Donald Trump: 800 Hinrichtungen im Iran gestoppt - Wirbel um Horror-Zahlen aus dem Weißen Haus
Donald Trump will 800 Hinrichtungen im Iran verhindert haben. Bild: picture alliance/dpa/AP | Ryan Sun
Erstellt von Tobias Rüster
16.01.2026 08.34
- Donald Trump verkündet Ende der Tötungen im Iran
- Tausende Tote bei Niederschlagung der Proteste
- US-Botschafter droht mit militärischem Eingreifen vor UN-Sicherheitsrat
- Zweifel an US-Behauptung: Hat Trump wirklich 800 Hinrichtungen gestoppt?
Die US-Regierung behauptet, der Iran habe unter amerikanischem Druck Hunderte geplante Exekutionen gestoppt. Laut Weißem Haus wurden 800 Hinrichtungen von Demonstranten abgesagt. Sprecherin Karoline Leavitt äußerte sich jedoch nicht dazu, woher US-Präsident Donald Trump diese Angaben erhalten haben soll.
Donald Trump verkündet Ende der Tötungen im Iran
Trump selbst hatte bereits einen Tag zuvor erklärt, ihm seien von "sehr wichtigen Quellen auf der anderen Seite" Zusicherungen gemacht worden. Demnach würden die Tötungen im Iran eingestellt. Der Präsident hatte die Führung in Teheran zuvor eindringlich davor gewarnt, Beteiligte an den landesweiten Massenprotesten hinzurichten.
Die amerikanische Regierung droht der Islamischen Republik seit Wochen mit Konsequenzen wegen der gewaltsamen Niederschlagung der Demonstrationen. Trump schließt dabei auch ein militärisches Vorgehen nicht aus.
Tausende Tote bei Niederschlagung der Proteste im Iran befürchtet
Die landesweiten Demonstrationen begannen Ende Dezember. Als Auslöser gelten eine verheerende Wirtschaftskrise, eine extrem hohe Teuerungsrate sowie wachsender Unmut über die Staatsführung in Teheran. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung hatte sich zu einer massiven Protestwelle entwickelt.
Der iranische Sicherheitsapparat reagierte mit äußerster Härte auf die Demonstrationen. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen kamen bei der gewaltsamen Unterdrückung der Proteste Tausende Menschen ums Leben.
US-Botschafter droht mit militärischem Eingreifen vor UN-Sicherheitsrat
Mike Waltz, US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, erneuerte die Drohung mit einer militärischen Intervention gegen den Iran. Trump sei "ein Mann der Tat, nicht der endlosen Worte, wie wir sie bei den UN sehen", erklärte Waltz. Der Präsident habe unmissverständlich gemacht, dass "alle Optionen auf dem Tisch liegen, um das Schlachten zu beenden".
Die Vereinten Nationen forderten Teheran dazu auf, sämtliche geplanten Exekutionen von Protestteilnehmern zu stoppen. Zudem verlangten sie eine unabhängige und transparente Untersuchung aller Todesfälle. UN-Generalsekretär António Guterres appellierte an alle Seiten, sich größtmöglich zurückzuhalten.
Zweifel an US-Behauptung: Hat Trump wirklich 800 Hinrichtungen gestoppt?
Die vom Weißen Haus präsentierte Zahl von 800 verhinderten Hinrichtungen erscheint bemerkenswert hoch. Ein Vergleich mit Daten der Menschenrechtsorganisation Amnesty International verdeutlicht das Ausmaß dieser Behauptung. Die Organisation dokumentierte für das gesamte Jahr 2024 insgesamt 972 Hinrichtungen im Iran.
Die behauptete Absage von 800 Exekutionen würde somit nahezu der Gesamtzahl eines ganzen Jahres entsprechen. Diese Relation lässt die amerikanische Angabe außergewöhnlich erscheinen. Weder die Sprecherin des Weißen Hauses noch Trump selbst legten nachprüfbare Belege für die genannte Zahl vor. Die Herkunft der Information bleibt unklar, abgesehen von Trumps vager Erwähnung "sehr wichtiger Quellen auf der anderen Seite". Unabhängige Beobachter oder internationale Organisationen haben die Zahl bisher nicht verifizieren können.
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