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Cem Özedmir: Milch bald teurer? Grünen-Minister will Bauern stärken

Cem Özdemir will die Milchbauern stärken. Bild: picture alliance/dpa | Serhat Kocak

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Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir plant gesetzliche Eingriffe in den Milchmarkt. Bauern sollen dadurch frühzeitig erfahren, welchen Preis sie für Milch beim Händler verlangen können. Schießen die Milchpreise dadurch bald in die Höhe?

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Cem Özdemir plant Eingriffe in Milchmarkt, um Bauern zu stärken

Derzeit bekommen Milchbauern oft erst nach mehreren Wochen mitgeteilt, zu welchem Preis Molkereien ihre Rohmilch gekauft haben. Vor allem kleine Milchbauern fühlen sich durch die Marktmacht großer Händler benachteiligt und fordern daher mehr Kontrolle sowie Einfluss auf die Preisfindung, schreibt die "Bild"-Zeitung. Durch eine gesetzliche Änderung könnte Milch für den Verbraucher jedoch deutlich teurer werden.

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"Der Vorschlag des Ministers sieht vor, dass mindestens 80 Prozent der Rohmilchmenge eines jeden Erzeugers als Festpreis anzubieten ist. Angenommen, alle Molkereien würden das an der Börse absichern, entstehen Mehrkosten im gesamten Milchmarkt, die die Wissenschaft zwischen 80 und 130 Mio. Euro pro Jahr schätzt. Das sind lediglich die Börsenkosten", warnt Milchindustrie-Chef Eckhard Heuser gegenüber der "Bild". "Ziel der Politik und des Vorschlages ist ein höherer Milchpreis, der natürlich am Ende an der Supermarktkasse zu spüren sein wird. Das ist nur die natürliche Folge. Denn der Kostendruck bei den Molkereien muss natürlich weitergereicht werden."

Und auch der Deutsche Bauernverband hält nichts von den Plänen. Einem Bericht des Nachrichtenportals "Politico" zufolge, soll sich der Verband bereits an Bundesfinanzminister Christian Lindner gewandt, um die Pläne von Cem Özdemir zu stoppen. Es sei nicht nur zu viel Bürokratie sondern dadurch würde auch die Vertragsfreiheit der Bauern verletzt. Das Bundeslandwirtschaftsministerium beruft sich jedoch auf eine gesetzliche Möglichkeit im EU-Recht, die Eingriffe ins nationale Kaufrecht bei Rohmilch erlaubt. "Wir wollen die Milchbetriebe in der Wertschöpfungskette stärken", teilt das Ministerium auf "Bild"-Anfrage zurück.

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