Politik

Donald Trump: Experten besorgt wegen Macht-"Wahnvorstellung" in US-Regierung

Donald Trump explodierte, nachdem mehrere Republikaner, seine Macht im Senat beschränkten. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson

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  • Donald Trump wütet gegen Republikaner, die im Senat für eine Resolution stimmten, die es dem US-Präsidenten nicht erlaubt, Streitkräfte in Venezuela einzusetzen.
  • Journalist besorgt: Trump und Republikaner von Macht berauscht.
  • Trump verliert und verschärft seine Lügen.

Donald Trumps Macht ist nicht absolut. Das erfuhr der US-Präsident zuletzt im Senat. Fünf republikanische Senatoren stellten sich gegen ihn und stimmten für eine Resolution, die Trump daran hindern würde, militärisch in Venezuela einzugreifen. Der 79-Jährige reagierte daraufhin gewohnt aufbrausend und wütete gegen seine Parteikollegen. Schließlich mag es Trump nicht, wenn jemand nicht seiner Meinung ist, wie Greg Sargent von "The New Republic" und Amanda Marcotte von "Salon" in der aktuellen Folge des Podcasts "Daily Blast" besprechen.

Republikaner beschneiden Trumps Kriegsmacht - US-Präsident flippt aus

Marcotte vergleicht Trumps Wutausbruch mit einem übergroßen Kleinkind. Zwar würde Trump aufgebracht sein, wenn er nicht vorhätte, in Grönland oder Venezuela einzumarschieren. "Aber offensichtlich spielt auch eine große Rolle, dass er beschlossen hat, dass er jetzt ein König ist, dass er unbegrenzte Macht hat und es keine Kontrolle seiner Macht geben sollte. Er könne nicht anders, als auszuflippen, wenn ihm jemand widerspreche. In Bezug auf Venezuela sagte Sargent, dass es auf keinem Planeten eine Maßnahme gebe, die ihn davon abhalten würde, mit dem Militär zu machen, was er will.

Die USA hatten am 3. Januar Ziele in Venezuela angegriffen. Staatschef Maduro wurde bei der Operation gefangen genommen und in die Vereinigten Staaten gebracht. Ihm soll in New York wegen Drogendelikten der Prozess gemacht werden. Trump kündigte an, die Vereinigten Staaten würden Venezuela nun vorübergehend führen, und hat Ansprüche auf Einnahmen aus dem Export venezolanischen Öls angemeldet.

Trump und Republikaner im Machtrausch

Inwieweit die Entscheidung des Senats Trump davon abhalten wird, seine Kriegsmacht in Venezuela geltend zu machen, ist ungewiss. Sargent glaubt aber, dass Trump sein Veto einlegen würde, sollte das Repräsentantenhaus "diese Sache" verabschieden. "Seine Macht wird also nicht eingeschränkt." Er werde auch nach der illegalen Invasion in Venezuela, weitermachen, auch wenn der Kongress dem nicht zustimme. Was ihn wirklich verärgerte? Die Republikaner hätten "seine Autorität infrage" gestellt. Trump und andere Republikaner seien von der Macht berauscht, was sich in ihrem Verhalten zeige. Das bereitete Marcotte Sorgen. Sie sagte: "Ich glaube, dass der Erfolg der Entführung Maduros in Venezuela ... sie überzeugt hat, ihnen in den Kopf gestiegen ist, und sie glauben einfach, dass es derzeit nichts gibt, was sie aufhalten könnte, und dass es keine Grenzen gibt. Ich finde das beängstigend, denn wenn jemand an der Macht in diese Mentalität verfällt, dann ist das eine Wahnvorstellung auf dem Niveau von Gaddafi. Das ist schlimm. Das ist eine Wahnvorstellung auf dem Niveau von Hitlers letzten Tagen."

Journalistin sicher: Trump lügt wie nach seiner Wahlniederlage 2020

Diese Wahnvorstellungen würden seine Schwäche aufdecken. "Ich höre jemanden, der sich bemüht – der langsam versteht –, dass er mit dem Rücken zur Wand steht", sagte Marcotte. Seine Anfälle vergleicht sie mit Trumps Wahlniederlage 2020. "Seine Lügen wurden immer wütender, verrückter, lauter, bizarrer", erklärte sie und fügte hinzu: "Er war am Verlieren und versuchte einfach, den Ton seiner Lügen zu verschärfen, in der Hoffnung, dass dies die Fakten, die ihn überwältigten, ausgleichen würde, und ich denke, wir sehen ein ähnliches Verhalten."

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/news.de/dpa

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