Winter-Chaos im Februar: Erst Glatteis, dann Eis-Hölle? Meteorologen warnen vor Extremfrost
Autofahrer haben während der Wartezeit bei einem bis zu 25 Kilometer langen Staus einen Schneemann auf der Autobahn 3 gebaut. Bild: picture alliance/dpa/Friedrich Demel | Friedrich Demel
Von news.de Redakteurin Anika Bube
04.02.2026 10.32
- Gefrierender Regen sorgt in mehreren Bundesländern für akute Glatteisgefahr
- Zahlreiche Unfälle und Vollsperrungen, besonders in Niedersachsen und Bremen
- Meteorologen warnen vor extremer Kälte mit bis zu –20 Grad im Februar
Wegen des Winterwetters müssen sich die Menschen in mehreren Regionen Deutschlands auf glatte Straßen einstellen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte in der Nacht vor Glätte durch überfrierende Nässe. Bis in den Mittwochvormittag hinein könne es vor allem in Teilen Niedersachsens bis in die nördliche Mitte gebietsweise Glatteis geben. Doch nach Einschätzung der Experten ist das erst der Anfang.
Schneechaos in Hessen: Lastwagen blockieren Autobahnen
Nach schweren Schneefällen steht in Mittelhessen vielerorts der Verkehr still. Besonders auf Straßen und Autobahnen kommt es immer wieder zu Problemen mit festgefahrenen Lastwagen.
Ein Polizeisprecher sprach von einer "unübersichtlichen Lage". Teilweise stünden Autofahrer seit Stunden im Stau. Besonders kritisch sei die B49, die ab Leun in Richtung Limburg voll gesperrt ist. Mehrere Lastwagen stehen dort quer auf der Fahrbahn, eine Bergung ist witterungsbedingt nur schwer möglich. Auch auf der A5 im Wetteraukreis kam der Verkehr durch festgefahrene Lkw zeitweise komplett zum Erliegen.
Blitzeis auf der A1: Rund zehn schwere Unfälle
Besonders dramatisch ist die Lage in Niedersachsen. Blitzeis führte in der Nacht und am frühen Morgen auf der Autobahn 1 zwischen Osnabrück und Bremen zu zahlreichen Unfällen. Laut Autobahnpolizei waren ausschließlich Sattelzüge und Gliederzüge betroffen, die auf der eisglatten Fahrbahn ins Schleudern gerieten, sich drehten oder von der Straße abkamen. Rund zehn größere Unfälle wurden registriert. Derzeit gibt es zwei Vollsperrungen: Bei Engelmannsbäke liegt ein Anhänger mit drei Gliederzügen quer auf der Fahrbahn. Eine weitere Sperrung besteht kurz vor der Anschlussstelle Vechta, wo bei einem Unfall der Tank eines Sattelzugs aufgerissen wurde. Die Fahrbahn muss dort aufwendig gereinigt werden.
Mann stirbt bei Unfall auf schneeglatter Straße bei Fulda
Bei einem Unfall auf schneeglatter Straße im Osthessen ist ein 51 Jahre alter Mann ums Leben gekommen. Auf der Landstraße bei Rommerz bei Fulda geriet ein 70 Jahre alter Fahrer eines Sattelzugs nach links in die Gegenfahrspur und stieß mit seinem Fahrzeug frontal gegen einen entgegenkommenden Kastenwagen, wie die Polizei mitteilte. Bei der Kollision am Dienstag wurde der 51-jährige Fahrer des Kastenwagens so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb.
Winterwetter legt Teile des Bahn-Fernverkehrs lahm
Das Winterwetter sorgt im Fernverkehr der Deutschen Bahn zwischen Berlin und Hannover am Morgen für zahlreiche Ausfälle. Wie die Bahn online mitteilte, fällt unter anderem der ICE-Sprinter zwischen Berlin und Bonn (über Hannover und Köln) aus. Gleiches gilt für die ICE-Linie von Berlin über Braunschweig und Frankfurt nach Karlsruhe. Die ICE-Linien Berlin - Hannover - Münster - Dortmund - Köln - Aachen sowie Berlin - Hannover - Bremen - Oldenburg fallen demnach zwischen Berlin und Hannover aus.
Alarmstufe Rot im Norden: DWD warnt eindringlich vor Glatteis
Der Deutsche Wetterdienst schlägt Alarm. Für Bremen und große Teile Niedersachsens gilt Alarmstufe Rot. "Es besteht hohe Glättegefahr durch gefrierenden Regen und Eisansatz", warnt der DWD. Betroffen sind unter anderem Bremen sowie zahlreiche Landkreise in Niedersachsen – von der Küste bis ins Binnenland:
- Bremen
- Bremen
- Niedersachsen
- Ammerland
- Aurich - Küste
- Borkum
- Cloppenburg
- Cuxhaven - Binnenland
- Diepholz
- Emden
- Emsland
- Friesland – Binnenland
- Friesland - Küste
- Hannover
- Heidekreis
- Hildesheim
- Holzminden
- Leer (ohne Borkum)
- Nienburg (Weser)
- Northeim
- Oldenburg
- Osterholz
- Verden
- Wesermarsch - Binnenland
- Wilhelmshaven
- Wittmund - Küste
Droht der Mega-Frost? Minus 20 Grad im Februar möglich
Meteorologin Kathy Schrey von "wetter.net" warnt vor einer extremen Kältewelle, die Deutschland im Februar erfassen könnte. Laut aktuellen Berechnungen des europäischen Wettermodells drohen zur Monatsmitte zweistellige Minusgrade und nächtliche Tiefstwerte von bis zu minus 20 Grad. Neben der eisigen Luftmasse werden für die kommende Woche zudem Schneefälle und gefährlicher Eisregen prognostiziert, was erneut zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führen kann.
Ostsee teilweise zugefroren
Während Eis und Wind derzeit der Schifffahrt an der Ostsee Probleme bereiten, freuen sich einige Menschen dort über beeindruckende Naturschauspiele. Am Greifswalder Bodden hat der Wind Eisschollen zu Eisbergen aufgetürmt, die mehrere Meter hoch sind. Für Mecklenburg-Vorpommern sagte der DWD ein bis zwei Zentimeter Neuschnee voraus.
An der Ostseeküste nahe Garz am Greifswalder Bodden türmen sich Eisschollen zu meterhohen Bergen auf. Anhaltender Frost und starker Wind lassen an einigen Küstenabschnitten die bizarren Eisberge entstehen. Bild: picture alliance/dpa | Stefan Sauer
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