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Melania Trump: Mit einem Mal abserviert - dieses Verschwinden wirft Fragen auf

Melania Trumps Doku wird in Südafrika nicht in den Kinos starten. Bild: picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire | Andrew Leyden

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  • Melania-Doku in Südafrika-Kinos abserviert
  • Drei mögliche Auslöser für den Melania-Hammer in Südafrika
  • Trump-Vorwürfe vergiften Beziehungen
  • Melania Trump: 40-Millionen-Investition trotz magerer Verkaufszahlen
  • Zensurbehörde erfährt nichts vom Melania-Stopp in Südafrika

Der Filmverteiler Filmfinity hat die Veröffentlichung der Dokumentation "Melania" über die First Lady der USA in ganz Südafrika kurzfristig abgesagt. Die Premiere des Films war für diesen Freitag geplant.

Melania-Doku in Südafrika-Kinos abserviert

Thobashan Govindarajulu, Vertriebs- und Marketingleiter bei Filmfinity, erklärte laut dem südafrikanischen Portal "News24", dass "jüngste Entwicklungen" zu dieser Entscheidung geführt hätten. Welche konkreten Entwicklungen gemeint seien, wollte er nicht präzisieren. Das Unternehmen betonte ausdrücklich, dass die Entscheidung eigenständig getroffen wurde. "Das war unsere Entscheidung", versicherte Govindarajulu. Von außen sei weder Druck ausgeübt worden noch habe es entsprechende Bitten gegeben, den Film zurückzuziehen.

Drei mögliche Auslöser für den Melania-Hammer in Südafrika

Die genauen Beweggründe für den überraschenden Schritt bleiben unklar. Als mögliche Faktoren gelten die frostigen diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Südafrika, enttäuschende Vorverkaufszahlen oder weitere nicht näher benannte Umstände.

Mark Sardi, Geschäftsführer der großen südafrikanischen Kinokette Ster-Kinekor, hatte dem Bericht zufolge noch Anfang der Woche eine Mitteilung von Filmfinity erhalten. Darin hieß es, "Melania" erfülle alle lokalen Vorschriften und werde planmäßig starten. Jetzt zeigte sich Sardi ratlos über die plötzliche Kehrtwende des Verleihers. Er vermute, dass es sich um eine kommerzielle Entscheidung handle, die mit zahlreichen aktuellen Entwicklungen abgewogen worden sei.

Trump-Vorwürfe vergiften Beziehungen

Der Rückzug der Dokumentation ereignet sich in einer Phase tiefgreifender Spannungen zwischen Washington und Pretoria. Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit übt US-Präsident Donald Trump massive Kritik an Südafrika und verbreitet unbelegte Behauptungen über einen angeblichen Völkermord an der weißen Minderheit des Landes.

Diese Falschinformationen haben in Südafrika für erhebliche Empörung gesorgt. Viele Bürger sind verärgert darüber, dass Trump aus ihrer Sicht bewusst Unwahrheiten über ihr Land in Umlauf bringt. Zusätzlichen Unmut erzeugen die harten Handelszölle, die der US-Präsident verhängt hat.

Melania Trump: 40-Millionen-Investition trotz magerer Verkaufszahlen

Der Streamingdienst Amazon sicherte sich die Rechte an der Dokumentation für 40 Millionen Dollar und investierte zusätzlich mehrere Dutzend Millionen in die Vermarktung. Branchenexperten bewerteten diesen finanziellen Schritt als hochriskant. Tatsächlich melden Kinobetreiber schwache Vorverkaufsergebnisse für den Film.

Besondere Brisanz erhält das Werk durch Regisseur Brett Ratner. Für ihn markiert "Melania" das erste Hollywood-Projekt seit 2017, als er auf dem Höhepunkt der MeToo-Bewegung mit Vorwürfen des Fehlverhaltens konfrontiert wurde. Sein Comeback mit dieser First-Lady-Dokumentation sorgte bereits im Vorfeld für Kritik.

Zensurbehörde erfährt nichts vom Melania-Stopp in Südafrika

Die südafrikanische Zensurbehörde Film and Publications Board erfuhr erst durch Medienberichte vom Rückzug der Dokumentation. Eine Sprecherin der Behörde erklärte, man sei nicht darüber informiert worden, dass "Melania" aus den Kinos genommen wurde.

Auch die Kinobetreiber traf die Entscheidung völlig unvorbereitet. Noch zu Wochenbeginn hatten sie von Filmfinity die Bestätigung erhalten, dass alle behördlichen Auflagen erfüllt seien und der Start wie geplant erfolge. Innerhalb weniger Tage vollzog der Verteiler dann eine komplette Kehrtwende.

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