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Donald Trump: US-Präsident in die Enge getrieben - Psychologen erwarten nächste "Eskalation"

Psychologen erkennen eine narzisstische Persönlichkeit bei Donald Trump und warnen vor einem weiteren "unberechenbaren" Schritt des US-Präsidenten. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein

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  • Psychologen warnen vor Donald Trumps "narzisstischer Persönlichkeit"
  • Nach der jüngsten Kritik seiner Anhänger könnte sich der US-Präsident in die Enge getrieben fühlen
  • Es sei wahrscheinlich, dass er mit weiterer "Eskalation" reagiert statt Selbstreflexion zu üben

Donald Trump musste in den vergangenen Wochen viel Kritik einstecken. Einige Entscheidungen des US-Präsidenten sorgten selbst bei einigen eingefleischten Anhängern seiner MAGA-Bewegung für Unmut. Dazu gehört unter anderem der völkerrechtlich höchst umstrittene Angriff auf Venezuela Anfang des Jahres. Zudem sorgten wirtschaftliche Probleme und tödliche Schüsse auf US-Bürger in Minneapolis durch die Einwanderungsbehörde ICE für weitere Negativ-Schlagzeilen. Am Freitag brachten Trump dann auch noch durch das Justizministerium freigegebene Epstein-Akten in Bedrängnis. Darin wurde der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger gegen den 79-jährigen Republikaner laut. Wird Trump nach all dem Druck künftig sein Verhalten ändern, zurückhaltender und weniger selbstbewusst auftreten? Experten befürchten das Gegenteil.

Donald Trump ein Narzisst? Psychologen warnen vor wütendem US-Präsident nach Demütigung

Psychologen warnen gegenüber dem "Mirror" vor einem weiteren "unberechenbaren" Schritt des US-Präsidenten. Sie glauben, dass Trump unter Narzissmus leidet und die aktuellen Entwicklungen ganz bestimmte Reaktionen hervorrufen könnten.PsychotherapeutMark Vahrmeyer sagt gegenüber dem britischen Boulevardblatt:

  • "Wenn ein narzisstisch strukturierter Mensch in der Öffentlichkeit kritisiert wird, ist der Auslöser nicht etwa 'verletzter Stolz' im alltäglichen Sinne. Es ist eine narzisstische Kränkung: ein Riss in dem Bild, das er braucht, um sich innerlich gefestigt zu fühlen."
  • "Das wird als Scham und Demütigung wahrgenommen, und für diesen Persönlichkeitstyp können diese Gefühle unerträglich, ja sogar vernichtend sein."
  • Eine häufige Abwehrreaktion sei dann "narzistissche Wut": "Vereinfacht gesagt: Scham schürt Wut, und Wut braucht einen Feind: Ziel ist es, das (oder denjenigen), der die Bloßstellung verursacht hat, zu vernichten."

Trump könnte laut Vahrmeyer die Kritik und Ablehnung seiner Politik als "Verrat" empfinden. Statt sich selbst zu reflektieren, sei eine weitere "Eskalation" des Präsidenten wahrscheinlich: "Lautere Rhetorik, schärfere Feindbilder und strafende Gesten, die die Dominanz wiederherstellen und die Menge zurück in die Rolle des zustimmenden Spiegels drängen sollen." Zwar würden dem US-Präsidenten durch demokratische Strukturen Grenzen gesetzt. Doch falls er deswegen seine Kurs ändere, handele es sich "eher um eine erzwungene Anpassung als um Reue".

Weitere "Eskalation" durch Donald Trump möglich laut Experten

 

Eine weitere Psychologin namens Dr. Katie Barge stimmt Vahrmeyers Analyse gegenüber dem "Mirror" zu: 

  • Wenn narzisstische Persönlichkeiten in die Enge getrieben werden, beobachten wir typischerweise eine Eskalation statt Selbstreflexion. Das kann bedeuten, dass sie die Schuldzuweisungen verstärken, Feinde schaffen, auf angstbasierte Rhetorik setzen oder immer extremere Positionen einnehmen, um ihre Dominanz wiederherzustellen und ein Gefühl der Macht zurückzugewinnen. Offener Widerstand von den eigenen Anhängern wirkt besonders destabilisierend."

Druck könne narzisstische Persönlichkeiten wie Trump laut Barge noch "unberechenbarer, reaktiver und streitlustiger" machen. Sie seien dann eher bereit, riskante Entscheidungen zu treffen, die bei ihren Anhängern gut ankommen, auch wenn langfristig negative Konsequenzen drohen.

Nächster Schritt von Donald Trump  unberechenbar nach Kritik von Anhängern

Traumatherapeutin Tina Chummun kommt grundlegend zu demselben Schluss. Sie fügte gegenüber dem "Mirror" hinzu:

  • "Häufig beobachten wir auch eine Tendenz zur symbolischen Positionierung, bei der man sich selbst als unantastbare Autorität darstellt. Dies bietet dem Einzelnen psychologischen Schutz, kann aber für andere destabilisierend wirken."

Man könne jedoch kein "einheitliches Verhaltensmuster" bei narzisstischen Personen erkennen und keine "konkrete Handlungen" vorhersagen. Was Trump als Nächstes macht, bleibt also zunächst offen.

 

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