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Donald Trump: Umfrage: Großteil sieht Nato durch Trump gefährdet

Donald Trump bei einer Rede. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon

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Einer Umfrage zufolge glaubt der Großteil der Deutschen, dass die Politik des US-Präsidenten Donald Trump den Fortbestand der Nato gefährdet. 78 Prozent der Befragten stimmen dieser Einschätzung zu, 18 Prozent glauben dies nicht. Das geht aus dem aktuellen ZDF-"Politbarometer" hervor. Der Rest der Befragten antwortete mit "weiß nicht".

US-Präsident Donald Trump will den USA das riesige rohstoffreiche Grönland einverleiben. Die Insel ist weitgehend autonom und gehört zum Staatsgebiet des Nato-Mitglieds Dänemarks. Wenn ein Nato-Land ein anderes angreife, dann höre alles auf, hatte Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen gesagt. Anfang Januar hatten US-Streitkräfte in Venezuela den autoritären Staatschef Nicolás Maduro gefangen genommen und außer Landes gebracht. Trump hatte schon zuvor Ansprüche auf Einnahmen aus dem Export venezolanischen Öls angemeldet.

Wenn die USA unter Missachtung des Völkerrechts mit militärischen Mitteln in die Politik anderer Länder eingreifen, um sich dort wirtschaftliche Ressourcen zu sichern, ist der Großteil der Befragten der Umfrage dafür, dass sich die Europäische Union dagegen stellt. Für eine Mehrheit von 69 Prozent soll die EU demnach dagegen Position beziehen. 22 Prozent der Befragten sind dafür, dass sich Brüssel raushält und 5 Prozent plädieren dafür, dass sich die EU hinter das Handeln der USA stellt.

Meinung zu möglichem US-Eingreifen im Iran gespalten

Bei den aktuellen Entwicklungen rund um die jüngste Protestwelle im Iran gegen die autoritäre Führung des Landes sind die Befragten gespalten: 37 Prozent der Deutschen würden es begrüßen, wenn die USA im Iran eingriffen, um ein Ende der aktuellen Führung herbeizuführen. Genauso viele (37 Prozent) lehnen ein solches Eingreifen ab, 13 Prozent wäre das egal. Trump hatte nach Beginn der Massenproteste im Iran mehrfach Teheran mit einem Einschreiten gedroht.

Ähnlich gespalten ist die Meinung zur Frage eines Einsatzes der Bundeswehr in der Ukraine: Sollte es zwischen Russland und der Ukraine zu einer Waffenruhe kommen und diese durch europäische Truppen abgesichert werden, dann sollte sich nach Ansicht von 49 Prozent der Befragten auch Deutschland mit der Bundeswehr auf ukrainischem Gebiet an dieser Absicherung beteiligen.

Fast genauso viele (45 Prozent) sprechen sich gegen einen solchen Einsatz aus. Klare Einstellungsunterschiede zeigen sich laut den Angaben im "Politbarometer" dabei zwischen West und Ost: Während in Westdeutschland 53 Prozent eine Absicherung einer Waffenruhe auch durch die Bundeswehr in der Ukraine befürworten, sind es in Ostdeutschland lediglich 32 Prozent.

Die Umfrage ist nach Angaben der Forschungsgruppe Wahlen repräsentativ für die Wahlberechtigten in Deutschland. Zwischen dem 13. und 15. Januar wurden 1.245 Personen befragt.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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