Winter-Chaos im Februar: Glatteis-Alarm in Deutschland - DWD warnt vor Lebensgefahr auf den Straßen
Autofahrer haben während der Wartezeit bei einem bis zu 25 Kilometer langen Staus einen Schneemann auf der Autobahn 3 gebaut. Bild: picture alliance/dpa/Friedrich Demel | Friedrich Demel
Von news.de Redakteurin Anika Bube
05.02.2026 08.32
- DWD warnt vor gefährlichem Glatteis durch gefrierenden Regen
- Zahlreiche Unfälle, Sperrungen und Probleme im Bahnverkehr
- Experten rechnen im Februar mit extremer Kälte bis minus 20 Grad
Deutschland rutscht ins Wetter-Chaos! Nach Schnee und Eis droht nun die nächste Gefahr: Gefrierender Regen sorgt in mehreren Bundesländern für akute Glatteisgefahr. Der Deutsche Wetterdienst warnt eindringlich – stellenweise bestehe sogar Gefahr für Leib und Leben. Straßen, Gehwege und Bahnstrecken werden zur Rutschfalle.
Wetterbedingt keine Starts am Flughafen BER - Ausfälle und Verspätungen bei der Bahn
Am Berliner Flughafen BER können wegen Eis am Morgen keine Flugzeuge starten. "Aktuell finden am Flughafen BER aufgrund der Witterungsverhältnisse keine Starts statt", sagte eine Sprecherin. Aufgrund schnell gefrierenden Regens sei eine Enteisung der Flugzeuge derzeit nicht möglich. Davon seien derzeit nur Starts betroffen, Flugzeuge in der Luft könnten derzeit am BER landen. Wie lange keine Maschinen an dem Flughafen abheben können, sei noch nicht klar. Passagiere müssten mit Flugausfällen sowie massiven Verspätungen rechnen und seien gebeten, bei den Airlines den Flugstatus zu prüfen.
Zwischen Hannover und Berlin sorgt das Winterwetter für Zugausfälle und Verspätungen im Fernverkehr der Deutschen Bahn. Das Ausmaß sei allerdings geringer als am Mittwoch, sagte eine Bahnsprecherin. Auch einzelne Sprinterlinien fielen aus, in Berlin müsse wegen Eisregens die Geschwindigkeit herabgesetzt werden. Betroffen ist unter anderem der ICE-Sprinter zwischen Berlin und Bonn, der über Hannover und Köln fährt, wie die Bahn online mitteilte. Das gilt auch etwa für die ICE-Linie von Berlin über Braunschweig und Frankfurt nach Karlsruhe sowie die ICE-Linien Berlin - Hannover - Münster - Dortmund - Köln - Aachen und Berlin - Hannover - Bremen - Oldenburg.
DWD gibt Glatteis-Warnung heraus - hier herrscht Lebensgefahr
Besonders betroffen sind am Donnerstag die Menschen im Osten Deutschlands. Für Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin rechnet der Deutsche Wetterdienst gebietsweise mit Glatteis durch gefrierenden Regen. Behinderungen im Straßen- und Bahnverkehr seien möglich. In Berlin kam es bereits am Morgen zu Einschränkungen im U-Bahnverkehr. Nach Angaben der Berliner Verkehrsbetriebe ist die Linie U2 teilweise unterbrochen. Amtliche Unwetterwarnungen galten bis zum Morgen unter anderem für Teile von Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg und Berlin. Der DWD ruft dazu auf, den Aufenthalt im Freien möglichst zu vermeiden und Fahrten nur mit äußerster Vorsicht anzutreten.
Für folgende Kreise gilt eine Glatteis-Warnung bis um 10 Uhr:
- Berlin
- Mecklenburg-Vorpommern
- Mecklenburgische Seenplatte-Südost
- Vorpommern-Greifswald - Binnenland Nord und Süd
- Vorpommern-Greifswald - Küste Nord und Süd
- Brandenburg
- Barnim
- Dahme-Spreewald
- Elbe-Elster
- Havelland
- Märkisch-Oderland
- Oberhavel
- Oberspreewald-Lausitz
- Oder-Spree
- Potsdam-Mittelmark
- Spree-Neiße
- Stadt Cottbus
- Teltow-Fläming
- Uckermark
- Sachsen
- Bautzen
- Görlitz
Auch im Laufe des Tages bestehe im Osten gebietsweise Gefahr von Glatteis durch gefrierenden Regen - örtlich sei auch Unwetter möglich. Schneien soll es am Morgen laut DWD vor allem in Niedersachsen. Tagsüber sei dann vor allem in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, ebenfalls Neuschnee möglich. Erwartet werden Mengen zwischen ein und fünf Zentimeter, in Vorpommern auch etwas mehr.
Die Temperaturen liegen dabei laut DWD bei maximal minus drei bis plus zwei Grad im Osten und Nordosten. Im Südwesten und Westen seien Höchsttemperaturen von bis zu acht Grad, im Breisgau bis zehn Grad möglich. Bereits die vergangenen Tage hatte sich Deutschland bei der Wetterlage zweigeteilt gezeigt: Frost im Nordosten mit Minusgraden, und teils zweistellige Höchstwerte im Westen, Südwesten und am zeitweise föhnigen Alpenrand.
Grund für die Glatteisgefahr ist laut DWD eine Großwetterlage, wie sie schon seit Wochen besteht: Über dem Norden und Osten Europas bestehe hoher Luftdruck, im Westen und Süden tiefer. Aus dem Hoch fließe am Boden kalte Luft aus Ost- und Norddeutschland, in der Höhe dagegen milde und feuchte Luft, die auch Niederschläge mit sich bringe. "Diese Kombination bringt eben die Gefahr von Glatteis", sagte ein Meteorologe.
Droht der Mega-Frost? Minus 20 Grad im Februar möglich
Meteorologin Kathy Schrey von "wetter.net" warnt vor einer extremen Kältewelle, die Deutschland im Februar erfassen könnte. Laut aktuellen Berechnungen des europäischen Wettermodells drohen zur Monatsmitte zweistellige Minusgrade und nächtliche Tiefstwerte von bis zu minus 20 Grad. Neben der eisigen Luftmasse werden für die kommende Woche zudem Schneefälle und gefährlicher Eisregen prognostiziert, was erneut zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führen kann.
Ostsee teilweise zugefroren
Während Eis und Wind derzeit der Schifffahrt an der Ostsee Probleme bereiten, freuen sich einige Menschen dort über beeindruckende Naturschauspiele. Am Greifswalder Bodden hat der Wind Eisschollen zu Eisbergen aufgetürmt, die mehrere Meter hoch sind. Für Mecklenburg-Vorpommern sagte der DWD ein bis zwei Zentimeter Neuschnee voraus.
An der Ostseeküste nahe Garz am Greifswalder Bodden türmen sich Eisschollen zu meterhohen Bergen auf. Anhaltender Frost und starker Wind lassen an einigen Küstenabschnitten die bizarren Eisberge entstehen. Bild: picture alliance/dpa | Stefan Sauer
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