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Donad Trump: US-Präsident setzt auf eine Medien-Strategie, die keiner kommen sah

Donald Trump setzt in seiner zweiten Amtszeit auf maximale Öffentlichkeit. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein

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  • Trump verzeichnet fast 500 Medienkontakte im ersten Amtsjahr
  • Deutlich mehr Interviews und spontane Fragerunden als bei Biden
  • Weißes Haus spricht von Transparenz, Kritik warnt vor Polarisierung

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Donald Trump sucht in seiner zweiten Amtszeit so häufig den Kontakt zur Presse wie kaum ein Präsident vor ihm. Neue Auswertungen zeigen, dass der Republikaner die Zahl seiner Medienauftritte im Vergleich zu früheren Jahren massiv gesteigert hat und damit auch seinen Amtsvorgänger Joe Biden klar überholt.

Fast 500 Presseauftritte im ersten Amtsjahr von Donald Trump

Nach aktuellen Daten kommt Trump laut "New York Post" im ersten Jahr seiner zweiten Präsidentschaft auf knapp 500 dokumentierte Interaktionen mit Journalistinnen und Journalisten. Dazu zählen Interviews, spontane Fragerunden sowie formelle Presseveranstaltungen. Damit liegt die Zahl mehr als doppelt so hoch wie im entsprechenden Zeitraum seiner ersten Amtszeit. Besonders überraschend ist der starke Anstieg kurzer Frage-und-Antwort-Formate, etwa bei öffentlichen Terminen oder im Weißen Haus. Klassische Pressekonferenzen spielen hingegen eine geringere Rolle.

Telefonate und ungeplante Interviews nehmen bei Donald Trump zu

Ein Großteil der Medienkontakte entsteht laut Beobachtern ungeplant. Trump lässt sich demnach häufiger auf spontane Gespräche ein, etwa bei Anrufen von Reportern oder während Reisen. Diese Form der direkten Ansprache galt in früheren Präsidentschaften als unüblich. Im Vergleich dazu zeigte sich Joe Biden deutlich zurückhaltender. In seinem ersten Amtsjahr kam er auf rund halb so viele Medienkontakte pro Arbeitstag.

Politische Entscheidungen vor laufenden Kameras

Ein zentraler und unerwarteter Schauplatz von Trumps Medienstrategie ist das Oval Office. Dort beantwortete er bei zahlreichen Terminen Fragen der Presse, oft im Zusammenhang mit der Unterzeichnung von Dekreten oder politischen Ankündigungen. Experten sehen darin eine bewusste Inszenierung politischer Handlungsfähigkeit. Durch diese Formate erreichte Trump eine hohe mediale Präsenz, ohne auf klassische Pressekonferenzen angewiesen zu sein.

Donald Trump im Vergleich zu früheren Präsidenten

Im historischen Vergleich liegt Trump deutlich vorn. Barack Obama, George W. Bush und auch Bill Clinton kamen in ihren ersten Amtsjahren auf weniger Pressekontakte pro Tag. Selbst Trumps eigene erste Amtszeit bleibt deutlich hinter den aktuellen Zahlen zurück.

Lob aus dem Weißen Haus, Kritik aus dem Biden-Lager

Das Weiße Haus wertet die Zahlen als Beleg für Trumps Offenheit gegenüber der Öffentlichkeit. Er sei jederzeit ansprechbar und kommuniziere zusätzlich direkt über soziale Netzwerke. Kritik kommt dagegen aus dem Umfeld der vorherigen Regierung. Dort wird gewarnt, dass häufige Medienauftritte ohne inhaltliche Klarheit eher Polarisierung fördern könnten. Entscheidend sei nicht die Anzahl der Kontakte, sondern deren Qualität.

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