Berlin: Schülerinnen missbraucht - mehrjährige Haft für Ex-Lehrer
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Erstellt von Sarah Knauth
12.06.2026 15.15
Ein ehemaliger Lehrer ist wegen sexuellen Missbrauchs von Schülerinnen zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Der 39-Jährige habe bewusst seine Autoritätsstellung als Lehrer und das Vertrauen der vier betroffenen Schülerinnen ausgenutzt, befand das Berliner Landgericht.
Der Mann, der an verschiedenen Schulen als Vertretungslehrer tätig war, wurde unter anderem der Vergewaltigung in einem Fall sowie des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen in 19 Fällen schuldig gesprochen. Die Opfer seien 15 bis 17 Jahre alt gewesen. "Er kannte ihre Lebensumstände, ihre Probleme, er bot Hilfe an, er war der Lehrer auf Augenhöhe, der das Du anbot", hieß es im Urteil. Der Mann sei jeweils nach ähnlichem Schema vorgegangen.
Tatort Gartenlaube
Im Prozess gegen den damals angestellten Lehrer für Physik und Geografie ging es um mutmaßliche Taten zwischen März 2016 und März 2020. Tatort sei die Gartenlaube des Angeklagten in Berlin gewesen.
Im Februar 2018 soll der damals 32-Jährige laut Anklage ein 15 Jahre altes Mädchen, das über keinerlei sexuelle Erfahrungen verfügte, vergewaltigt haben. Von Januar bis Juli 2019 sei es in 16 Fällen zu sexuellen Handlungen an einer 16-Jährigen gekommen. Als ihr Lehrer habe er von ihren familiären Schwierigkeiten erfahren, dies gezielt ausgenutzt und Hilfe angeboten, "um eine persönliche Nähe zu ihr aufzubauen". Die entstandene emotionale Abhängigkeit der Jugendlichen habe den späteren sexuellen Kontakt ermöglicht, den er bewusst herbeigeführt habe.
Hilfsangebote habe er auch im letzten Fall der Anklage im März 2020 genutzt, um eine persönliche Bindung herzustellen und das Vertrauen einer weiteren 16-Jährigen aufzubauen. Das Gericht sei überzeugt, dass Hilfe "nicht ohne Hintergedanken" erfolgte.
Angeklagter gab sexuelle Kontakte zu
Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn vor knapp zwei Monaten sexuelle Kontakte zu Schülerinnen zugegeben und um Entschuldigung gebeten. Den Vorwurf der Vergewaltigung einer 15-Jährigen wies er aber zurück. Es habe jeweils ein "Einverständnis" gegeben, hieß es in einer Erklärung, die sein Verteidiger verlas. Der studierte Lehrer ist nach seinen Angaben seit 2021 nicht mehr in seinem Beruf tätig. Sein Leben sei seit Bekanntwerden der Vorwürfe "aus den Fugen geraten".
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren gefordert. Der Verteidiger plädierte auf Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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