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Sexueller Missbrauch in Bangladesch: Mädchen zuerst vergewaltigt und dann lebendig verbrannt

Die 18-jährige Nusrat Jahan aus Bangladesch wurde von insgesamt 16 Personen auf dem Dach ihrer Schule bei lebendigem Leib angezündet und verbrannte qualvoll (Synbolbild). Bild: Boris Roessler / picture alliance / dpa

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Die 18-jährige Nusrat Jahan aus Bangladesch wurde von insgesamt 16 Personen auf dem Dach ihrer Schule bei lebendigem Leib angezündet und verbrannte qualvoll. Für alle Täter fordert die Staatsanwaltschaft nun die Todesstrafe.

Mädchen (18) lebendig verbrannt - Was genau ist passiert?

Vor ihrem qualvollem Tod wurde Nusrat Jahan offenbar sexuell missbraucht, wie unter anderem im britischen "Mirror" zu lesen ist. Laut Angaben der Schülerin berief ihr Schulleiter sie in sein Büro, um sie dort auf unangemessene Weise zu berühren. Sie floh aus dem Büro und meldete die sexuelle Belästigung, laut einem Bericht der BBC, der Polizei noch am selben Tag. Während sie den Missbrauch beschrieb, dokumentierte dies wohl ein Polizist mit einer Kamera und gab hinterher zu Protokoll, dass sie sichtlich verzweifelt gewesen sei. Woraufhin der Direktor auch später von Polizeibeamten festgenommen wurde. Eine Vielzahl von männlichen Mitschülern demonstrierte im Zuge dessen für die Freilassung ihres Direktors und hielten Kundgebungen ab.

Schülerin aus Bangladesch nach sexuellem Missbrauch lebendig verbrannt

Um am 6. April an einer Arabischprüfung teilnehmen zu können, begleitete Jahans Bruder sie zur Schule, um sie zu beschützen. Noch vor Prüfungsbeginn wurde sie von Klassenkameraden auf das Dach der Schule gelockt, mit dem Vorwand, einer ihrer Freunde sei geschlagen worden. Stattdessen traf sie auf eine Gruppe von vier oder fünf Mädchen in Burkas. Diese hielten sie fest, fixierten sie mit einem Schal und übergossen sie mit Kerosin. Brennend versuchte die 18-Jährige zu flüchten, rannte die Treppe hinunter und nutzte das Handy ihres Bruders, um durch ein aufgenommenes Video ihre Angreifer zu benennen.

Massenproteste in Bangladesch

Nusrat Jahanstarb fünf Tage später im Krankenhaus. Ihr Schicksal löste im gesamten Land öffentliche Proteste und Massendemonstrationen aus, welche die Bestrafung ihrer Mörder forderten. Premierminister Sheikh Hasina versprach Nusrats Familie in Dhaka, dass alle Täter uneingeschränkt vor Gericht gestellt werden. "Keiner der Täter wird von rechtlichen Schritten verschont bleiben", sagte sie einem "Reuters"-Bericht zufolge.

Staatsanwaltschaft fordert Todesstrafe in 16 Fällen

Bereits am 30.05.2019 sollen alle 16 Beschuldigten angeklagt werden, da die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe fordert.

Die Leiterin einer Frauenrechtsorganisation inBangladesch, Mahila Parishad, äußerte sich auch zum Fall Nusrat Jahan. Sie betonte,dass mehr getan werden müsse, um die Sicherheit der Frauen in Bangladesch zu gewährleisten. Laut einer von ihrer Organisation durchgeführten Studie sind im vergangenen Jahr 950 Vergewaltigungen von Frauen in Bangladesch zur Anzeige gebracht worden. Die Dunkelziffer liegt sicherlich weit drüber.

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kjf/loc/news.de

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