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Ukraine-Krieg aktuell: Putin-Flaggschiff nach Angriff gesunken - Militärgericht stoppt Kreml-Lüge

Die russische Moskwa ist im April 2022 gesunken. Bild: picture alliance/dpa | Can Merey (Archiv)

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  • Wladimir Putin blamiert - Militärbezirksgericht lässt Kreml-Lüge auffliegen
  • Kreml verschweigt Todesopfer nach Moskwa-Untergang
  • Jahrelange Kreml-Lüge um gesunkenes Flaggschiff
  • Symbolischer Schlag gegen Putins Flotte

Ein russisches Militärgericht hat zum ersten Mal offiziell anerkannt, dass die ukrainischen Streitkräfte für die Versenkung des Raketenkreuzers Moskwa verantwortlich waren und damit ganz nebenbei eine jahrelange Kreml-Lüge auffliegen lassen.

Wladimir Putin blamiert - Militärbezirksgericht lässt Kreml-Lüge auffliegen

Es kommt einer Blamage für Wladimir Putin gleich. Die Entscheidung des Zweiten Westlichen Militärbezirksgerichts in Moskau wurde von "Mediazona" publik gemacht und von "RBC-Ukraine" aufgegriffen. Obwohl die Gerichtspressestelle die Bekanntmachung rasch von ihrer Webseite entfernte, blieb eine Kopie des Urteils erhalten.

Das Eingeständnis steht in eklatantem Widerspruch zur damaligen Darstellung des russischen Verteidigungsministeriums. Dieses hatte im April 2022 behauptet, ein Feuer an Bord und eine daraus resultierende Munitionsexplosion hätten zum Untergang des Schiffes geführt. Zudem hieß es seinerzeit, die komplette Besatzung sei sicher evakuiert worden.

Kreml verschweigt Todesopfer nach Moskwa-Untergang

Das Moskauer Gericht sprach den ukrainischen Marine-Oberst Andrii Shubin, Kommandeur der 406. Artilleriebrigade, schuldig. Ihm wird vorgeworfen, den Befehl für die Raketenattacken gegeben zu haben, die zum Untergang der Moskwa führten. Zusätzlich lastet ihm Russland einen früheren Angriff auf die Fregatte Admiral Essen am 2. April 2022 an, bei dem ein Besatzungsmitglied verletzt worden sein soll.

Erstmals nannte das Gericht konkrete Opferzahlen des Moskwa-Untergangs: 20 Seeleute kamen ums Leben, 24 wurden verletzt und 8 gelten als vermisst. Unter den Vermissten befinden sich auch jene, die über sechs Stunden lang versucht hatten, das Schiff über Wasser zu halten. Die russischen Behörden fordern Schadenersatz in Höhe von 2,2 Milliarden Rubel, umgerechnet etwa 25 Millionen Euro.

Jahrelange Kreml-Lüge um gesunkenes Flaggschiff

Im April 2022 verbreitete das russische Verteidigungsministerium über die Staatsagentur Tass eine völlig andere Version der Ereignisse.

  • Demnach sei das Kriegsschiff infolge eines Brandes und der daraus folgenden Detonation von Munition beschädigt worden.
  • Der Rumpf habe seine Stabilität eingebüßt, weshalb ein Abschleppversuch nötig geworden sei.
  • Während des Transports bei schwerem Seegang sei das Schiff dann untergegangen.

Moskau beteuerte damals ausdrücklich, sämtliche Besatzungsmitglieder seien zuvor sicher auf andere Flottenschiffe in der Umgebung gebracht worden. Von Toten, Verletzten oder Vermissten war keine Rede.

  • Die ukrainische Seite hatte bereits unmittelbar nach dem Vorfall erklärt, das Schiff sei durch einen Raketentreffer beschädigt worden.
  • Selbst ein hochrangiger US-Verteidigungsbeamter konnte seinerzeit nicht eindeutig klären, was die Explosion ausgelöst hatte.

Symbolischer Schlag gegen Putins Flotte

Der Untergang der Moskwa ereignete sich am 14. April 2022 nahe der Schlangeninsel im Schwarzen Meer. Das Kriegsschiff wurde von ukrainischen Neptune-Raketen getroffen, wie das Gericht nun bestätigte. Die Moskwa galt als eines der schlagkräftigsten Schiffe in der Region und diente als Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte.

Der Verlust bedeutete für die Ukraine sowohl einen symbolischen als auch einen strategischen Erfolg. Mit der Versenkung des Flaggschiffs gelang den ukrainischen Streitkräften einer der bedeutendsten Marineerfolge des Krieges.

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