Erneute Kältewelle im Januar: "Beast from the East" rollt an - Eisluft bringt bis zu minus 20 Grad
Extreme Kälte soll Deutschland an den kommenden Tagen fluten. Bild: AdobeStock / Julija
Von news.de-Redakteurin Anika Bube
18.01.2026 08.29
- Sibirische Kaltluft strömt nach Deutschland und bringt zweistellige Minusgrade
- Meteorologen warnen vor Dauerfrost und einem historischen Kälteeinbruch
- Januar 2026 könnte der kälteste Wintermonat seit über 15 Jahren werden
Deutschland steht eine extreme Kältewelle bevor. Kurz vorm Monatsende erreicht sibirische Kaltluft die Bundesrepublik und bringt Temperaturen, die seit Jahren nicht mehr gemessen wurden.
Sibirien-Kälte kracht nach Deutschland
Die Großwetterlage verändert sich derzeit grundlegend. Die bisher dominierenden westlichen Winde weichen einer östlichen Strömung. Ein mächtiges Hochdruckgebiet über Russland gewinnt an Einfluss und dehnt sich bis nach Skandinavien aus. Von dort wird extrem kalte Kontinentalluft nach Mitteleuropa transportiert. In englischsprachigen Medien trägt das Phänomen bereits einen Namen: "Beast from the East" – die Kältebestie aus dem Osten. Das Skandinavien-Hoch könnte sich zwischen dem 19. und 25. Januar über Deutschland etablieren und eine klassische Ostwetterlage einleiten. Diese zeichnet sich durch trockene, aber markant kalte Luftmassen aus.
Polarwirbel gerät aus dem Gleichgewicht
Hinter der Kältewelle stecken komplexe atmosphärische Prozesse. Der Polarwirbel wurde in den vergangenen Tagen in Richtung Sibirien verdrängt. Gleichzeitig drückt ein starkes Azorenhoch in die Höhe und könnte den Polarwirbel verformen oder sogar spalten. Das Russland-Hoch ist eine direkte Folge dieser Verschiebungen. Wird der Polarwirbel instabil, erwärmt sich die Stratosphäre stark – polare Kaltluftausbrüche sind die Konsequenz. Bereits im November und zur Jahreswende erlebte Deutschland ähnliche Wetterlagen. Einige Modellrechnungen zeigen das Hochdruckgebiet sogar noch weiter westlich – bis zu den Britischen Inseln. In diesem Szenario wäre der Atlantik blockiert. Mildernde Tiefdruckgebiete vom Ozean hätten dann kaum Chancen, nach Mitteleuropa durchzudringen.
Bis zu minus 20 Grad im Osten möglich
Die Temperaturen werden drastisch fallen. In rund 1500 Metern Höhe sinken die Werte landesweit um etwa 10 Grad, im Osten sogar um bis zu 15 Grad. Am Boden rechnen Meteorologen mit Tiefstwerten von bis zu minus 20 Grad – besonders in den östlichen Landesteilen. Der Westen Deutschlands bleibt voraussichtlich etwas milder. Deutschland liegt an der westlichen Grenze der Kaltluft, während Frankreich weitgehend verschont bleibt. Dennoch wird es überall kalt. Besonders extrem könnte es werden, wenn die Luftmassentemperatur in der Höhe auf minus 15 Grad oder tiefer absinkt. Dann wären selbst tagsüber Höchstwerte im strengen Frostbereich unter minus 10 Grad möglich. Dauerfrost droht vor allem im Norden und Osten des Landes.
Januar 2026 könnte kältester seit 15 Jahren werden
Ein schnelles Ende der Frostperiode ist nicht in Sicht. Die Kältephase könnte sich bis Mitte Februar halten. Blockierende Hochdrucklagen wie diese sind dafür bekannt, über längere Zeiträume stabil zu bleiben. Damit würde der Januar 2026 zum kältesten seit anderthalb Jahrzehnten. Negative Abweichungen vom Klimamittel sind in den vergangenen Jahren selten geworden. Der letzte zu kalte Wintermonat war der Februar 2018 – inzwischen fast acht Jahre her. Besonders hart trifft es Osteuropa. Dort ist mit wochenlanger bitterer Kälte zu rechnen, da die massiven Luftmassen nur langsam verdrängt werden können. Auf ihrem Weg durch Russland werden sogar Temperaturen von minus 30 Grad gemessen – selbst für dortige Verhältnisse außergewöhnlich niedrig.
Trotz der extremen Kälte bleibt Schnee zunächst aus. Die sibirischen Luftmassen sind extrem trocken und bringen keinen Niederschlag mit. Autofahrer müssen sich dennoch auf morgendliches Eiskratzen einstellen. Anders könnte es aussehen, wenn ein Tiefdruckgebiet unerwartet auf die Kaltluft trifft. Dann wären auch in Deutschland regional Schneefälle möglich. Der Polarjet biegt derzeit in Richtung Mittelmeer ab, was von Spanien bis Griechenland für reichlich Niederschlag sorgt.
Sollte feuchtere Luft durch ein Mittelmeertief eingebunden werden, könnte sich eine Schneedecke bilden. Diese würde die nächtliche Auskühlung zusätzlich verstärken. In solchen Fällen wären die Temperaturen noch extremer als ohnehin prognostiziert.
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