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Naegleria fowleri auf dem Vormarsch: Erreger breitet sich aus! Amöbe schädigt Schwimmer-Gehirn

Ein Schwimmer infizierte sich mit der Gehirn-fressenden Amöbe Naegleria fowleri. Bild: Adobe Stock/ Kateryna_Kon

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Ein Schwimmer aus Missouri erfrischte sich im Lake of Three Fires in Taylor County in Iowa. Doch nach dem Ausflug musste der Tourist in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Er wird aktuell auf einer Intensivstation behandelt, schreibt die Gesundheitsbehörde von Iowa: Der Grund: Er erlitt eine Gehirnentzündung durch eine Infektion mit der Amöbe Naegleria fowleri.

Schwimmer nach Infektion mitNaegleria fowleri auf Intensivstation

Der Strand rund um den See wurde wegen dem Erreger am Freitag vorsichtshalber gesperrt, teilte das Gesundheitsamt von Iowa in einer Pressemitteilung mit. Der Schwimmer erkrankte an einer Primären Amöben-Meningoenzephalitis (PAM). Die Infektionskrankheit tritt zwar sehr selten auf, aber verläuft oft tödlich. Laut Berichten des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) haben von den 154 Fällen, die seit 1962 in den USA aufgezeichnet wurden, nur vier Menschen PAM überlebt. Das Gesundheitsamt von Iowa und das CDC untersuchen gerade Proben, um zu bestätigen, dass sich die gefährliche Amöbe in dem See befindet.

Amöben-Meningoenzephalitis auf dem Vormarsch: Wie läuft die Infektion ab?

Die Infektion mit Naegleria fowleri erfolgen in der Regel durch Baden und das Tauchen in warmen Süßgewässern, die über 30 Grad warm sind, schreibt das Robert-Koch-Institut. Sie gelangen über das Riechepithel, einem Gewebe in der Nasenschleimhaut, zum Nervus olfactorius und dann in das Zentrale Nervensystem. Um sich zu infizieren, würde bereits ein kurzer Kontakt mit dem Erreger reichen, so das RKI. 

Neue Studie zu tödlicher Amöben-Gehirnentzündung: Klimawandel fördert Erregerverbreitung in Nord-USA

Das CDC hat sich mit Naegleria fowleri in einer Studie näher beschäftigt. Die Amöbe kommt meistens in warmem Süßwasser in Tropengebieten, aber auch in Böden vor. Laut Daten einer Studie des CDC aus dem Jahr 2020 trat die Infektionskrankheit im Norden der USA seltener auf als in den Südstaaten. Dennoch wurden seit 1978 im Mittleren Westen sechs Fälle bestätigt, fünf Fälle traten vor oder nach 2010 an. In der Studie wurden Daten aus einem Zeitraum zwischen 1978 und 2018 analysiert. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass sich Naegleria fowleri nordwärts ausbreiten würde. 

Das könnte durch den Klimawandel begünstigt werden. "Es handelt sich um eine Amöbe, die warme Bedingungen und warmes Süßwasser sehr mag. Das ist die Sorge - dass der Klimawandel zu diesen höheren Lufttemperaturen beitragen kann", sagte Julia Haston, eine medizinische Epidemiologin bei der CDC. Sie fügte hinzu: Die CDC-Studie untersuchte einen möglichen Zusammenhang mit dem Klima und fand einen Anstieg der Lufttemperaturen in den zwei Wochen vor der Exposition im Vergleich zu den historischen 20-Jahres-Durchschnittswerten". Anhand dieser Ergebnisse stellten die Forscher des CDC die Hypothese auf, dass "steigende Temperaturen und die daraus resultierende Zunahme der Wassernutzung in der Freizeit, wie Schwimmen und Wassersport, zu der sich verändernden Epidemiologie der PAM beitragen könnten."

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/hos/news.de

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