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Donald Trump: US-Präsident will Grönland - Bundeswehrsoldaten sollen seinen Plan stoppen

Der Vorsitzende des Reservistenverbands der Bundeswehr verlangt eine militärische Präsenz deutscher Streitkräfte auf Grönland. Bild: picture alliance/dpa | Michael Reichel (Symbolbild)

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  • Wegen Donald Trump: Deutsche Streitkräfte nach Grönland
  • Hier könnten deutsche Truppen Trumps Vorhaben auf Grönland stoppen
  • Bundeswehr könnte Arktis-Training ausbauen
  • Wadephul sucht Dialog mit Trump-Minister - Merz mit klarer Position

Der Vorsitzende des Reservistenverbands der Bundeswehr, Patrick Sensburg, verlangt angesichts der anhaltenden Drohungen von US-Präsident Donald Trump eine militärische Präsenz deutscher Streitkräfte auf Grönland. Trump hatte erst kürzlich erneut bekräftigt, die zu Dänemark gehörende Insel notfalls besetzen zu lassen. Würde eine Nato-Truppenpräsenz den US-Präsidenten stoppen?

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Wegen Donald Trump: Deutsche Streitkräfte nach Grönland

Sensburgfordert konkret die zügige Verlegung von zwei europäischen Brigaden unter dänischem Kommando auf die arktische Insel. Deutschland stehe dabei besonders in der Verantwortung. Europa müsse deshalb deutlich mehr Flagge zeigen.

  • "Wir müssen davon ausgehen, dass Trump mit Grönland Ernst macht", erklärte Sensburg gegenüber "Bild".

Auch CDU-Außenpolitiker Peter Beyer unterstützt eine verstärkte Sicherheitspräsenz der EU-Nato-Staaten auf Grönland - sowohl in der Luft als auch am Boden.

Hier könnten deutsche Truppen Trumps Vorhaben auf Grönland stoppen

Für eine mögliche Stationierung kommen verschiedene Orte auf der riesigen Insel infrage.

  • Als besonders geeignet gilt Kangerlussuaq an der Westküste, das über Grönlands längste Rollbahn verfügt. Dänemark und Grönland haben den Standort bereits für dauerhafte militärische Nutzung vorgesehen – die vorhandene Infrastruktur macht ihn zum idealen Knotenpunkt für europäische Kontingente.
  • Im Süden bietet sich Narsarsuaq an, wo einst amerikanische Streitkräfte stationiert waren. Die große Landebahn und grundlegende Einrichtungen sind noch vorhanden und könnten für internationale Einheiten erweitert werden.
  • Der dänische Stützpunkt Kangilinnguit wäre eine weitere Option. Dort ist bereits das Arktisk Kommando präsent. Der Hafen und die strategische Lage ermöglichen die Eingliederung europäischer Marine- oder Infanteriekräfte.

Bundeswehr könnte Arktis-Training ausbauen

Sensburg sieht in einer dauerhaften Präsenz auf Grönland auch Vorteile für die deutschen Streitkräfte. Die Bundeswehr könnte dort eigene Ausbildungseinrichtungen aufbauen.

  • "Das birgt auch Chancen: Wir könnten neben der Gebirgs- und Winterkampfschule in Mittenwald auch in Grönland trainieren und ausbilden", so der Reservistenverbands-Chef bei "Bild".
  • Dies werde Europa enger zusammenschweißen.

Als mögliche Trainingsstandorte kommen zwei Regionen infrage: Ostgrönland in der Nähe von Daneborg oder Station Nord bietet extreme Bedingungen mit Hochland- und Inlandeis. Die dänische Sirius-Schlittenpatrouille operiert dort bereits. Alternativ eignet sich die Gegend um Sisimiut an der zentralen Westküste. Das anspruchsvolle Gelände ist für Winterübungen ideal und über den nahen Flughafen Kangerlussuaq logistisch gut angebunden.

Wadephul sucht Dialog mit Trump-Minister - Merz mit klarer Position

Parallel zu den militärischen Überlegungen setzt die Bundesregierung auf diplomatische Kanäle. Außenminister Johann Wadephul reiste zuletzt in die US-Hauptstadt, um mit seinem amerikanischen Amtskollegen Marco Rubio über die Grönland-Frage zu sprechen. 

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte zuvor gemeinsam mit den Regierungschefs aus Frankreich, Italien, Polen, Spanien, Großbritannien und Dänemark eine klare Position bezogen. "Grönland gehört seinem Volk", lautete die gemeinsame Erklärung der europäischen Partner.

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