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Eisheilige schlagen zu: Schnee in der Himmelfahrtswoche - Tief Doreen sorgt für Kälteschock

Schlagen die Eisheiligen in diesem Jahr zu? Bild: AdobeStock / shamek

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  • Eisheilige vom 11. bis 15.05.2026
  • Wissenschaftliche Erklärung für Kaltlufteinbruch im Mai
  • Wetter-Prognose für Eisheilige 2026

Eine alte Bauernregel besagt: "Pflanze nie vor der kalten Sophie." Aus Angst vor Nachtfrösten warten viele Gärtner:innen die Eisheiligen ab, bevor sie kälteempfindliche Pflanzen nach draußen setzen. Kein Wunder: Auch Mitte Mai kann es in Mitteleuropa noch einmal Frost geben. Was steckt hinter dem Phänomen? Schlagen die Eisheiligen in diesem Jahr zu?

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Eisheilige vom 11. bis zum 15.05.2026: Das steckt hinter dem Wetterphänomen

Die Eisheiligen gelten als meteorologische Singularität. Darunter versteht man ungewöhnliche Witterungsregelfälle, die zu bestimmten Zeiten auftreten und deutlich vom vorherrschenden Wetter abweichen. Vom 11. bis zum 15. Mai können Mamertus, die Kalte Sophie und Co. für kühles Wetter sorgen. In diesem Zeitraum konnten seit Beginn der Aufzeichnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) immer wieder Kaltlufteinbrüche mit nächtlichem Frost beobachtet werden. Das Frühlingswetter stabilisiert sich oft erst nach den Eisheiligen.

Alle Namen der Eisheiligen im Überblick

In einigen Regionen werden die Eisheiligen auch "gestrenge Herren" oder "Eismänner" genannt. Die Namen der Eisheiligen gehen auf Bischöfe und Märtyrer aus dem 4. und 5. Jahrhundert zurück. Mit dem Wetter haben sie allerdings nichts zu tun. So heißen die Eisheiligen:

  • Montag (11.05.2026): Mamertus
  • Dienstag (12.05.2026): Pankratius
  • Mittwoch (13.05.2026): Servatius
  • Donnerstag (14.05.2026): Bonifatius
  • Freitag (15.05.2026): Sophie

Seriöse Wetterprognose oder Aberglaube? Wissenschaftliche Erklärung für die "Eisheiligen"

Laut Meteorologen sind die Eisheiligen jedoch nichts anderes als Aberglaube. Der Grund für Kaltlufteinbrüche mitten im Mai ist denkbar einfach: Im Frühjahr heizen sich die Landflächen in Südeuropa durch die zunehmende Sonneneinstrahlung sehr schnell auf. Im Norden Europas herrscht hingegen oft noch kaltes Wetter. Und diese enormen Temperaturunterschiede sind der Knackpunkt: Je nachdem, wie Tiefdruck- und Hochdruckgebiete liegen, befindet sich Deutschland entweder in einer nördlichen oder südlichen Strömung.

Schlagen die Eisheiligen 2026 zu? Das sagen Meteorologen

In diesem Jahr machen die Eisheiligen ihrem Namen alle Ehre:Ab diesem Montag sorgt Tief Doreen für einen massiven Kälteeinbruch in Deutschland. Nach dem sonnigen Wochenende stürzen die Temperaturen innerhalb von nicht einmal 48 Stunden um bis zu 18 Grad ab. Statt frühsommerlicher Wärme erwarten die Menschen nun überwiegend dichte Wolken und kühle Luft. Im Süden und Osten werden laut Deutschem Wetterdienst (DWD) noch Höchstwerte zwischen 15 und 20 Grad erreicht. In weiten Teilen des Landes bleibt das Thermometer jedoch bei mageren 8 bis 14 Grad stecken. "Durch den Regen und den Wind fühlt sich das Ganze noch kühler an", erklärt Wetterexperte Dr. Karsten Brandt gegenüber "Bild". Die traditionelle Bauernregel warnt nicht umsonst: Vor Nachtfrost sei man erst sicher, wenn die "kalte Sophie" am 15. Mai vorüber ist.

Der DWD warnt vor erheblichen Niederschlagsmengen in mehreren Regionen. Im Schwarzwald können bis in die Nacht zum Dienstag Regenmengen von 40 bis 50 Litern pro Quadratmeter zusammenkommen. Bereits am Morgen zieht mehrstündiger Starkregen von Nordrhein-Westfalen über Südniedersachsen und die Altmark bis nach Mecklenburg-Vorpommern, wobei örtlich 20 bis 35 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden fallen können. Im Süden und Südosten Deutschlands leben am Vormittag erneut kräftige Gewitter auf. Dabei drohen Starkregen mit bis zu 25 Litern pro Quadratmeter, kleiner Hagel sowie stürmische Böen. Vereinzelt sind laut DWD sogar heftiger Starkregen oder Sturmböen möglich. Gegen Abend ziehen sich die Gewitter in den Südosten zurück.

Die Kaltfront drückt die Schneefallgrenze in den Abend- und Nachtstunden drastisch nach unten. Über der Mitte Deutschlands sinkt sie auf 500 bis 700 Meter, im Süden auf 700 bis 1000 Meter. In den zentralen und östlichen Mittelgebirgen wie Taunus, Vogelsberg und Sauerland können sich Schneeflocken unter den Regen mischen – bis Dienstagmorgen sind oberhalb von 700 Metern bis zu 2 Zentimeter Neuschnee möglich. An den Alpen fällt deutlich mehr: Oberhalb von 1.000 Metern rechnet der DWD mit 5 bis 10 Zentimetern, im Allgäu sogar mit 10 bis 15 Zentimetern Neuschnee. In der Nacht zum Dienstag droht im Bergland oberhalb von 600 bis 800 Metern leichter Frost bis minus 1 Grad, in höheren Lagen bis minus 3 Grad.

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