18 Milliarden Euro lagen.
Auch bei der finanziellen und humanitären Unterstützung legten die Europäer kräftig zu – um 59 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt von 2022 bis 2024. Den Löwenanteil übernahmen dabei die EU-Institutionen: Sie steuerten allein 35,1 Milliarden Euro bei, was 89 Prozent der gesamten europäischen Finanz- und Humanitärhilfe entspricht. Insgesamt belief sich diese auf rund 39 Milliarden Euro.
Nach Wegfall der US-Hilfe: Nordeuropa trägt die größte Last
Bei der Verteilung der Militärhilfe zeigt sich ein deutliches Ungleichgewicht innerhalb Europas. Die nordeuropäischen Länder stemmten 2025 rund 33 Prozent der gesamten europäischen Waffenlieferungen – obwohl sie lediglich acht Prozent der Wirtschaftsleistung der 31 erfassten Geberstaaten ausmachten. Südeuropa hingegen beteiligte sich nur mit drei Prozent an der Militärhilfe, während die Region 19 Prozent des europäischen BIP erwirtschaftet.
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