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Donald Trump: "Der Iran will verhandeln" - "The Don" prüft Militärschlag

Greift Donald Trump militärisch im Iran ein? Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson

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  • Donald Trump: "Der Iran hat angerufen"
  • Greift "The Don" militärisch im Iran ein?
  • Blutige Straßen in Teheran nach Protesten - Bericht über Hunderte Tote
  • Internationale Gemeinschaft reagiert entsetzt
  • Teheran droht mit Vergeltung bei Trump-Angriff

Inmitten der eskalierenden Proteste im Iran hat US-Präsident Donald Trump eine überraschende Ankündigung gemacht: Die iranische Führung habe sich gemeldet und wolle Gespräche aufnehmen.

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Donald Trump: "Der Iran hat angerufen"

Nach Einschätzung Trumps sei das Regime es leid, von den Vereinigten Staaten unter Druck gesetzt zu werden.

  • "Der Iran hat angerufen, sie wollen verhandeln", erklärte der 79-Jährige an Bord der Air Force One gegenüber Journalisten.

Ein Treffen mit iranischen Vertretern werde derzeit vorbereitet. Allerdings schränkte der Präsident ein, dass die USA angesichts der aktuellen Entwicklungen möglicherweise bereits vor einem solchen Treffen handeln müssten. Worüber Teheran konkret mit Washington sprechen möchte, ließ Trump offen. Die Äußerungen fielen im Kontext einer Journalistenfrage zum umstrittenen iranischen Atomprogramm, wobei die Nachfrage dann allgemein auf Verhandlungsbereitschaft abzielte.

Donald Trump: Greift "The Don" militärisch im Iran ein?

Für Dienstag ist laut Medienberichten ein Treffen hochrangiger Sicherheitsbeamter im Weißen Haus angesetzt. Dabei sollen sämtliche Optionen für ein amerikanisches Vorgehen gegen den Iran auf den Tisch kommen. Das Spektrum der diskutierten Maßnahmen ist breit gefächert:

  • Von der Bereitstellung des Satellitendienstes Starlink zur Unterstützung der Demonstranten über technische Maßnahmen und mögliche gezielte Cyber-Operationen gegen militärische Infrastruktur bis hin zu direkten Militärschlägen, ist vieles denkbar.
  • Auch verschärfte Sanktionen gegen Regimevertreter sowie den Energie- und Bankensektor stehen zur Debatte.
  • Trump wollte mit Tech-Milliardär Elon Musk telefonieren, dessen Unternehmen SpaceX den Starlink-Dienst betreibt.

Insider berichten dem "Wall Street Journal", dass bei dem Treffen keine endgültige Entscheidung erwartet werde. Innerhalb der Regierung bestehen Bedenken, dass Militärschläge kontraproduktiv wirken und die Protestbewegung untergraben könnten.

Blutige Straßen in Teheran nach Protesten - Bericht über Hunderte Tote

Die Gewalt im Iran nimmt dramatische Ausmaße an. Nach Angaben des US-amerikanischen Menschenrechtsnetzwerks HRANA sind bislang 544 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern befinden sich 483 Demonstranten, darunter auch Kinder, sowie 47 Angehörige der Sicherheitskräfte. Etwa 10.700 Personen wurden demnach festgenommen. Diese Zahlen lassen sich unabhängig nicht verifizieren.

Die Proteste haben sich mittlerweile auf 186 Städte im ganzen Land ausgeweitet. Eine Quelle in der Hauptstadt schilderte dem britischen Sender BBC die Zustände vor Ort:

  • "Die Lage hier ist sehr, sehr schlimm." Sicherheitskräfte hätten mit scharfer Munition auf Menschen geschossen.
  • "Es ist wie in einem Kriegsgebiet, die Straßen sind voller Blut. Sie transportieren die Leichen in Lastwagen ab", hieß es weiter.
  • Auch diese Schilderungen ließen sich zunächst nicht unabhängig bestätigen.

Internationale Gemeinschaft reagiert entsetzt

UN-Generalsekretär António Guterres hat sich angesichts der Berichte über das brutale Vorgehen gegen Demonstranten bestürzt gezeigt.

  • Er sei "schockiert" über die Gewalt, schrieb er auf der Plattform X und verlangte "maximale Zurückhaltung" von den iranischen Sicherheitskräften.

Auch aus der Europäischen Union kamen deutliche Worte. EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola richtete sich direkt an die Protestierenden:

  • "An die mutigen Mädchen, Studenten, Männer und Frauen auf den Straßen: Das ist eure Zeit", erklärte sie in sozialen Medien.
  • Gleichzeitig appellierte sie an die iranische Staatsführung, einen Kurswechsel einzuleiten.

Das Mullah-Regime hat derweil den Internetzugang für die Bevölkerung nahezu vollständig blockiert. Auch Telefonverbindungen funktionieren teilweise nicht mehr. Damit will Teheran offenbar die Kommunikation zwischen den Demonstranten unterbinden und die Verbreitung von Bildern und Videos aus dem Land verhindern.

Teheran droht mit Vergeltung bei Trump-Angriff

Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hatte die USA jüngst vor einer militärischen Einmischung gewarnt. Die Protestbewegung versuche lediglich, einen Vorwand für eine amerikanische Intervention zu schaffen, behauptete er. Sollten die Vereinigten Staaten tatsächlich militärisch eingreifen, würden US-Militär- und Handelsstützpunkte zu Zielen für Vergeltungsmaßnahmen, drohte der Politiker.

Unterdessen meldete sich Reza Pahlavi, der im US-Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs, mit einem Aufruf zur Eskalation. Er forderte die Protestbewegung auf, in die nächste Phase des Aufstands überzugehen, um die Islamische Republik zu stürzen. Neben der Besetzung zentraler Straßen seien nun auch Einrichtungen der Staatspropaganda und der Kommunikationsblockade "legitime Ziele", erklärte er auf X. Ob seine Botschaft die Menschen im Iran angesichts der Internetsperre überhaupt erreicht, bleibt fraglich.

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/news.de/dpa

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