Buckelwal in der Ostsee: Jetzt kommen Orca-Experten - können sie den Wal retten?
Neue Wal-Forscher sollen den in der Ostsee liegenden Buckelwal retten. Bild: picture alliance/dpa | Philip Dulian
Erstellt von Sabrina Böhme
23.04.2026 08.33
- Buckelwal steckt weiter in der Ostsee fest
- Wal-Experten sollen den Wal retten
- Gutachten offenbart: Rettung nicht erfolgversprechend
Der vor der Ostsee-Insel Poel gestrandete Buckelwal hängt weiter fest. Luftkissen und andere Maßnahmen haben bislang nicht geholfen. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) äußerte sich am Mittwochabend (22. April 2026) bei einer Stellungnahme vor der Presse. "Wir müssen das Konzept überarbeiten." Wie soll es für den Buckelwal weitergehen?
Die private Hilfsinitiative, die vor rund einer Woche vom Umweltminister grünes Licht bekam, arbeite unter Hochdruck an einer Überarbeitung des Plans, sagte Backhaus. Jetzt gibt es neue Entwicklungen: Der FinanzierWalter Gunz holt drei renommierteSpezialisten der Organisation "The Whale Sanctuary Project" ins Boot. Sie sollen die Rettungsmission unterstützen, berichtet "Bild".
Buckelwal in der Ostsee: "Free-Willy"-Retter soll Timmy befreien
Die Wal-Experten verfügen über jahrelange Erfahrung im Umgang mit Orcas und anderen Meeressäugern. Unter den Experten befindet sich Jeffrey Foster, der bereits an der legendären Auswilderung des Orcas Keiko mitwirkte – jenem Wal, der durch den Kinofilm "Free Willy" weltberühmt wurde. Jeffrey Foster leitet die Forschungsabteilung von "The Whale Sanctuary Project". Die gemeinnützige Organisation kümmert sich um die Freilassung von Delfinen und Walen aus Gefangenschaft. Unterstützt wird Foster von Michael Partica, einem Fachmann für das Verhalten von Meeressäugern mit Schwerpunkt auf Auswilderungsprojekte. Als drittes Teammitglied komplettiert Kyra Wadsworth das Trio – eine Tierpflegerin, die auf die Betreuung von Meeressäugern spezialisiert ist. Die Verbindung zu den internationalen Spezialisten kam über Dr. Charles Vinick zustande, einen kanadischen Meeresbiologen und Vorsitzenden der Organisation.
Gunz setzt auf das Trio, weil sie "Erfahrungen mit der Rettung von Walen" haben. Zudem würden sie "mehr Professionalität in die Gruppe" bringen.
Rettungsaktion: Gutachten sieht keinen Erfolg
Seit Wochen versuchen Retter, den Wal von seiner Position wegzubringen. Der Umgang mit dem Tier wurde immer wieder von verschiedenen Seiten kritisiert, auch Backhaus selbst sah sich Vorwürfen ausgesetzt.
Expertinnen und Experten der Internationalen Walfangkommission (IWC) empfehlen eine möglichst ruhige und palliative Versorgung des Meeressäugers. Backhaus sieht sich dadurch bestätigt. "Diese Einschätzung deckt sich mit der wissenschaftlichen Bewertung, die von Anfang an Grundlage unseres Handelns war", sagte er. Ein wissenschaftliches Gutachten sei schon Anfang April zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Rettungsversuch nicht erfolgversprechend sei und erhebliche Risiken für das Tier berge. Auf dieser Grundlage hatte das Land entschieden, auf weitere aktive Eingriffe vorerst zu verzichten.
Mit Blick auf das Vorgehen der Privatinitiative sagte der Minister: "Es gab keinen Zuschlag und keine Genehmigung – sondern eine rechtlich gebotene Duldung." Nach dem Bundesnaturschutzgesetz sei es allen erlaubt, einem hilflosen Tier zu helfen. Maßstab für das staatliche Handeln sei ausschließlich das Tierwohl. Das Land begleite die Maßnahmen eng, Veterinärinnen und Veterinäre seien rund um die Uhr vor Ort.
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