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Bittere Klatsche für Melania Trump: Michelle Obama schlägt Trump-Frau

Melania Trump kassiert eine herbe Klatsche. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jose Luis Magana

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  • Mega-Revival: Michelle Obamas Netflix-Doku legt um über 13.000 Prozent zu
  • Timing mit Signalwirkung: Streaming-Boom genau zur Melania-Premiere
  • Kritiker vs. Publikum: Rekord-Kluft bei Bewertungen auf Rotten Tomatoes

Die Netflix-Dokumentation "Becoming" über Michelle Obama erlebt derzeit ein außergewöhnliches Comeback. Sechs Jahre nach ihrer Veröffentlichung schoss die Zuschauerzahl am Wochenende vom 30. Januar bis 1. Februar um mehr als 13.000 Prozent nach oben. Insgesamt wurden 47,5 Millionen Minuten gestreamt, wie "The Hollywood Reporter" berichtet. Der Zeitpunkt ist brisant und offenbar kein Zufall. Exakt an jenem Wochenende feierte Melania Trumps Dokumentation ihre Kinopremiere. Die Reaktion vieler Streaming-Zuschauer folgte prompt: Statt Kino entschieden sie sich für Michelle Obama.

Charts-Aufstieg in Rekordtempo: Michelle Obama schlägt Melania Trump

"Becoming" kletterte zunächst auf Platz 8 der Netflix-Charts, erreichte bis Montag (02.02.2026) bereits Rang 6 und schaffte es zwei Tage später sogar auf Platz 4. Zum Vergleich: Bei der Erstveröffentlichung im Mai 2020 hielt sich der Film nicht einmal eine Woche in den Top 10.

Michelle Obamas 89-minütige Dokumentation entstand 2020 unter der Regie von Nadia Hallgren und wurde von Higher Ground Productions, der Medienfirma von Michelle und Barack Obama, produziert. Der Film begleitet die frühere Anwältin auf ihrer Lesereise durch 34 Städte, während sie ihre Memoiren von 2018 bewirbt. Persönliche Reflexionen, familiäre Wurzeln und Begegnungen stehen im Mittelpunkt.

Melania Trumps 108-minütiger Film hingegen gewährt laut Amazon einen "beispiellosen Zugang" zu den 20 Tagen vor Donald Trumps zweiter Amtseinführung. Gezeigt wird die 55-Jährige bei der Organisation der Inaugurationsfeierlichkeiten und beim Umzug ihrer Familie zurück ins Weiße Haus. Amazon MGM zahlte Berichten zufolge 40 Millionen Dollar für die Rechte, weitere 35 Millionen Dollar flossen in die Vermarktung. Regie führte Brett Ratner.

Rotten Tomatoes: Historische Spaltung zwischen Kritikern und Fans

Besonders auffällig sind die Bewertungen auf Rotten Tomatoes. Melanias Dokumentation erreicht beim Tomatometer der Kritiker gerade einmal 5 Prozent. Das Publikum vergibt hingegen 99 Prozent. Laut einem Sprecher der Plattform gegenüber "Rolling Stone" handelt es sich um die größte Diskrepanz in der Geschichte von Rotten Tomatoes. Berichten zufolge stammt die extrem hohe Publikumswertung überwiegend von Melania-Unterstützern und MAGA-Anhängern. Michelle Obamas "Becoming" wirkt dagegen deutlich ausgewogener: 93 Prozent bei den Kritikern, 78 Prozent beim Publikum.

Trotz der schlechten Kritiken spielte Melanias Film am Eröffnungswochenende über 7 Millionen Dollar ein – das beste Debüt für eine Dokumentation ohne Konzertcharakter seit Jahren. Überschattet wird die Produktion jedoch von der Wahl des Regisseurs: Brett Ratner wurde 2017 von sechs Frauen sexueller Übergriffe beschuldigt. Er hat die Vorwürfe stets bestritten.

Die Premiere von Melanias Film löste in den sozialen Medien eine regelrechte Gegenbewegung aus. Zahlreiche Nutzer riefen dazu auf, stattdessen Michelle Obamas Dokumentation zu streamen. "Wenn ihr eine Dokumentation über eine kluge, erfolgreiche und stilvolle First Lady sehen wollt, schaut 'Becoming' auf Netflix. Michelle Obama ist ein wahrer nationaler Schatz", schrieb ein Nutzer auf X. Kritiker von Melania Trump strömten gezielt auf Netflix – als klares Statement im inoffiziellen Duell der First Ladies.

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