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Neue Bedrohungslage: Großbritannien holte Alte zurück - Altersgrenze für Reservisten angehoben

Die Angst vor einem Krieg in Europa wächst. Bild: AdobeStock / Brian

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  • London hebt Altersgrenze an: Ex-Soldaten bis 65 sollen im Ernstfall wieder ran
  • Politische Kehrtwende: Was 2024 noch als Panikmache galt, ist jetzt Regierungslinie
  • Neue Bedrohungslage: Großbritannien bereitet sich offen auf Krisen und Konflikte vor

Die Angst vor einem russischen Angriff auf Europa wächst. Das britische Verteidigungsministerium greift nun zu einer kontroversen Maßnahme, um die Streitkräfte zu verstärken. Die Altersgrenze für die strategische Reserve wurde auf 65 Jahre angehoben. Ziel ist es, den Pool erfahrener ehemaliger Militärangehöriger zu vergrößern, die in Krisenzeiten mobilisiert werden können. Die strategische Reserve besteht aus früheren Soldaten, die weiterhin einer gesetzlichen Ausbildungspflicht unterliegen und im Ernstfall einberufen werden dürfen. Laut Ministerium soll die neue Regelung den "Pool qualifizierter ehemaliger Militärangehöriger zu erweitern, die in Krisen herangezogen werden", während Großbritannien seine Verteidigungsbereitschaft stärkt.

Großbritannien ruft die Alten zurück zur Waffe: Ex-Soldaten bis 65 sollen als Reservisten bereitstehen

Dabei klang das kürzlich noch ganz anders.Im Jahr 2024 hatte General Sir Patrick Sanders, damals Oberbefehlshaber der britischen Armee, gefordert, eine "Bürgerarmee" für einen möglichen Landkrieg auszubilden. Die Reaktion fiel heftig aus: Regierungsmitglieder wiesen seine Aussagen scharf zurück. Der Vorwurf lautete, der General betreibe Panikmache mit überzogenen Szenarien. Auch Sanders' Vorgesetzter, Generalstabschef Admiral Sir Tony Radakin, stellte sich damals klar gegen solche Überlegungen. "Niemand im Verteidigungsministerium spricht von Wehrpflicht im traditionellen Sinne", erklärte er. Seine Botschaft war eindeutig: "Großbritannien ist sicher."

Doch nun die Kehrtwende: Als die Entscheidung bekannt wurde, folgte zunächst Spott. Kritiker verglichen die Maßnahme mit der britischen Kultserie "Dad's Army", in der eine chaotische Heimwehr im Zweiten Weltkrieg gezeigt wird. Doch hinter dem Gelächter steckt ein ernster Kern.

Neue Bedrohungslage verändert alles

Innerhalb von nur zwei Jahren hat sich die sicherheitspolitische Einschätzung grundlegend gewandelt. Was 2024 noch als übertriebene Angstmacherei abgetan wurde, gilt heute als nüchterne Vorsorge. Zwischenstaatliche Konflikte erscheinen nicht mehr abstrakt, sondern real. Die Möglichkeit militärischer Eskalationen liegt wie eine dunkle Wolke über Europa. Was gestern undenkbar schien, ist heute offizielle Regierungspolitik – inklusive der Rückkehr erfahrener Soldaten bis ins Rentenalter.

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