Donald Trump News: Rede in Davos: Trump-Aussagen im Faktencheck
Donald Trump bei einer Rede. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
Erstellt von Sarah Knauth
21.01.2026 20.24
Rund 70 Minuten redete US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Immer wieder kam er auf die Arktisinsel Grönland zu sprechen - streifte aber auch viele andere Themen. Nicht bei allen Aussagen nahm er es mit den Fakten genau.
Trump: China nutzt keine Windenergie
China verfügt über viele Ressourcen in der Windkraft und setzt diese ein. Im Norden des Landes seien 7.500 Gigawatt technisch und wirtschaftlich nutzbar, teilt das Global Wind Energy Council (GWEC) mit. Mit jährlich neuen Installationen von mehr als 100 Gigawatt alleine an Offshore-Windressourcen treibt China ein Wachstum in dem Bereich voran. Stand Frühjahr 2025 betreibe China mehr als die Hälfte der weltweit 15.100 Offshore-Windturbinen, erklärt das deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt.
GWEC-Daten zeigen zudem, dass der Großteil der führenden Windkraftanlagenhersteller im Jahr 2024 ihren Sitz in China hatten. 94 Prozent der chinesischen Anlagen werden demnach nicht exportiert und bleiben damit auf dem heimischen Markt.
Trump: USA haben nie etwas von der Nato bekommen, nur gezahlt
Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 haben die USA Artikel Fünf des Nato-Vertrags aktiviert, um Beistand der Verbündeten zu bekommen. Es war das erste und einzige Mal in der Nato-Geschichte, dass ein solcher Bündnisfall ausgerufen wurde. Dies führte dazu, dass Deutschland und andere Nato-Staaten sich am Krieg gegen die Taliban und die Terrororganisation Al-Kaida in Afghanistan beteiligten.
Trump: Deutschland erzeugt 22 Prozent weniger Strom als 2017
Es ist unklar, worauf Trump sich genau bezog. Mit Blick auf die Bruttostromerzeugung gibt es folgende Entwicklung: Diese ist in Deutschland seit 2017 in der Tat um mehr als 20 Prozent gesunken. 2017 lag sie nach einer Tabelle des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft bei 647 Milliarden Kilowattstunden - im Jahr 2025 nach vorläufigen Zahlen bei 499 Milliarden Kilowattstunden.
Das Umweltbundesamt schreibt auf seiner Webseite, seit 2017 nehme die inländische Stromerzeugung ab. Gründe dafür seien ein rückläufiger Stromverbrauch, die Außerbetriebnahme von konventionellen Kraftwerken und mehr Stromimporte.
Trump: USA haben ihre größten Steuersenkungen verabschiedet
Die USA haben mit dem "One Big Beautiful Bill" ("Ein großes, schönes Gesetz") im Juli 2025 ein weitreichendes Steuerpaket verabschiedet, das Steuerlasten senkt und bestehende Kürzungen ausweitet. Nach ökonomischen Maßstäben handelt es sich dabei aber nicht wie von Trump behauptet um die "größten Steuersenkungen in der Geschichte".
Die US-Steuerstiftung nennt die fünf größten Steuersenkungen seit 1940: Economic Recovery Tax Act von 1981, Revenue Acts von 1945, 1948 und 1964 sowie das American Taxpayer Relief Act von 2012. Sie führten zu einem Rückgang der Steuereinnahmen um durchschnittlich 1,6 bis 2,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Trumps Steuerpaket rangiert demzufolge dahinter mit 1,4 Prozent des BIP.
Trump: Die US-Präsidentschaftswahl 2020 war manipuliert
Dass die US-Präsidentschaftswahl 2020 manipuliert gewesen sei, wiederholt Trump seit Jahren. Doch die Aussage ist falsch. Damals setzte sich der Demokrat Joe Biden gegen Trump durch. Der Oberste Gerichtshof und andere Gerichte wiesen Klagen der Republikaner zurück. Die Wahl wurde zudem von Wahlaufsehern als sicherste Wahl überhaupt bezeichnet. In einigen Bundesstaaten wie Georgia hatte es sogar neue Auszählungen gegeben.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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